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Lokales Sehr komisch, Herr Sonneborn! Die PARTEI legt DNN aufs Kreuz - "Drobs" ist empört
Dresden Lokales Sehr komisch, Herr Sonneborn! Die PARTEI legt DNN aufs Kreuz - "Drobs" ist empört
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18:19 09.09.2015

Ein Sozialpädagogik-Student hatte sich in der Redaktion gemeldet und von seinem Engagement für junge Obdachlosen berichtet. Bei losen Treffen habe er mit ihnen auch über Politik diskutiert und eine erstaunlich konservative Haltung entdeckt. Das hätte uns stutzig machen müssen - tat es aber nicht!

Zum Treffen mit der Redaktion erschien der Student mit drei Obdachlosen: Studienabbrecher Fritz, Bürschte, der zwei Ausbildungen schmiss und vom Vater vor die Tür gesetzt wurde und schließlich Fitsche, dessen Eltern bei einem Unfall umkamen und der schlechte Zeiten in Pflegefamilie und Heim hinter sich hatte. Doch alles war - von der Isomatte über die Pfandflaschentüten bis zu den Lebensgeschichten - erstunken und erlogen!

Der Dresdner Kreisverband der von Satiriker Martin Sonneborn gegründeten "PARTEI" bekannte sich zu dem Streich. "Natürlich sind die wirklichen Wohnungslosen bei dieser Aktion die Verlierer", gab gestern PARTEI-Aktivist Robin Hohmann, der einen der Obdachlosen mimte, DNN gegenüber zu. Die etwa 300 Euro, die die falschen Wohnungslosen mit ihrem Auftritt auf dem Neumarkt und dem Verkauf der Zeitung eingenommen hatten, wollen sie nun spenden. "Das ist kein Scherz", betont Hohmann. "Sonst wäre es noch wesentlich geschmackloser als es schon war."

Nicht darüber lachen kann Edith Säuberlich, Projektkoordinatorin der Dresdner Straßenzeitung "drobs", von deren Verkauf Not leidende Dresdner profitieren. "Die jungen Männer haben mit der Vorspielung falscher Tatsachen den wohnungslosen Menschen geschadet. Es ist zu befürchten, dass künftig wirklich schwierige Lebensgeschichten ebenfalls als erfunden abgetan werden", sagt sie. Dabei sei es gerade für Wohnungslose und Langzeitarbeitslose wichtig, dass man sie ernst nimmt und ihnen zuhört. "Hoffentlich leidet die Glaubwürdigkeit unserer Straßenzeitung drobs nicht ebenfalls unter dieser Aktion", so Säuberlich. Dorothea Posegga-Affolderbach Vorsitzende des DROBS e.V. spricht von einem "Desaster, wie hier die Glaubwürdigkeit von Wohnungslosen und Arbeitslosen unterlaufen wurde".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.09.2013

M. Arndt

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