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Lokales Silvesterfeier auf dem Dresdner Theaterplatz ist abgesagt
Dresden Lokales Silvesterfeier auf dem Dresdner Theaterplatz ist abgesagt
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15:45 07.06.2017
Ein Feuerwerk am König-Johann-Denkmal wird es in diesem Jahr nicht geben.  Quelle: Archivbild
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Dresden

 Ein gemeinsames Begrüßen des Jahres 2018 auf dem Theaterplatz wird es in diesem Dezember nicht geben. Die traditionelle Silvester-Veranstaltung, bei der seit 2006 knallerfrei gefeiert wurde, muss abgesagt werden. Grund ist die Sanierung der Augustusbrücke. Die Baustelle reicht zu weit auf das Festareal hinein, nur die Hälfte des Theaterplatzes steht zur Verfügung. Veranstalter Robert Gössel von der festcatering.de GmbH entschied sich deshalb für die Absage. „Wirtschaftlich und logistisch funktioniert das in dieser Konstellation nicht, zumal ein Highlight der Silvesterstadt das Feuerwerk am König-Johann-Denkmal ist und für dieses nicht wirklich eine Fläche vorhanden ist“, begründet Gössel.

Unzählige Dresdner haben am Elbufer und am Theater den Jahreswechsel gefeiert

 Bis zu 20 000 Menschen feierten in den vergangenen Jahren den Jahreswechsel auf dem Theaterplatz. Bei der letzten Ausgabe aber kamen deutlich weniger Besucher zu der Silvester-Sause unter freiem Himmel – allerdings lag da der Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz erst wenige Wochen zurück. Der Gästeschwund habe bei der Entscheidung zur Absage ohnehin keine Rolle gespielt, wie Gössel versichert.

Kein Alternativstandort in Sicht

Lange Gesichter löst die Nachricht nicht nur bei feierfreudigen Dresdnern, sondern auch bei Hoteliers aus. „Das ist bitter, die Silvesterstadt hat eine Anziehungskraft für Gäste. Ich bedaure das sehr, respektiere die Entscheidung aber“, sagt Dresdens Tourismusverbands-Chef Johannes Lohmeyer. Das sieht auch die Radeberger Exportbierbrauerei ähnlich. „Als hier beheimatetes Unternehmen und langjähriger, seit der ersten Stunde engagierter Partner der Silvesterveranstaltung auf dem Theaterplatz bedauern wir die diesjährige Absage durch den Veranstalter sehr, können diese aber – mit Blick auf die Gegebenheiten durch die Baustellensituation vor Ort – nachvollziehen“, erklärt Sprecherin Jana Kreuziger.

 Veranstalter Gössel hat sich bereits Gedanken um einen Alternativstandort gemacht, eine Lösung aber hat er nicht gefunden. „Überlegungen gab es dazu, jedoch hat der Theaterplatz mit seinen historischen Gebäuden einen ganz besonderen Charme, den die anderen Plätze nicht haben“, sagt er. Und veranstaltungstechnisch lasse sich der Theaterplatz besser bespielen als andere Flächen, etwa der Alt- oder der Neumarkt. Zudem müsse das Areal für eine Großveranstaltung taugen, also entsprechende Fluchtwege, Einlasssituationen und ein Sicherheitskonzept aufweisen. „Und wir reden immer noch von einer Tagesveranstaltung, also Auf- und Abbauten, Schneeberäumung etc. für nur einen Spieltag und nicht für ein ganzes Wochenende oder länger. Das heißt, Kosten und Nutzen müssen in Bezug auf die Location in einem gesunden Verhältnis stehen“, so Gössel weiter.

Fortsetzung oder generelles Aus?

Die Stadtverwaltung zumindest steht für Gespräche über eine Silvesterparty an einem anderen Ort zur Verfügung. Ordnungsamt und Straßen- und Tiefbauamt hätten Gesprächsbereitschaft im Rahmen der entsprechenden Aufgabenbereiche angekündigt, wie Sprecherin Diana Petters auf Anfrage mitteilt. Auch der Koordinator für Großveranstaltungen auf städtischen Plätzen im Geschäftsbereich Kultur würde sich dem Thema annehmen, wenn sich Interessenten für die Ausrichtung einer solchen Veranstaltung bei ihm melden.

Gelingt das nicht, bedeutet die diesjährige Absage dann ein generelles Aus des Formats? Tourismusverbands-Chef Lohmeyer möchte sich auf eine Prognose nicht festlegen, sagt aber mit Blick auf die Terrorgefahr: „Wir müssen dauerhaft damit leben, dass Großveranstaltungen schwerer zu vermarkten sind.“ Robert Gössel sieht das gelassener: „Warten wir erst mal das Ende der Bauarbeiten ab, vorher kann man dazu keine Aussage treffen. Zudem haben wir in dieser ’spielfreien’ Zeit Gelegenheit, kreativ zu werden und uns Gedanken zu machen, wie eine Silvesterstadt aussehen kann, wenn der Platz wieder zur Verfügung steht.“ Mit dabei wäre die Radeberger Exportbierbrauerei. „Sofern vom Veranstalter eine Wiederaufnahme signalisiert wird, stehen wir diesem gern als Gesprächspartner zu Möglichkeiten der neuerlichen Zusammenarbeit zur Verfügung“, so Kreuziger.

Für eine Fortsetzung ist sicher auch die Dresden Marketing GmbH (DMG), die das Silvester-Event seit 2009 im Rahmen der Sonderkampagne „Dresden gibt dem Winter Glanz“ aktiv beworben hat. „Grundsätzlich braucht die Reisedestination Dresden über das ganze Jahr verteilt attraktive Events verschiedenster Größenordnungen und Genres, um erfolgreich zu sein und vor allem Wiederholanlässe für einen Besuch zu schaffen. Dazu gehören Großveranstaltungen wie das Silvester Open Air auf dem Theaterplatz“, sagt Bettina Bunge. Den Ausfall in diesem Jahr bedauert die DMG-Chefin sehr, hat jedoch Verständnis für notwendige Sanierungsarbeiten und damit verbundene Einschränkungen.

Von Christin Grödel

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