Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Cris Ortega steht trotzdem auf der Bühne – trotz Tourette-Erkrankung
Dresden Lokales Cris Ortega steht trotzdem auf der Bühne – trotz Tourette-Erkrankung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:50 06.11.2018
Während Cris Ortega slammt, ist er frei von seinen Tics. „Das ist mein Kopfleuchten“, sagt der gebürtige Erlanger. Quelle: privat
Dresden

Wenn Cris Ortega auf einer Poetryslam-Bühne steht, erzählt er in seinen Texten von der Familie, dem Zuhausesein – und von seiner Behinderung. Mit 14 Jahren erkrankte er am Tourette-Syndrom. „Ich habe Tics, wie Geräusche und Bewegungen, die ich nicht kontrollieren kann“, erklärt der heute 22-Jährige. Schimpfwörter benutzt er nicht. „Dass Menschen mit Tourette-Syndrom immer Schimpfwörter rufen würden, ist ein Vorurteil“.

Vorurteile abbauen – darum geht es auch bei den diesjährigen Diversity Tagen an der TU Dresden. Am 6. und 7. November finden unter dem Motto „Vielfältige Chancen bieten, alle Potenziale nutzen“, verschiedene Veranstaltungen im Hörsaalzentrum an der Bergstraße 64 statt.

Beim Slammen frei von Tics

Dabei wird auch Cris auf der Slam-Bühne stehen. Während er slammt, ist er frei von seinen Tics. „Das ist mein Kopfleuchten“, sagt der aus Erlangen stammende Cris. Ein bekanntes Tourette-Phänomen: Während kreativer Arbeit treten die Tics nicht auf. Dafür ist es im Alltag umso schwieriger, die Bewegungen und Geräusche zu unterdrücken. „Es ist, wie die Luft anzuhalten. Eine Zeit ist es möglich, die Tics zu unterdrücken, aber es ist sehr anstrengend“, sagt Cris.

Seit drei Jahren trägt der Singer-Songwriter eigene Texte auf der Bühne vor. „Auf der Bühne erreiche ich die Menschen“, sagt Cris. Im Alltag ist Tourette immer noch mit viel Stigmatisierung der Betroffenen verbunden. „Ich nenne es die Regelbrecherkrankheit“, erklärt der Slammer. Menschen mit Tourette-Syndrom sind nur schwer in der Lage, bestimmte gesellschaftliche Regeln einzuhalten.

Ruheregel mit Tourette schwer einzuhalten

„Ruheregeln in der Bibliothek oder im Kino sind schwierig“, berichtet Cris. Seine Erfahrungen aus der Sicht eines Menschen mit Tourette teilt Cris künstlerisch am Dienstag um 19 Uhr im Hörsaalzentrum der TU.

Zuvor findet im Foyer die offizielle Eröffnung der 5. Diversity Tage mit anschließender Fotoausstellung zum Thema „TU Dresden – Wir l(i)eben Vielfalt“ statt. Am Mittwoch wird um 19 Uhr der Preis für Internationalisierung 2018 verliehen sowie um 19 Uhr die Premiere des neuen TU-Films „Nachhaltiger Campus“ gezeigt. Zum Abschluss findet ab 19.15 Uhr die Kurzfilmnacht zum Thema Diversity statt. Tickets für den Slam kosten an der Abendkasse 7 Euro, die übrigen Veranstaltungen sind frei.

Von Tomke Giedigkeit

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

16 Geschosse weit soll das neue Hochhaus in der Florian-Geyer-Straße in den Himmel ragen. Zu viel, finden die Anwohner. Mit der Bürgerinitiative „Johannstadt“ kämpfen sie für eine Umplanung des Gebäudes. Am Mittwoch geht der Streit vor dem Petitionsausschuss in die nächste Runde.

05.11.2018

Am neunten November fliegen Rock’n’Roll-Tanzpaare statt Handbälle über das Spielfeld der Dresdner Ballsportarena. Die Firebirds laden gemeinsam mit dem 1. Dresdner Rock’n’Roll-Club zur „Firebirds-Nacht“ am 9. November ein. Die DNN verlosen 2x2 Stehplatzkarten für den Abend.

05.11.2018

Politisch interessiert, redegewandt und diskussionsfreudig: Im Sächsischen Landtag haben 36 Jugendliche beim 16. Jugend-Redeforum ihr Rhetoriktalent unter Beweis gestellt. Die Finalisten durften sogar ans Rednerpult im Plenarsaal treten.

05.11.2018