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So wurde Dresden ein „Place to be“

Preis für bürgerliches Engagement So wurde Dresden ein „Place to be“

Der Bürgerpreis der Deutschen Zeitungen geht in diesem Jahr an Elisabeth Ehninger, die Vorsitzende des Vereins „Dresden – Place to be“. Wir haben mit ihr über das Engagement gesprochen.

Dresden. Der Bürgerpreis der Deutschen Zeitungen geht in diesem Jahr an Elisabeth Ehninger, die Vorsitzende des Vereins „Dresden – Place to be“ (DNN berichteten). Das entschied die Chefredakteurs-Jury am Montagabend beim Zeitungskongress des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Regensburg. Mit der Auszeichnung würdigen die Juroren das Engagement Ehningers und ihrer Mitstreiter für eine Willkommenskultur in Dresden. Im DNN-Gespräch erklärt Elisabeth Ehninger, warum der Verein „Dresden – Place to be“ gegründet wurde und wie es zu Großveranstaltungen wie „Offen und bunt – Dresden für alle“ kam.
Frage: Welche Bedeutung messen Sie dem Bürgerpreis der Deutschen Zeitungen bei?

Elisabeth Ehninger: Der Preis wird ja bundesweit bekanntgegeben. Uns ist es nicht nur gelungen, ein Zeichen nach ganz Deutschland, sondern in die ganze Welt zu senden. Damit setzen wir ein ganz klares Zeichen, dass  Dresden auch anders sein kann. Ich habe sehr viel Feedback für unsere Arbeit bekommen, eine Mail davon war für mich sehr beeindruckend. Eine Freundin hat mir geschrieben: „Jetzt kann ich wieder hoffen.“

Aus welchem Impuls heraus wurde „Dresden – Place to be“ gegründet?

Viele Wissenschaftler, die nach Deutschland kamen, hatten es schwer. So auch unsere Gründungsmitglieder Kai Simons und Tony Hyman. Unsere Idee war es, zu unserer Gründung im vergangenen Jahr diesen Wissenschaftlern Paten zu vermitteln, um sie besser zu integrieren. Wir haben im wissenschaftlichen Bereich etwa 20 Paten vermittelt. Der Verein hatte ja ursprünglich ein sehr überschaubares Thema, plötzlich wurde aber etwas sehr Großes daraus.

Dresden - Place to be

Der eingetragene Verein besteht seit April 2014. Die Gründungsmitglieder starteten mit der Idee, ausländischen Arbeitnehmern oder Studenten mit Hilfe von Paten schneller Anschluss in Dresden zu verschaffen. Ihr Credo: „Dresden citizens would like to welcome you! – Dresdens Bürger möchten Sie willkommen heißen“.

Wie kamen dann Großevents wie „Offen und bunt – Dresden für alle“ zustande?

Das war kurz nach Weihnachten 2014. Wir bekamen Anrufe von anderen Vereinsmitgliedern, die aufgrund der Proteste sagten: „Wir halten es nicht mehr aus hier, wir müssen etwas dagegen unternehmen.“ So trafen sich alle 18 Vereinsmitglieder am 30. Dezember 2014, um zu planen – da sind die Ideen nur so gesprüht. Wir haben dafür so viele Spenden  bekommen, das ist unglaublich. Der Bürgerpreis gehört auch diesen Spendern mit, die dazu beigetragen haben, dass solche Events realisiert werden konnten.

Möchte „Dresden – Place to be“ in Zukunft auch Projekte und Patenschaften mit Asylbewerbern organisieren?

Ja. Wir bekommen immer wieder Anfragen von Familien, die gerne Flüchtlinge aufnehmen möchten. Ich habe in den 1970er Jahren selber schon einmal eine Flüchtlingsfamilie mit drei Kindern aus Eritrea aufgenommen und mitbekommen, wie wichtig das für die Familie war. Mir liegt das Projekt sehr am Herzen.

Was plant „Dresden – Place to be“ für die kommenden Monate?

Wir kriegen unter anderem sehr viele Anfragen aus Vereinen oder Schulen, die fragen, wie man Projekte wie die „Offen und bunt“-Konzerte organisiert, wie man an die Künstler kommt und so weiter. Da helfen wir sehr gerne mit Kontakten. Wir haben außerdem bereits den Moderator Ranga Yogeshwar kontaktiert. Der plant ein soziales Netzwerk für die Flüchtlingshilfe. Mit dem Projekt „ ichhelfe.jetzt“ unterstützt „Dresden-Place to be“ die Entwicklung dieses Hilfesystems.

Juliane Weigt

Bisherige und geplante Groß-Events:

„Offen und bunt – Dresden für alle“ am 26. Januar 2015: Mehrere Zehntausend Dresdner gingen auf die Straße und haben ein Fest für Weltoffenheit und Toleranz gefeiert. Auf der Bühne standen insgesamt rund 250 Künstler, darunter Herbert Grönemeyer, Gentlemen, Sarah Connor und Woods of Birnam.
„Offen und bunt – Dresden für alle“  und die Bürgerkonferenz am 28. März 2015: Im Anschluss an die Konferenz mit offenen politischen Diskussionsrunden fand auf dem Neumarkt die zweite Ausgabe des „Offen und bunt“-Konzerts statt.
„Dresden isst bunt – ein Gastmahl für alle “ am 10. Juni 2015: An 15 langen Tafeln lud der Verein zusammen mit der „Initiative weltoffenes Dresden“ rund 5000 Besucher zum interkulturellen Gastmahl auf den Altmarkt.
„Run and Roll – Dresden bewegt sich“ am 4. Oktober 2015 zusammen mit dem Netzwerk „Dresden für alle“: Bei einem Spendenlauf durch den Großen Garten werden Gelder gesammelt für eine bessere medizinische Versorgung von Flüchtlingen. Die Spenden gehen in die Schaffung einer neuen Notfallambulanz für Flüchtlinge.

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