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Lokales „Sie ist mein Anker“: Ines Petzold hilft bei Bluthochdruck
Dresden Lokales „Sie ist mein Anker“: Ines Petzold hilft bei Bluthochdruck
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08:30 22.08.2017
Schwester Ines misst den Blutdruck von Bernd Mühle. Auch er besucht regelmäßig die Treffen der Selbsthilfegruppe.  Quelle: Anja Schneider
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Dresden

 Hohen Blutdruck hatte Jutta Gebhardt – genau wie mindestens 20 Millionen andere Deutsche – so lange, wie sie denken kann. Zu den Schweißausbrüchen, dem Schwindelgefühl und den zugeschwollenen Augen gesellte sich aber mehr und mehr eines: die Angst. In der Hypertonie-Sprechstunde im Städtischen Klinikum Dresden am Standort Friedrichstadt fand sie schließlich Hilfe.

Es war eine jahrelange Odyssee für die heute 68-Jährige. Psychische Belastungen, Vorhofflimmern und der ständig erhöhte Blutdruck ließen sie mehrere Ärzte aufsuchen. „Das war kein Leben mehr. Ich war nur mit dem Handy in der Hand unterwegs wegen der Panik, einen Schlaganfall zu erleiden. Das war mein erster Gedanke am Morgen und mein letzter am Abend“, beschreibt die Rentnerin. Wie ein Teufelskreis sei es ihr vorgekommen, ständig wollte sie ihren Blutdruck kontrollieren, alle zwei Stunden kam das Messgerät zum Einsatz, Werte reihten sich listenweise aneinander. Wertvolle Lebenszeit, die dabei verstrich. Das ist ihr heute klar.

Auf dem Weg zu dieser Erkenntnis half ihr Ines Petzold, Assistentin für Hypertonie und Prävention im Friedrichstädter Krankenhaus. „Mein Anker“, wie es Jutta Gebhardt ausdrückt. 2008 hatte Schwester Ines die Zusatzausbildung gemacht, seitdem betreut sie von Bluthochdruck Betroffene. „Ich berate, leite und schule“, beschreibt sie die Vorgehensweise. Über Risikofaktoren und falsche Ernährung aufzuklären gehört dabei genauso dazu, wie zu sportlichen Aktivitäten anzuregen und den Patienten beizubringen, die Erkrankung anzunehmen. Lifestyle-Schulungen nennt Ines Petzold dieses vier Mal stattfindende Angebot am Krankenhaus Friedrichstadt.

Wichtig: Die Hypertonie-Assistentin übernimmt lediglich die nicht-medikamentöse Behandlung, für die Tablettenverordnungen und ist Dr. med. Holger Palisch, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Hypertensiologe, zuständig. „Ich möchte einen Anreiz geben. Natürlich sind Tabletten wichtig, aber Ahnung darüber zu haben, was man machen kann, hilft auch“, sagt Schwester Ines.

Um dieses Wissen weiterzugeben, leitet Ines Petzold seit 2015 auch eine Selbsthilfegruppe am Friedrichstädter Krankenhaus, wo Betroffene einmal im Monat zusammenkommen und sich austauschen können. An der nimmt auch Jutta Gebhardt regelmäßig teil. Zudem wurde sie im März 2015 medikamentös neu eingestellt. Ihr Blutdruck hat sich normalisiert. „Ich blühe noch einmal richtig auf“, sagt sie. Rundum abgesichert fühle sie sich von Ines Petzold, jederzeit könne sie bei ihr anrufen. „Schwester Ines brennt für ihre Sache. Das ist kein Beruf, sondern eine Berufung“, findet die Rentnerin.

„Es ist schön, wenn ich einen Patienten ohne OP in den Normbereich bekomme. Wenn ich jemandem helfen konnte, ist das das Schönste und meine Motivation. Die Betroffenen nehmen wieder am Leben teil“, freut sich Schwester Ines. Bei Jutta Gebhardt ist ihr das gelungen. Der 68-Jährigen geht es wieder so gut, dass sie während der Urlaubszeit gar die Hunde ihrer Nachbarn betreut. Und das Blutdruckmessgerät ist ohnehin weit hinten im Schrank verstaut.

Von Christin Grödel

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