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Lokales „Seebrücke“ tischt vorm Landtag auf
Dresden Lokales „Seebrücke“ tischt vorm Landtag auf
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17:31 27.09.2018
Solidaritätsdemo für die Seenotretter der "Mission Lifeline" im Juli diesen Jahres Quelle: Anja Schneider
Dresden

Die Idee, einen „Mittagstisch für Menschenleben vorm Landtag“ zu veranstalten, kam den Organisationsmitgliedern der „Seebrücke Dresden“ durch eine passende Antragstellung des Bündnis 90/Die Grünen. „Seenotrettung ist kein Verbrechen – das andere Sachsen handelt!“ lautet der Antrag der Grünen. Innerhalb kürzester Zeit wurden Pläne geschmiedet, wie Signale in den Landtag gesendet werden können, und so verfrachteten die Verantwortlichen der Initiative ihre Aktion direkt vor die Türen des Landtags. Mittagessen und dabei auf dringende Themen aufmerksam machen, sind bislang selten kombiniert worden.

Wer sich also auf den Weg machte, um „ein Zeichen für einen menschlichen Umgang mit geflüchteten Menschen im Mittelmeer“ im Rahmen der Mittagspause zu setzen, der fand einen kleinen Stand mit Sitzbänken und provisorischer Küche vor, an dem reges Treiben herrschte. Die einen kochten, andere tauschten sich mit Grünen-Politikern über die im Landtag laufende Sitzung aus und manch anderer folgte den melodischen, elektronischen Klängen der zwei anwesenden Künstler verschiedener Dresdner Musikkollektive. In erster Linie sei man nicht aus politischem Interesse vor Ort, erklärt einer der DJs, sondern unterstütze die Aktion um mehr Menschlichkeit willen.

Neben Musik und selbst gekochtem Mittagessen gaben zudem Redner der Grünen-Partei ein inhaltliches Statement zur Seenotrettung ab. Volker Zschocke und Tina Siebeneicher von den Grünen unterstützten die Versammlung mit zielgerichteten Worten gen Landtag und forderten insbesondere Oberbürgermeister (OB) Dirk Hilbert (FDP) auf, dringend Farbe zu bekennen. Denn während die Debatten um das Thema Seenotrettung immer hitziger zu werden scheinen, gebe es dazu bislang keine klaren Worte seitens des OB, kritisierte Siebeneicher, Sprecherin für Asyl, Migration und Jugend der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat Dresden. Zu dem europaweit bekannt gewordenen Ereignis der privaten Seenotretter von „Mission Lifeline“ aus Dresden, die im Sommer diesen Jahres mit aus dem Mittelmeer geretteten Flüchtlingen in keinen europäischen Hafen einlaufen durften und mehrere Tage auf See umherirrten, schwiegen sowohl OB Hilbert als auch Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und sämtliche Mitglieder der Landesregierung Sachsen.

Heftige Kritik hagelte es deshalb auch von Aktiven der Organisation „Seebrücke Dresden“, die sich erst im Juni gegründet hat. Im Vergleich zu anderen Städten, in denen die mittlerweile internationale Bewegung „Seebrücke.org“ sehr viel Unterstützung durch die lokale Politik erfahre, fühle man sich hier in Dresden mit den Problemen sehr allein gelassen, meint Lennart Happe. „Anstatt Dresden für Gerettete zu öffnen, ein Musterbeispiel für die Menschen der Stadt zu sein und Verständnis zwischen Einheimischen und Geflüchteten aktiv zu fördern, ignoriert die Stadt Missstände. Und lädt wie selbstverständlich die Zuständigkeit für die Probleme auf den Schultern der Ehrenamtlichen ab“, erläutert Happe.

Auch Tina Siebeneicher berichtet Ähnliches: „In Dresden und ganz Sachsen gibt es so viele engagierte Menschen, die sich täglich für eine erfolgreiche Integration einsetzen oder sogar Menschen im Mittelmeer das Leben retten. Deshalb sollten Organisationen wie „Mission Lifeline“ von der sächsischen Politik auf jeden Fall mehr gewürdigt und unterstützt werden.“ Das würde laut Siebeneicher ein positives Signal von Dresden in den Rest der Republik und Europas senden.

Von MH

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