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Lokales Sockel auf der Dresdner Hauptstraße am Goldenen Reiter bleiben leer
Dresden Lokales Sockel auf der Dresdner Hauptstraße am Goldenen Reiter bleiben leer
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14:12 22.08.2017
Leere Sockel auf der Hauptstraße.  Quelle: Genia Bleier
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Dresden

 In den Anlagen der Hauptstraße mögen zwei Vierergruppen von Sandsteinsockeln bei Passanten Verwunderung auslösen. Stehen sie doch schon seit 2014 in diesem Zustand da – ohne die Skulpturen, die sie einmal trugen. Diese wurden auf Grund ihrer schlechten Erhaltung in Abstimmung mit der Denkmalpflege vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft abgebaut und im Lapidarium in der Zionskirche eingelagert. Eine Art Rettungsakt. Allerdings schon vor drei Jahren. Was soll nun weiter auf der Hauptstraße passieren, der Fußgängermagistrale der Inneren Neustadt, die direkt auf den Goldenen Reiter zuführt und entsprechend gestaltet wurde?

Das interessiert unter anderem auch DNN-Leser Siegfried Remer. Er will vor allem wissen, wie es mit den Figuren im Lapidarium weiter geht, denn deren Verwahrung dort empfindet er als „lieblos“. Zum Beweis sandte er der Redaktion ein Foto zu, auf dem die wertvolle barocke Skulptur der Darstellung der Bildhauerkunst mehr oder weniger im Freien liegt. Da er Schlimmes fürchtet, hatte sich Siegfried Remer Ende Juni in dieser Angelegenheit sogar an Ministerpräsident Stanislaw Tillich gewandt, aber sachgemäß nur erfahren, dass die Stadt Dresden zuständig ist und das Land in kommunale Entscheidungen nicht eingreift.

Zustand fragil - Restaurierung nicht vorgesehen

Als die Hauptstraße in den 1970er Jahren in einer Mischung aus Barock und neuen Bauten gestaltet wurde, spielte auch die Einbeziehung von Bäumen, Blumen, Brunnen und Kunstwerken eine wichtige Rolle. So kamen Ende der 70er Jahre acht originale Skulpturen, die einst im Zwinger standen (heute dort durch Kopien ersetzt) in die Neustadt. Sie wurden in den zwei Rondellen der Mittelachse aufgestellt. Nach Angaben des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft sind sieben von ihnen zwischen 1783 und 1795 von Baptist Dorsch geschaffen worden. Eine Skulptur werde Ernst Julius Hähnel zugeschrieben, der sie um 1860 fertigte. Die steinernen Wesen stellen Urania, die Sangeskunst, Hekate, die Nacht, die Bildhauerkunst, Malerei, Baukunst sowie die Kunstbetrachtung dar. Die Verwitterung des Sandsteins war im Laufe der Zeit jedoch nicht mehr zu übersehen. Noch vorhanden sind zwei Kopien von barocken Vasen in der Hauptstraße und eine restaurierte Renaissance-Figur an der Hausfassade des Gebäudes, in welchem vormals die DNN zu Hause war. Sie stammt ursprünglich vom Haus des Kunsthistorikers Cornelius Gurlitt in der Kaitzer Straße 26.

Zurück kehren die Original-Skulpturen nicht mehr. Das teilte die Stadt auf Nachfrage unmissverständlich mit. „Auf Grund ihres äußerst fragilen Zustandes müssen die wertvollen barocken Skulpturen eingelagert bleiben“ – eine Forderung des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen. „Eine Restaurierung der Originale ist nicht vorgesehen“, so das Grünflächenamt weiter. Sie bleiben im Lapidarium. Eine Gefahr für die geschädigten Kunstwerke sieht man nicht. „Alle eingelagerten Objekte werden gut geordnet verwahrt, dokumentiert und betreut“, so wie es den Auflagen der Landesdenkmalpflege entspreche, versichert das städtische Amt.

Kopien statt leerer Sockel?

Ein anderes Thema ist die Aufstellung von Kopien. Statt leerer Sockel könnten sich das Amt für Stadtgrün und die Denkmalschutzbehörden Kopien gut vorstellen. Sie begrüßen eine solche Anfertigung, auch im Interesse der Öffentlichkeit. Wann aus der Idee jedoch ein fester Plan werden kann, ist derzeit noch völlig offen. Es fehlen die Mittel. Kosten kann die Stadt noch nicht nennen. Schätzungen gingen früher von einem mittleren sechsstelligen Betrag aus. Im Doppelhaushalt 2017/18 ist trotz des immensen Ausgabenvolumens von 3,1 Milliarden Euro kein Geld für die Skulpturen vorhanden. Bleibt der nächste Doppelhaushalt abzuwarten. Sollten Mittel zur Verfügung gestellt werden, könne die Anfertigung und Aufstellung von Kopien „jederzeit, auch abschnittsweise“ erfolgen, teilt die Stadt mit. Bis dahin gehen mindestens zwei weitere Jahre ins Land.

Von Genia Bleier

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