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10:18 18.06.2018
Auf der Rückseite der 1981 eröffneten und 2014 wegen Sicherheitsproblemen geschlossenen Neuen Mensa ist der Neubau einer Terrasse geplant. Aus Rücksicht auf den Denkmalschutz wird sich sonst an der äußeren und inneren Gestaltung des Gebäudes wenig ändern. Quelle: AGZ Zimmermann GmbH
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Dresden

Bonjour Tristesse – inmitten des Dresdner Campus’ und genau dort, wo einst das studentische Leben pulsierte: Vor vier Jahren hatten die Behörden die Neue Mensa am Fritz-Förster-Platz aus Sicherheitsgründen dichtgemacht – ohne Aussicht auf rasche Sanierung. Doch nun packt der Freistaat das denkmalgeschützte Gebäude endlich an, will in den nächsten Jahren für viele Millionen Euro die Mensa wieder herrichten lassen.

Foto-Rückblick: Rundgang durch die sanierungsbedürftige Mensa

Schon vor wenigen Wochen waren die Bauleute erstmals angerückt und hatten mit schwerem Gerät an der Rückseite einige Anbauten und die früheren Außenbereiche mit Sitzen und Tischen abgerissen. Die eigentlichen Sanierungsarbeiten werden voraussichtlich im Sommer starten. Beim Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB), der Behörde, die für die Liegenschaften des Freistaats zuständig ist, sind die Verantwortlichen gerade dran, die Vergaben für die einzelnen Bauleistungen auf den Weg zu bringen.

Die Neue Mensa war im Oktober 2014 allen voran wegen der maroden Bausubstanz und Mängeln beim Brandschutz geschlossen worden. Genau diese Probleme werden nun angepackt. Die Sanierung der Neuen Mensa ist aber auch wegen des Denkmalschutzes eine große Herausforderung. Die 1981 nach Plänen von Ulf Zimmermann errichtete Mensa gilt als besonderes Beispiel der Ostmoderne. Als 2014 kurzzeitig ein Abriss des Gebäudes erwogen wurde, stieß dieses Ansinnen auf massiven Widerstand. Namhafte Professoren aus Dresden wandten sich sogar mit einem Brandbrief an den damaligen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU), um das zu verhindern.

Die Neue Mensa an der Bergstraße ist seit 2014 geschlossen. Im Sommer soll die Sanierung beginnen. Erste Arbeiten im Umfeld des Gebäudes sind bereits erledigt worden. Quelle: Dietrich Flechtner

Tatsächlich wird sich wegen des Denkmalschutzes an der äußeren und inneren Erscheinung der Mensa bei der Sanierung gar nicht so sehr viel ändern. „Die Speisesäle werden in ihrer bisherigen Form weitestgehend erhalten bleiben“, kündigt SIB-Mitarbeiter Tobias Lorenz an. Die Mitarbeiter des Baumanagements stecken in engen Abstimmung mit den Kollegen von der Denkmalpflege. Viele Bauteile oder Elemente, so erklärt Tobias Lorenz, müssen restauriert oder erhalten werden.

Die Planungen leitet der Sohn des ursprünglichen Architekten

Besonderen Wert legen die Denkmalpfleger unter anderem auf die MoKi-Decken. Das sind speziell aus Gips gegossene Platten. Für deren Aufarbeitung fließen sogar Fördermittel, etwa 300.000 Euro spuckt die Behörde dafür aus. Bereits bei der Sanierung des Kulturpalasts, ebenfalls ein Inbegriff der Ostmoderne in Dresden, waren die dort verbauten MoKi-Decken mit viel Aufwand restauriert worden.

