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Lokales Sechs Millionen Euro: Dresdner Unternehmen plant Expansion in China
Dresden Lokales Sechs Millionen Euro: Dresdner Unternehmen plant Expansion in China
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09:07 14.12.2018
Das junge Team von „Wandelbots“ wächst, derzeit sucht die Robotikfirma auch wieder neue Leute. Quelle: Wandelbots
Dresden

„Wandelbots“ aus Dresden bekommt sechs Millionen Euro frisches Kapital. Das hat das junge Robotik-Unternehmen mitgeteilt. Dahinter stehen Risikokapitalisten wie „Paua Ventures“ und der „EQT Ventures Fonds“, aber auch Bestandsinvestitionen. Mit dem Geld wollen die Dresdner ihr Industriegeschäft in Deutschland ausbauen und nach China expandieren.

„In den letzten elf Monaten sind wir von zwei auf 22 Mitarbeiter angewachsen“, erklärte Wandelbots-Geschäftsführer Christian Piechnick den Finanzierungsbedarf des jungen Unternehmens. „Die industrielle Nutzung unserer Technologie hat sich extrem schnell vollzogen.“

Wandelbots entstand im November 2017, gegründet von sechs Studenten der TU Dresden. Das erste Produkt, die „Wandelbox“, soll die Hürden für den Robotereinsatz auch in kleineren Unternehmen senken und die Umrüstkosten bei kleinen Produktionslosen selbst in großen Fabriken senken. Das Unternehmen hat dafür Sensorjacken, elektronische Handschuhe und Computerprogramme entwickelt, mit denen Menschen ihre künstlichen Kollegen aus Stahl und Plaste schnell anlernen können. Der Mensch macht dabei den Robotern die Arbeitsschritte vor, die Sensoren in den „intelligenten“ Textilien erfassen die Bewegungen, dann übersetzt eine Software diese Informationen in die Maschinensprache. Unter Umständen dauert es damit nur Minuten, bis ein Industrieroboter für einen neuen Arbeitsschritt angelernt ist. Dagegen dauert es bisher oft Wochen oder Monate, bis ein Industrieroboter von Kuka, ABB oder Fanuc in einer Fabrik umprogrammiert und wieder eingespielt ist.

Volkswagen Dresden und Infineon setzen die Wandelbots-Technik inzwischen testweise ein. „Um angesichts der rasanten Veränderungen in der Automobilindustrie wettbewerbsfähige Produkte anbieten zu können, brauchen wir mehr Kosteneinsparungen und mehr Geschwindigkeit in der Produktion und Automatisierung von Fertigungsprozessen“, erklärte VW-Innovationsmanager Marco Weiß. Die Wandelbots-Technologie eröffne erhebliche Automatisierungsmöglichkeiten. „Mit dem Angebot von Wandelbots kann die Installation und Einrichtung von Roboterlösungen von Teams mit begrenzten Programmierkenntnissen unglaublich schnell umgesetzt werden.“

Auch der chinesische Konzern „Midea“ verwendet die Wandelbots-Methoden. Und gerade im Reich der Mitte ist das Interesse an den sächsischen Robotik-Technologien groß, auch im medizinischen Sektor. Daher wollen die Wandelbots-Chefs Christian Piechnick und Georg Püschel auch gen Asien expandieren: „Wir sind aktuell dabei, unser erstes Büro in China zu eröffnen”, teilte Christian Piechnick mit.

Generell sehen die Dresdner nicht nur in der Industrie 4.0, sondern auch in anderen Sektoren Einsatzmöglichkeiten für ihr Know How. Zudem startet gerade ein neues Exzellenzzentrum „Ceti“ an der TU Dresden, das zu stark verbesserten digitalen Kleidern führen soll, die nicht nur per Sensor „fühlen“, sondern auch Menschen führen können.

Von Heiko Weckbrodt

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