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Lokales Softwareschmiede „Staffbase“ siedelt sich in Dresden an
Dresden Lokales Softwareschmiede „Staffbase“ siedelt sich in Dresden an
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19:00 25.12.2017
Frank Wolf, Martin Böhringer und Lutz Gerlach (v.l.) sind die Gründer und Leiter von Staffbase.   Quelle: Henry Sowinski - Staffbase
Dresden

 Die gedruckte Betriebszeitung hat ausgedient: Heute verständigen sich Unternehmen und Mitarbeiter per Betriebs-App – „und das auf Augenhöhe“, wie Frank Wolf von der sächsischen Softwareschmiede „Staffbase“ sagt, die eben solche Apps für Siemens, DHL, US-Sportorganisationen, Hotel-Ketten und viele andere große Auftraggeber weltweit entwickelt. Und weil diese Mini-Programme für Computertelefone (Smartphones) so gut ankommen, hat die vor drei Jahren in Chemnitz gegründete Firma nun auch eine Niederlassung in Dresden gegründet.

„Mit klassischen Betriebs-Zeitschriften, aber auch mit allerlei digitalen Konstruktionen erreichen viele Geschäftsführungen einen Großteil ihrer Mitarbeiter gar nicht“, schätzt Wolf ein. „Ein Smartphone dagegen hat jeder. Und Apps kennt jeder, von der Service-Mitarbeiterin bis zum Gabelstapler-Fahrer.“ Allerdings werde solch eine Mitarbeiter-App nur stark genutzt, wenn sie attraktiv genug gemacht sei. „Bei vielen unserer Kunden laden 85 bis 90 Prozent der Belegschaft die Mitarbeiter-App herunter.“

Das liege auch daran, dass Staffbase gar nicht erst versucht habe, den Belegschaften eine Art Facebook für Unternehmen vorzusetzen, sondern sich eher Nachrichtenportale zum Vorbild genommen habe, erzählt der Staffbase-Chef. „Natürlich gibt’s in den Apps auch die Klassiker wie Firmeninterna, Telefonlisten und Speisepläne“, sagt er. Aber je nach Ausbau-Stufe seien in einer App eben auch andere Angebote möglich: Diskussionen über organisatorische Änderungen im Unternehmen, kurzfristige Veranstaltungs-Einladungen, Foto-Wettbewerbe, Urlaubsanträge, Gehaltsabrechnungen und dergleichen mehr „Oft integrieren wir auch Lokalnachrichten von den Standorten, einige Unternehmen beschäftigen dafür sogar eigene lokale Redakteure.“ Durch solche Zusatzangebote werde ein „klarer Mehrwert“ für die Belegschaft geschaffen.

Auch die Macher dieser Apps brauchten einen längeren Lernprozess, bis sie diese entscheidenden Punkte erkannt und die ersten „großen Fische“ an Land gezogen hatten. Zweimal änderte die Firma nach der Gründung im Jahr 2014 in Chemnitz ihren Namen, um international besser verstanden zu werden. Web.de-Mitgründer Michael Greve anlockte. Nachdem Web.de-Mitgründer Michael Greve mit Kizoo Technology Ventures aus Karlsruhe und Capnamic Ventures aus Köln ihr Kapital in das junge Unternehmen investiert hatten , wuchsen die Auftragsvolumina rasch. 2016 eröffnete Staffbase eine Dependance in den USA, im Herbst 2017 eine Niederlassung in Dresden. Mittlerweile haben die Sachsen sogar Großunternehmen mit über 300 000 Mitarbeitern als Kunden. „Die typische Belegschaftsgröße für unsere Mitarbeiter-Apps liegt jetzt irgendwo wischen 5000 und 20 000 Beschäftigten“, erzählt Wolf. Gelegentlich programmiere das 45-köpfige Team aber auch mal für kleinere Institutionen. Die vielgelobte „Büwi“-App für das Gymnasium Bürgerwiese Dresden zum Beispiel stammt auch von Staffbase. Womöglich, so überlegt der Firmen-Chef, könne sich aus solchen Schul-Apps später ein neues Geschäftsfeld ergeben.

So oder so braucht Staffbase mehr Mitarbeiter, um zu expandieren. Dies war auch ein wesentlicher Grund für die Chemnitzer, sich nun in der Landeshaupstadt anzusiedeln. „Dresden hat nun einmal mehr Studenten als Chemnitz“, sagt Wolf. „Der Pool, um neue Leute zu gewinnen, ist hier größer.“ In den ein, zwei Jahren werde Staffbase in Dresden etwa zehn bis 20 neue Mitarbeiter einstellen, die sich um Entwicklung, Vertrieb und Marketing für die Apps kümmern sollen.

Die Pläne der Staffbase-Macher reichen derweil schon weiter in die Zukunft: Die Gesamtbelegschaft soll sich verdoppeln, ein neues Büro wird in Asien oder Australien öffnen, um noch mehr internationale Kunden zu gewinnen. „Unsere Vision ist, dass weltweit bald jedes Unternehmen ab 500 Leute aufwärts eine eigene Mitarbeiter-App bekommt“, sagt Wolf. „Und das möglichst von uns.“

Von Heiko Weckbrodt

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