Bis zu 4500 Mittagessen täglich wurden einst in der Mensa an Studenten und Hochschulmitarbeiter ausgeteilt. Die Kapazität des Baus soll annähernd gleich bleiben, erklärt Tobias Lorenz. Bis zur Schließung im Oktober 2014 waren die verschiedenen Menüs an einzelnen Ausgaben erhältlich. Künftig sollen die Speisen und Getränke, ähnlich wie in der schon vor mehr als zehn Jahren sanierten Alten Mensa an der Mommsenstraße, in verschiedenen, offenen Ausgabebereichen angeboten werden.

Die einzige gestalterische, deutlich sichtbare Neuerung betrifft den Außenbereich. An der Rückseite, wo die Bauleute bereits Anbauten weggerissen haben, ist eine große Terrasse geplant. Die Planungen für die Hülle der Neuen Mensa hat übrigens die Dresdner Architektengemeinschaft Zimmermann übernommen. Geleitet wird die von Norbert Zimmermann – Sohn des Architekten der Neuen Mensa, Ulf Zimmermann.

Alles bleibt beim Alten: Die Denkmalpfleger fordern auf für die Bierstube den Erhalt ihrer charakteristischen Innengestaltung. Sogar die Tische, Stühle und Lampenschirme werden dem Vorbild nachempfunden. Quelle: AGZ Zimmermann GmbH

Für eine hitzige Debatte sorgte in den vergangenen Jahren indes immer wieder die Frage nach der Zukunft der in der Neuen Mensa integrierten Bierstube. Die Kneipe genießt bei vielen Studenten und Absolventen Kult-Status. In einer erst im Februar 2018 gestarteten Online-Petition, die nach der Sanierung die Wiedereröffnung der Bierstube fordert, wird die Kneipe als „Kulturgut“ und „Begegnungsstätte“ auf dem Campus hervorgehoben. Bereits mehr als 1500 Menschen haben die ins Netz gestellte Petition inzwischen unterschrieben.

Viel Aufregung, die Heike Müller, die Sprecherin des Studentenwerks in Dresden, allerdings für übertrieben hält. Denn die Wiedereröffnung der Bierstube hat das Studentenwerk, Betreiber der Neuen Mensa, ohnehin auf dem Zettel. „Die Initiatoren der Petition hätten einfach mit uns reden sollen“, sagt Heike Müller. Die Verantwortlichen im Studentenwerk denken dabei an mehr als nur einen „kommerziellen Bierausschank“, wie die Sprecherin erklärt. Die gesamte Neue Mensa soll wieder das Herz auf dem Campus werden, ein zentraler Treffpunkt, so Heike Müller.

Die Bierstube könnte das mit kulturellen Angeboten bereichern. Aktuell laufen beim Studentenwerk noch die Überlegungen, wie das umgesetzt wird. Bis zur Schließung waren die Räume, wie bei den meisten Dresdner Studentenclubs üblich, an einen Verein vermietet, in dem diesem Fall dem Klub Neue Mensa. Der kümmerte sich um den Betrieb, organisierte regelmäßig aber auch Partys und andere Kulturangebote in dem Gebäude. Am Ende trennten sich beide Seiten allerdings im Streit, eine Neuauflage dieser Partnerschaft ist ausgeschlossen. „Wir können uns durchaus vorstellen, dass das Studentenwerk die Bierstube künftig selbst betreibt“, sagt Heike Müller.

Fotostrecke: So sah die Bierstube aus

Bei dem Innenleben der Kneipe gelten wie in anderen Teilen des Gebäudes ebenfalls strenge Vorgaben des Denkmalschutzes. Die Türen und Wandgestaltung, sogar Tische, Stühle und Lampen – alles soll wieder so aussehen, wie bisher. Bis zu einer möglichen Neueröffnung wird es aber noch dauern. Das Baumanagement des Freistaats geht davon aus, dass die Sanierung der Neuen Mensa bis zum Start des Wintersemesters im Oktober 2020 abgeschlossen ist. Die Kosten sind immens. Aktuell rechnen die Planer mit Ausgaben von 23,6 Millionen Euro.

Von Sebastian Kositz

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