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Lokales So haben Sie Dresden noch nie gesehen – Bilder eines Nachtflugs
Dresden Lokales So haben Sie Dresden noch nie gesehen – Bilder eines Nachtflugs
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12:25 16.03.2018
Im Januar hat Robert Grahn Dresden abgelichtet.  Quelle: Euroluftbild.De
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Dresden

 Was wäre wenn. Wenn nicht am 10. November 1705 die ersten Öllampen die Schlossstraße in der Altstadt schummrig beleuchtet hätten. Wenn es nicht am 23. April 1828 die ersten Gaslaternen am Schloss gegeben hätte. Wenn nicht am 15. Dezember 1895 in Straßenlaternen auf der Schloss- und der Seestraße die ersten elektrischen Glühlampen die winterliche Nacht ein wenig erhellt hätten.

Einzigartige Fotos sind Robert Grahn gelungen, als er im Januar – nach Einbruch der Dunkelheit – über Dresden geflogen ist.

Wenn also nicht die Lichter der Großstadt die Dunkelheit besiegt hätten, könnte Robert Grahn am Boden bleiben. Doch so startet er nach Einbruch der Dämmerung den Motor seiner Cessna 172 (Baujahr 1966). Ausgerüstet mit seiner neuesten Spiegelreflexkamera, der Nikon D 850, begibt sich der 53-Jährige auf Fototouren über Städte aus der ganzen Welt. Im Januar hat er Dresden abgelichtet – von Oktober bis März dauert seine Saison.

„Durch die natürlichen Gegebenheiten, die Sehenswürdigkeiten und dem Elbufer, ist Dresden einfach eine Perle für sich“, schwärmt Grahn über die Elbstadt. Am Flughafen Dresden-Klotzsche startete Grahn seine Nachtflug-Fotoreportage. Nur eine gute halbe Stunde dauerte letztlich der Flug. Bei einem Tempo von rund 80 Stundenkilometern lichtet der Fotograf aus dem offenen Seitenfenster seine Motive im 45-Grad-Winkel zur Erdoberfläche ab. „Wer schon einmal versucht hat, aus einem fahrenden Auto heraus zu fotografieren, weiß wie schwer es ist, gute und scharfe Bilder zu machen“, erklärt Grahn gegenüber den DNN.

Während der Fotoaufnahmen hat er eine Hand immer am Steuer. Die Seitenruderkontrolle bedient er mit den Füßen. Dabei geht dem Fotografen nicht nur seine eigene Sicherheit vor, sondern auch die seiner Kamera – die ist dreifach gesichert, damit sie nicht herunterfallen kann. Auf die Flüge bereitet sich der Fotograf mit Stadtplänen vor, am Abend fliegt Grahn dann mithilfe von GPS.

Robert Grahn aus Potsdam ist einer der Wenigen in Deutschland, die bei Nacht aus dem Flugzeug fotografieren: „Die besondere Herausforderung im Gegensatz zur allgemeinen Luftbildfotografie ist die hohe Lichtempfindlichkeit der Kamerasysteme und die lange Belichtungszeiten. Deswegen muss man für die Nachtbilder auch immer das Zeitfenster mit der maximalen Lichtabstrahlung abpassen. Meistens fällt dies in Deutschland in den Zeitraum zwischen November und März“, erklärt Grahn gegenüber den DNN.

Der Fotograf ist bei der Nachtflugfotografie anders als am Tag auf das Licht von unten angewiesen. Gegen 17 Uhr wird es in der Winterzeit meist dunkel. Danach bleiben Grahn zwei bis drei Stunden, in denen die Menschen langsam die Bürogebäude verlassen, aber die Flure und Räume im Gebäude noch genügend ausgeleuchtet sind. „Ab 22 Uhr wird es dann meistens zu dunkel für die Bilder.“ Zu früh zu fliegen ist aber auch keine Lösung: „In der Fotografie spricht man dann von der blauen Stunde, da wirken die Fotos durch die lange Belichtungszeit und das Dämmerlicht taghell.“

Einen besonderen Reiz hat die Nachtbildfotografie für den 53-jährigen vor allem durch die besondere Form des Fliegens. „Das ist schon ein Privileg, nachts alleine über die vielen tollen Städte zu fliegen. Als ich im Januar 2018 die Fotos über Dresden gemacht habe, war außer mir nur ein Rettungshubschrauber am Himmel, auf dem Weg zum Uniklinikum“, erzählt Grahn gegenüber den DNN. Auch der ist auf einigen Fotos zu sehen.

Und was wurde in den vergangenen gut 300 Jahren aus den Anfängen mit den ersten Öllämpchen an der Schlossstraße? Rund 47 000 elektrische Straßenlaternen und 1100 Gaslaternen sind heutzutage nach Angaben des Straßen- und Tiefbauamtes in Dresdner Nächten durchgängig in Betrieb. Zudem machen 240 der 480 städtischen Ampelanlangen niemals Pause. Den Strombedarf in einer Winternacht haben die Drewag auf DNN-Anfrage für eine Nacht beispielhaft ermittelt: In der Nacht vom 18. auf den 19. Februar zwischen 18 Uhr und 6 Uhr wurden insgesamt 3 210 997 Kilowattstunden (kWh) Strom verbraucht. Dabei wurde die maximale Leistung von 323 Megawatt (MW) um 18.45 Uhr erreicht. Den niedrigsten Stromverbrauch, 223 MW, gab es um 2.45 Uhr.

www.euroluftbild.de

Von Maraike Mirau und Bernd Hempelmann

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