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Lokales Schwere Zeiten für den Osterhasen: Mais- und Rapsfelder machen dem Wildtier des Jahres das Leben schwer
Dresden Lokales Schwere Zeiten für den Osterhasen: Mais- und Rapsfelder machen dem Wildtier des Jahres das Leben schwer
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23:35 09.09.2015
Ein Feldhase (Lepus europaeus) hockt auf einem Feld. Quelle: Julian Stratenschulte
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Schuld sind nicht die Jäger, betont er, obwohl der Feldhase auch in Sachsen von Oktober bis Mitte Januar geschossen werden darf. Seit Jahren liege die sogenannte Jagdstrecke bei Feldhasen zwischen 600 und 800 Tieren.

Im Jagdjahr 2013/2014 zählten die Jäger 598 getötete Hasen. „Aber zwei Drittel davon sind Opfer des Straßenverkehrs“, schränkt Richter ein. Die meisten Jäger verzichten auf die Bejagung des Hasen, weil sie sehen, dass es der Population schlecht geht. Dass sich diese freiwillige Beschränkung nicht automatisch in einem Anwachsen des Hasenbestandes niederschlägt, ist in erster Linie der modernen Landwirtschaft geschuldet. Die großen Mais- und Rapsschläge sind nichts für Mümmelmänner. Feldhasen lieben Wiesen, Weiden und andere offene Flächen. Selbst die Grünflächen von Gewerbegebieten können ihnen gefallen.

Dabei sind Hasen keine reinen Grasfresser, sie suchen nach abwechslungsreicher Nahrung, Kräutern zum Beispiel, erklärt Uwe Stolzenburg, Mitarbeiter beim Naturschutzinstitut Dresden. Früher fanden sie dieses Nahrungsangebot auch an den Feldrainen und Wegrändern. Die sind heute oft auf eine Breite von nur noch 30 Zentimetern geschrumpft, bedauert Stolzenburg. Daran änderte sich in den letzten Jahren kaum etwas und deshalb hat sich die Situation für den Feldhasen auch nicht verbessert.

Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild, die den Feldhasen in diesem Jahr zum zweiten Mal nach 2001 zum Tier des Jahres gekürt hat, weist darauf hin, dass dessen Überleben und insbesondere das der Junghasen nicht allein von landwirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig ist. Witterungseinflüsse bestimmten überregional das Überleben von Junghasen gerade zu den Hauptsetzzeiten, so der Verein. Nasskaltes Wetter besonders in den Zeiträumen Ende Februar bis Mitte März und Mitte April bis Mitte Mai führten zum Verkühlen der ungeschützt auf dem Boden geborenen Junghasen, was sich statistisch nachweisbar negativ auf den Hasenbestand im darauffolgenden Winterhalbjahr auswirke. Frost und Schnee bei trockener Kälte seien hingegen kein Problem.

Das alles bedeute aber nicht, dass die Langohren in Sachsen vom Aussterben bedroht sind, erklärt Steffen Richter. Nur muss man ein bisschen Glück haben, um einen Hasen zu Gesicht zu bekommen. Und das muss nicht unbedingt auf einer Wiese oder einer stillgelegten Fläche sein. Das kann auch in der Dresdner Heide passieren.

„Bei uns gibt es sogenannte Waldhasen, die das ganze Jahr über im Wald leben. Biologisch gesehen sind es aber trotzdem Feldhasen“, weiß Heiko Zuppke, Förster im Heiderevier Langebrück. Die Hasen kommen zum Beispiel auf die Hofewiese oder begnügen sich bei der Futtersuche mit den kleinen Waldwiesen in der Heide. „Ich selbst sehe auf der Hofewiese oft drei bis vier Hasen“, erzählt Zuppke. Geschossen werden sie auch in der Dresdner Heide nicht. „Seit 1990 gab es hier noch keinen Abschuss eines Feldhasen. Die Schäden, die sie anrichten, lassen sich verkraften“, sagt der Forstmann. So ist es also nicht ausgeschlossen, dass man beim Osterspaziergang durch die Heide den Osterhasen trifft.

Bernd Lichtenberger

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