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Lokales Schwerer räuberischer Diebstahl: Angeklagter stieg nachts in Wohnung ein
Dresden Lokales Schwerer räuberischer Diebstahl: Angeklagter stieg nachts in Wohnung ein
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10:35 10.04.2018
Seit Montag muss sich Mohamed E. wegen schweren räuberischen Diebstahls vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Quelle: xcitepress/ce
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Dresden

Es muss ein furchtbares Gefühl sein, wenn man nachts friedlich schlummert, plötzlich seltsame Geräusche hört, und merkt, da ist ein fremder Mann im Zimmer. So ging es einer Studentin am 6. August 2017 auf der Jordanstraße. „Ich wurde wach, schaute von meinem Hochbett runter und sah einen Mann auf der Couch darunter sitzen“, erinnerte sie sich am Montag im Landgericht. Die 24-Jährige rief laut nach den Mitbewohnern der WG, worauf der Mann verschwand. Sie weckte eine Studentin, die im Nachbarzimmer schlief, die Frauen durchsuchten die Räume und fanden Mohamed E. schließlich in der Küche. Laut schreiend, mit Schuhen werfend trieben sie ihn aus der Wohnung.

Er hatte die Bauchtasche einer der Studentinnen mit deren Geldbörse bei sich und hielt der jungen Frau ein Messer entgegen, als sie ihm die Tasche wegnehmen wollte. Nachdem der Dieb weg war, stellten die Frauen fest, dass er zuvor schon einen Laptop, eine Kamera und Kassetten abtransportbereit in eine Tasche gepackt hatte, die er dann aber stehenließ.

Wegen schweren räuberischen Diebstahls muss sich der 30-Jährige derzeit vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Der Angeklagte räumte ein, über den Balkon in die Wohnung eingestiegen zu sein – beim Rest des Geschehens tat er sich allerdings schwer. „Ich dachte die Wohnung ist unbewohnt und deshalb bin ich über den Balkon geklettert, um mich hinzulegen.“ Er habe nichts stehlen wollen, beteuerte der Libyer zunächst. „Klauen wollte ich nicht, ich war besoffen und hatte das Gefühl, ich kann mich nicht mehr auf den Beinen halten“, sagte der 30-Jährige. Über den Balkon klettern ging aber offenbar noch ganz gut.

Später gab er, wenn auch häppchenweise und zögerlich, doch zu, die elektronischen Geräte eingepackt und die Bauchtasche genommen zu haben. Mit einem Messer hantiert zu haben, stritt er aber vehement ab: „Ich hatte kein Messer dabei.“ Das Besteckmesser könnte aus unserer Küche gewesen sein, erklärte eine der Studentinnen. Dort will der Angeklagte aber gar nicht gewesen sein. „Ich habe nur in der Tür gestanden, als ich den Ausgang gesucht habe“, erklärte Mohamed E. Das stimmt nicht. Wenn er über den Balkon in die Wohnung eingestiegen ist, landet er genau in der Küche und dort lag auch die Bauchtasche. Da gibt es noch einigen Klärungsbedarf.

Viel gestohlen wurde nicht – aber die beiden Studentinnen hat die Sache doch ziemlich beeindruckt, die eine etwas weniger, die andere mehr. „Ich bin in psychologischer Behandlung, weil ich oft Angstzustände habe“, erzählte die 24-Jährige. Sie wohnen nicht mehr dort – das war aber schon vorher so geplant. In eine Erdgeschosswohnung würden beide nie wieder ziehen. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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