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Sechs Jahre und zwei Monate wegen schweren Betruges

Gericht Sechs Jahre und zwei Monate wegen schweren Betruges

Wegen besonders schweren Betrugs in 96 Fällen hat das Dresdner Landgericht Paul L. zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt. Der 29-Jährige hatte sich mit drei dubiosen Geschäftsideen innerhalb weniger Jahre etwas mehr als 260 000 Euro ergaunert. Er nutzte die Gutgläubigkeit seiner Opfer aus.

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Wegen besonders schweren Betrugs in 96 Fällen hat das Dresdner Landgericht Paul L. zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt.

Quelle: Monika Löffler

Dresden. Wegen besonders schweren Betrugs in 96 Fällen hat das Dresdner Landgericht Paul L. zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt. Der 29-Jährige hatte sich mit drei dubiosen Geschäftsideen innerhalb weniger Jahre etwas mehr als 260 000 Euro ergaunert. Er nutzte die Gutgläubigkeit seiner Opfer aus, um ihnen Waren oder Grundstücke zu verkaufen, die er gar nicht besaß.

Der 29-Jährige war schon als Jugendlicher ein umtriebiges Kerlchen. Er begann zwar eine Malerlehre, fand diese aber zu anstrengend: „Zu viel Mühe für zu wenig Geld.“ Er verlegte sich auf unseriöse Geschäfte um schnell an Bares zu kommen. Seit Mai 2011 bot der Angeklagte über den Internet-Marktplatz E-Bay Kameras, Handys und ähnliches an, kassierte das Geld, aber lieferte nicht – kein Wunder, er besaß die Waren nicht.

Für die Betrügereien wurde er bereits zu einer Jugendstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Trotzdem machte er weiter und setzte sich, als gegen ihn erneut ermittelt und die Lage brenzlig wurde, nach Brasilien ab. Dort entwarf er Geschäftsmodell Nummer 2. Er erstellte die Internetseite „Restposten“ und bot „hochwertige Elektronikartikel zu kleinen Preisen“ an. Ein Kumpan in Deutschland eröffnete hierzulande mehrere Konten bei verschiedenen Banken, holte das Geld ab und bunkerte es oder brachte es nach Brasilien. Da ging es nicht mehr um Hunderte Euro, sondern um Tausende.

Es folgte Geschäftsidee Nummer 3. Paul L. stieg ins Anlagengeschäft ein, gab sich als Geschäftsführer eines erfolgreichen Immobilienunternehmens aus – einschließlich Werbevideo und Hochglanzprospekten, angemietetem Büro und einer Sekretärin in Berlin, die vom krummen Geschäft wohl nichts wusste. Er habe von der brasilianischen Regierung große Grundstücke erworben, die er jetzt kleinteilig an Anleger verkaufen wolle, hieß es da. Er versprach seinen Kunden Renditen bis zu 25 Prozent und das steuerfrei. Da hätte eigentlich jeder stutzig werden müssen, aber es fanden sich einige Anleger, die auf die Schnelle das große Geld machen wollten. Ein Kunde investierte zunächst 110 000 Euro und später noch einmal 80 000 Euro für ein Immobiliengeschäft zur Fußball-WM in Brasilien. Das Geld wurde wieder von Helfern von Deutschland nach Brasilien transferiert. Der Angeklagte plante wohl schon ein neues Geschäft, aber er wurde festgenommen und kam in Auslieferungshaft. Gut sei es ihm in Brasilien nicht gegangen, erzählte er. Er habe aus Angst vor den Behörden ein Leben auf der Flucht geführt und sei ständig umgezogen. Besonders schlimm sei die Zeit in der Auslieferungshaft gewesen, dort habe er sehr gelitten. Das kann man ihm glauben, Gefängnisse sehen dort anders aus als hier.

Der Angeklagte legte ein umfassendes Geständnis ab und ersparte dem Gericht damit eine langwierige Beweisaufnahme. Der 29-Jährige schreibt Entschuldigungsschreiben an seine Opfer, hat eine Schadensanerkenntnis abgelegt und bemüht sich um Wiedergutmachung. Paul L. hatte viele Leute um ihr Geld gebracht, aber man hat es ihm dabei auch leicht gemacht. „Da waren wohl nicht nur Sie gierig“, fand die Vorsitzende Richterin. „So billig können Handys gar nicht sein und Renditen heutzutage nicht so hoch.“

Von Monika Löffler

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