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Lokales Selber getestet: DNN waren auf "Mundraub"-Tour
Dresden Lokales Selber getestet: DNN waren auf "Mundraub"-Tour
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18:17 09.09.2015
Birnen, Äpfel, Pflaumen, Brombeeren - in der Stadt gibt es viele Stellen, wo Obst ungenutzt verfault. Quelle: Christian Juppe

Wir haben uns drei Tipps herausgesucht und sind auf Mundraub-Tour gegangen.

"Zwetschgen satt" hat "gastroexpers" auf dem umzäunten Spielplatz zwischen Bürgerstraße und Konkordienstraße ausgemacht. Ich rücke mit einem großen Korb an und finde auf dem Spielplatz tatsächlich jede Menge Obst: Ein Baum hat all seine Früchte schon abgeworfen. Wie gesät liegen sie auf der Wiese. Doch um welche Obstart handelt es sich hier eigentlich? "Das sind Äpfel", ist eine Mutter auf dem Spielplatz fest überzeugt. "Stechäpfel?" vermutet eine andere. Nach dem todesmutigen Kosten ist es klar: Es handelt sich um Birnen. Doch sie sind nicht nur winzig, sondern schmecken auch noch scheußlich. Da lohnt nicht mal die Mühe, daraus Saft zu machen.

Also wende ich mich mit meinem Körbchen lieber dem Pflaumenbaum zu. Viele Früchte liegen schon unten, sind teils vertrocknet, teils zertreten. Doch noch hängen große, pralle Pflaumen auf dem Baum - nur leider in unerreichbarer Höhe. Hier braucht man eine riesige Leiter oder eine Pflückhilfe. Und die habe ich natürlich nicht dabei. "Man könnte raufklettern", sagt Britta (33), die dritte Mutter, die ich auf dem Spielplatz treffe, und schaut unternehmungslustig in die Höhe. Sie und ihre Freundin Sylvia (34) machen spaßeshalber eine Räuberleiter. Aber auf den Baum klettert Britta dann doch nicht, denn ihr Baby meldet sich zu Wort.

Britta und Sylvia kennen die Internetplattform "mundraub" und viele der in ihrer Wohngegend angegebenen Fundstellen. "Mir tut das weh, wenn Früchte einfach vom Baum fallen und verfaulen, weil sie niemand verwertet", sagt Britta. "Im Ostragehege gibt es viele Obstbäume an der Elbe, um die sich offensichtlich niemand mehr kümmert. Erst kürzlich haben wir uns dort Pflaumen geholt", erzählt Sylvia.

"Ich habe in der Flutrinne einen wunderschönen, herrenlosen, allerdings von Brombeerhecken eingewachsenen Quittenbaum entdeckt", berichtet Britta und ihre Augen glänzen. Aber wo genau der Quittenbaum steht, will sie nicht verraten. "Ich war schon ein paar Mal dort und hab geguckt, und jetzt sind die Früchte richtig reif", freut sie sich. In den vergangenen Jahren sei sie in der Nähe der alten Werft in Übigau auf Topinambur gestoßen. "Doch dieses Jahr sind die gelben Blumen, deren Wurzelknollen man essen kann, verschwunden."

Nächste Station ist Purobeach. "Visitor" hat hier in der Mundraubkarte einen großen Brombeerstrauch vermerkt. Nach einigem Suchen ist er am Elberadweg direkt neben dem Purobeach-Gebäude am Elbradweg gefunden. Leider ist die Brombeerzeit schon fast vorbei. Was hier der Ernte lohnen würde, reicht maximal für einen kleinen Joghurt. Am Strauch hängen massenhaft vertrocknete Beeren. Ein Jammer, aber verständlich. Während des Hochwassers im Juni dürfte der Strauch zum größten Teil abgetaucht sein. Und danach hatte garantiert lange keiner Lust, von dem verschlammten Strauch Früchte zu essen.

Letzte Station ist das Ostragehege. An der Elbe hat "Okkol" im Internetportal "Mundraub" "sehr viele Brombeersträucher", "sehr viele Apfelbäume", "2 Birnenbäume", "mehrere Schlehensträucher" eingetragen. Wir entdecken schon von der Pieschener Allee aus einen Apfelbaum, dessen rotbackige Äpfel weithin verlockend leuchten. Doch der Weg dahin ist voller ekliger Überraschungen. Den vielen Haufen zufolge haben Hundebesitzer das Terrain zum städtischen Hundeklo erklärt. Schließlich sind wir am Apfelbaum angekommen. Die Früchte sind klein, aber fein. Doch wer ernten möchte, muss klettern. Etwas weiter weg fallen die reifen Birnen schon vom Baum. Hier muss man nur eins: die Früchte auflesen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.09.2013

Catrin Steinbach

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