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Seit 25 Jahren gibt es den „Elbhang-Kurier“

Dresden Seit 25 Jahren gibt es den „Elbhang-Kurier“

Der Elbhang weiß zu feiern, wie das bevorstehende Elbhangfest erneut beweisen wird. Aber auch das Medium des Landstrichs, Sprachrohr und Wissensquelle der Menschen vor Ort, weiß seine Jubiläen entsprechend zu nutzen und feiert sie. Die Rede ist vom „Elbhang-Kurier“, der jetzt zu seinem 25-jährigen Bestehen ins Lingnerschloss geladen hatte.

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Der Elbhang als Kulturlandschaft mit mediterranem Touch gewürdigt und genossen werden.
 

Quelle: Jürgen-M. Schulter/Archiv

Dresden.  Der Elbhang weiß zu feiern. Eine Kulturlandschaft mit mediterranem Touch will einfach gewürdigt und genossen werden. So feiern die Bewohner sich selbst und laden auch gern Gäste ein, wie das bevorstehende Elbhangfest erneut beweisen wird. Aber auch das Medium des Landstrichs, Sprachrohr und Wissensquelle der Menschen vor Ort, weiß seine Jubiläen entsprechend zu nutzen und feiert sie. Mitarbeiter, Helfer, Freunde, Leserschaft sind dabei. Die Rede ist vom „Elbhang-Kurier“, der jetzt zu seinem 25-jährigen Bestehen ins Lingnerschloss geladen hatte.

Auf ein Vierteljahrhundert hat es dieses regional begrenzte, altmodisch daher kommende, meist schwarz-weiß gehaltene Heft im A4-Format nun gebracht, dessen Logo ein noch altertümlicherer Hochradfahrer ist (Vorbild hierfür war Matthias Griebel). 25 Jahre, wenn das in Zeiten des Zeitungssterbens kein Grund für Freude ist. Treuen Anzeigenkunden und treuen Abonnenten sei Dank, die – auch ganz wie früher – sogar von persönlichen Kurieren beliefert werden. Dafür finden die Leser Dinge vor, die sie direkt berühren. Historie der Stadtteile neben aktuellen Bau- oder Abrissplänen, strittige Debatten neben Porträts auch einfacher Leute aus der Nachbarschaft. Stadt- und Landespolitik neben menschelnden Themen, Kunst neben Handwerk und Gewerbe.

„Es gibt keinen Menschen am Elbhang, der nicht einmal im ,Elbhang-Kurier‘ erschienen ist“, brachte es Dietmar Selunka, Loschwitzer Pfarrer i. R., auf den Punkt. Die Macher der Publikation lobte er als „Dokumentaristen des Lebens“, denn sie informieren auch über Themen, die sonst unter den Tisch fallen würden. Ortsamtsleiterin Sylvia Günther freute sich über Kontinuität seit der ersten Ortsbeiratssitzung 1992. „Bis heute gibt es keine andere Zeitschrift, die regelmäßig über die Sitzungen berichtet.“

Der Soziologe und Elbhang-Anwohner Prof. Karl-Siegbert Rehberg führte den Aspekt Heimat ins Feld, der hier besonders zum Tragen kommt. Und natürlich hatte auch das Urgestein Matz Griebel etwas Besonderes ausgegraben: Er erinnerte nicht nur an die vielen bisher erschienenen seriösen historischen Beiträge, sondern gab Geschichte zum Anfassen zum Besten. Wer wusste schon, dass der tschechisch-böhmische Sänger Karel Burian – von 1902 bis 1910 erster Heldentenor an der Dresdner Hofoper und am Elbhang wohnend – Trinkgelage veranstaltete, um dann doch noch stand- und stimmfest auf der Bühne zu stehen.

Als am 4. April 1992 die erste Nummer des „Elbhang-Kuriers“ erschien, wurde sie auf dem Schiller- und Körnerplatz an Passanten verteilt, von einer Pferdekutsche herab und aus einem nostalgischen dreirädrigen Gefährt. Matthias Griebel war dabei. Bei allem ernsthaften Anspruch hat sich das spielerische Element bis heute bewahrt. Dabei soll die Intention der Zeitschriften-Gründung nicht vergessen werden. Mit dem Elan der Bürgerbewegung der Wende- und frühen Nachwendejahre sollte endlich ein Organ entstehen, das der Wahrheit verpflichtet ist und in dem sich die aufmüpfigen Elbhangbewohner wiederfinden. Nicht zuletzt spielte dabei auch der Wiederaufbau der barocken Kirchen in Loschwitz und Pillnitz eine große Rolle. Selunka erinnerte daran, dass Bürger die Rettung der Weinbergkirche Pillnitz erzwungen haben.

302 phantasievolle Titelbilder sind seit der Urnummer erschienen, die Ausgaben zum Elbhangfest mit gelben Farbnuancen, die Weihnachtshefte in Sepia. Die Gestaltung liegt in den Händen des Grafikers und Verlegers Holger Friebel. Er hält in seiner Werbeagentur die Hände über das Gelingen des Gesamtprodukts und zeichnet aktuelle Cartoons. Herausgeber sind ferner Jürgen Frohse und Dieter Fischer. Zu den Schauplätzen Loschwitz und Wachwitz sind nach und nach Niederpoyritz, Hosterwitz, Pillnitz, Bühlau und der Weiße Hirsch, Rochwitz, Oberpoyritz, Söbrigen und Blasewitz hinzugekommen. Im November 1996 konnte das Redaktionsbüro „presspunkt“ in der Pillnitzer Landstraße bezogen werden.

Die Jubiläumsausgabe zum „25.“ ist bereits im April mit stattlichen 40 Seiten herausgekommen. Aber noch bis zum 30. Juni läuft eine Leserumfrage, bei der es auch etwas zu gewinnen gibt. Übrigens, die allererste Schlagzeile lautete 1992: „Der Elbhang – ein Lebensgefühl“. Daran hat sich wohl nichts geändert.

Daten: Auflage: 4000 Exemplare; Erscheinung: monatlich; Umfang: durchschnittlich 25 Seiten; Preis: 1,50 Euro; Verkaufsstellen: u.a. auch in Meißen, Dippoldiswalde, Altenberg, Bad Schandau, Großenhain; Internet: www.elbhang-kurier.de

Von Genia Bleier

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