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Lokales Skater, Streetworker und Linke fordern erneute Diskussion um Fußgängertunnel Neustädter Markt
Dresden Lokales Skater, Streetworker und Linke fordern erneute Diskussion um Fußgängertunnel Neustädter Markt
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23:43 09.09.2015
Der Fußgängertunnel am Goldenen Reiter soll erhalten bleiben, forderten Skater, Streetworker und Linken-Politiker. Quelle: Tanja Tröger
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„Ehe hier Tatsachen geschaffen werden, möchte ich das Thema gern noch mal diskutiert wissen“, sagt Streetworker Reiko Fitzke. „Wir möchten mit der Politik ins Gespräch kommen. Wenn am Ende des Prozesses steht, dass der Tunnel verfüllt wird, ist das okay – die Argumente müssen aber überzeugend sein.“ Bislang überzeugen ihn weder das Kosten- noch das Verkehrsführung-Argument. Selbst wenn in einigen Jahren die Große Meißner Straße umgebaut werden sollte, könne man doch den Tunnel bis dahin temporär weiter nutzen, schlägt Fitzke vor.

Um alle Pros und Contras zu sammeln, hat der Streetworker eine große Tafel mitgebracht, auf der die Argumente niedergeschrieben werden können. Vor allem für Skater, Biker, Gehbehinderte und Eltern mit Kinderwagen ist die Unterführung wichtig. Die einen nutzen sie, um ohne störende Bordsteine und Treppen auf die andere Straßenseite zu kommen, die anderen als zentralen Treff- und Trainingspunkt bei schlechtem Wetter.  

Skaten im Regen?

Dass regengeschützte Skateflächen in Dresden Mangelware sind, wissen Lukas Felgendreher und Steve Berthold nur zu gut. Die Skaterhalle in Reick kostet Eintritt und liegt weit draußen, daher weichen die beiden Oberschüler auf Tiefgaragen aus. „Da werden wir aber oft rausgekickt“, sagt der 15-jährige Steve. „Deshalb waren wir früher oft hier im Tunnel. Der Boden ist gut, und da stand auch mal ne Bank, an die jemand eine Metallkante ranmontiert hatte – perfekt zum Skaten. Hier hat uns auch keiner rausgeschmissen“, ergänzt sein 16-jähriger Kumpel ernst.

Weil am Neustädter Markt wieder ein Stück Freiraum für Jugendliche verschwindet, beteiligen sich Streetworker Reiko Fitzke und seine Kollegen am Protest. „Wir Streetworker arbeiten auf der Straße und haben mit Treffpunkten für junge Leute zu tun. Das Problem ist, dass die zunehmend von solchen Plätzen vertrieben werden“, so Fitzke.

Die Sozialpädagogen verstehen die Veranstaltung auch als praktisches Beispiel für Demokratiebildung. „Wir haben bei vielen Jugendlichen gemerkt, dass die Entscheidung des Stadtrates auf Unverständnis trifft. Hier versuchen wir zu vermitteln: Wenn ihr Dinge nicht versteht oder damit nicht einverstanden seid, gibt es Möglichkeiten, euch Gehör zu verschaffen“, so Fitzke.

Petition für Erhalt des Fußgängertunnels

Politik und Verwaltung beeinflussen wollen die Tunnel-Befürworter nicht nur mit Musik und Skateshow, sondern auch mit einer Petition, die die Linken in der vergangenen Woche gestartet haben. „Bis jetzt sind rund 200 Unterschriften zusammengekommen, allein heute ungefähr 50“, resümiert Ortsbeirätin Kristin Hofmann. „Ich freue mich, dass sich so viele Leute nicht von der ’Barockisierung’ einlullen lassen.“ Es wäre schade um das Zeugnis aus einer Zeit, aus der man offenbar nicht viel sehen möchte, sagt die junge Frau. „Die Kasematten zum Beispiel haben ja auch nicht mehr ihre ursprüngliche Funktion und werden trotzdem nicht verfüllt.“

ttr

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