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Lokales Skurrile Wünsche in Dresdner Hotels - Erwartungen der Gäste steigen
Dresden Lokales Skurrile Wünsche in Dresdner Hotels - Erwartungen der Gäste steigen
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18:30 07.10.2016
   Quelle: dpa

In Paul McCartneys Zimmer dürfen keine Ledersofas stehen, Jennifer Lopez will in ihrem Raum nur Hip-Hop oder Salsa hören und Justin Timerblake will von den Hotelangestellten nicht direkt angesprochen werden: Besonders bekannte Musiker und Schauspieler haben sehr skurrile Wünsche, wenn sie in einem Hotel übernachten.

Aber nicht nur Berühmtheiten stellen Hotels immer wieder vor große Herausforderungen. Auch andere Gäste verlangen für ihr Wohlbefinden so einiges. Eine Mitarbeiterin der Fünf-Sterne-Residenz „Bülow Palais“ berichtet, dass Möbel aus Religionsgründen manchmal mit weißen Tüchern abgehangen werden müssen. Außerdem wurde in diesem Hotel bereits die komplette Tiefgarage nur wegen 16 wertvollen Autos abgesperrt.

Im „Taschenbergpalais Kempinki werden immer wieder Bettdecken und Bettgestelle in Sondergröße für Gäste bereit gestellt. Besonders schwierig ist es für die Bediensteten sicherlich, eine Luftbefeuchtung und eine komplette Verdunklung eines Zimmers zu organisieren, wie sie teilweise von Musikern gefordert wird.

Da mutet der Wunsch nach einem eigenem Weihnachtsbaum auf dem Zimmer im „Swissotel“ fast harmlos an. Aber auch dort geht es noch skurriler: So forderte ein Gast einen Wagen inklusive Fahrer, welcher ihn nach Norwegen bringen und dort zwei Tage später wieder abholen sollte. Und für Hunde wurde schon Rindertartar oder -carpaccio verlangt.

Generell scheinen die Ernährungswünsche der Gäste die Hotels vor die größten alltäglichen Herausforderungen zu stellen. „Die Essenswünsche haben derart zugenommen, dass die Küche teilweise vor extreme Schwierigkeiten gestellt wird“, berichtet ein Mitarbeiter des Nobelhotels „Schloss Eckberg“.

 Hier gab ein Gast beispielsweise kurzfristig eine Laktoseintoleranz an – als aber ein Begleiter des Besuchers ein laktosehaltiges Gericht serviert bekam, wollte er es trotz seiner vermeintlichen Laktoseunverträglichkeit auch essen.

Im „Bülow Palais“ wurden einmal fünf Flaschen eines besonderen Weines gewünscht, von dem nur noch vier auf Lager waren – also musste noch am selben Abend eine fünfte organisiert werden.  Ein Besucher des „Swissotel“ wollte sechs hart gekochte Eier, die ihm im Lauf des Tages auf das Zimmer gebracht werden sollten.

Und im „Kempinski“ wünschte ein Gast eine Flasche Wasser aus Übersee – auch die wurde besorgt.

Allerdings ist es wohl so, dass viele Besucher diese Leistungen in der Zwischenzeit als selbstverständlich hinnehmen. „Die Gäste sind heutzutage selbstbewusster als früher und verlangen häufiger Außergewöhnliches“, erzählt eine Mitarbeiterin des „Bülow Palais“. Aus diesem Grund gebe es in diesem Hotel jeden Morgen ein Meeting, in welchem die besondern Wünsche der Gäste besprochen würden.

Auch ein Mitarbeiter des „Eckberg“ bestätigt: „In den letzten Jahren ist die Erwartungshaltung der Gäste extrem gestiegen. Wir als Hotel müssen natürlich versuchen, diese zu übertreffen“.

Dennoch seien viele Besucher nicht zufrieden und ließen manchmal ihren Frust an den Hotelangestellten aus, erklärt ein Mitarbeiter eines exklusiven Hotels. Auch seien sie oft nicht bereit, Kompromisse einzugehen. „Wenn jemand in der Natur übernachten will, dann muss er auch damit rechnen, dass es dort Spinnen gibt“.

Das Problem liege außerdem darin, dass diese Leute oft extrem negative Bewertungen auf Internetportalen hinterließen, welche teilweise nicht gerechtfertigt seien. Dort liest man dann beispielsweise: „Insgesamt ist das Hotel schon etwas in die Jahre gekommen und der Service ist umständlich, unbeholfen, „typisch Osten“ und nicht mit internationalen Luxushotels zu vergleichen“. Das kann eventuelle zukünftige Gäste natürlich abschrecken.

Ein Angestellter des „Schloss Eckberg“ sagt: „Ich habe eigentlich den besten Job der Welt. Das Besorgen und Bereitstellen von außergewöhnlichen Dingen macht viel Spaß. Es wäre nur schön, wenn die Gäste öfter anerkennen würden, was wir alles machen“. Ein einfaches „Danke“ reiche oft schon. Es muss ja nicht jeder wie Justin Timerblake sein.

Von Richard Gänzle

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