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Lokales Schwebebahn erhält ein neues Zugseil
Dresden Lokales Schwebebahn erhält ein neues Zugseil
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16:07 12.04.2018
Roland Hetzer von der Bergbahn und Roland Meisriemel von der Firma Teufelberger gießen die 350 Grad Celsius heiße Legierung in eine Kapsel, um das Ende des neuen Seils zu verplomben. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

390 Meter lang, 2,3 Tonnen schwer – ohne das Zugseil geht bei der Schwebebahn in Loschwitz gar nichts. Nun steht bei der aktuell laufenden Revision auf der Bergbahn, die noch bis 27. April läuft, der Austausch des Stahlseils an. „Eigentlich halten solche Seile 15 Jahre, dieses hatten wir 16 Jahre im Betrieb“, sagt Carsten Lauterbach, der bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) Leiter der Bergbahnen-Abteilung ist. „Weil wir es gut gepflegt haben, hat uns der TÜV ein weiteres Betriebsjahr erlaubt.“

Das neue Seil soll gar eine Lebensdauer von 25 Jahren erreichen. Möglich macht das Technik, die der Dresdner Schmierstoffhersteller Elaskon entwickelt hat. Eine Permanentschmieranlage wird künftig das ganze Jahr für einen schützenden Fettfilm auf dem aus sechs Litzen mit jeweils 36 Einzeldrähten bestehenden Seilen sorgen. „Bisher haben wir das Seil zwei Mal im Jahr bei den Revisionen im Frühjahr und Herbst geschmiert“, sagt Bergbahnen-Chef Lauterbach. Weil dabei ordentlich Fett aufs Seil kam, kleckerte auch mal etwas vom Seil herab und musste von den Bergbahnmitarbeitern beseitigt werden. Das soll mit dem neuen System, bei dem ein fast transparenter Schmierstoff sparsam und permanent aufgetragen wird, nicht passieren. Die benachbarte Standseilbahn, bei der 2020 der nächste Seiltausch ansteht, soll dann ebenfalls mit der Technik ausgerüstet werden.

Quelle: Dietrich Flechtner

Mit einem eigens dafür konstruiertem Wagen haben die Bergbahn-Mitarbeiter das neue Seil mit dem alten verbunden und so beim Herunterziehen des altgedienten gleich das neue aufgezogen. Jetzt müssen noch die Seilenden verplombt werden, damit sie nicht aufdröseln. Das geschieht mit einer speziellen Blei-Zinn-Legierung, die auf 350 Grad Celsius erhitzt und dann in eine über das Seilende gestülpte Kapsel gegossen wird. Es handelt sich um einen relativ komplizierten Prozess, der acht Stunden dauert und alle fünf Jahre wiederholt werden muss. Bei der Schwebebahn erledigt ihn ein Experte der österreichischen Firma, die auch das neue Seil geliefert hat. Das Aufbringen des Vergusskegels ist auch der Grund dafür, warum erst jetzt nach Saisonbeginn an der Schwebebahn gearbeitet wird. „Wir brauchen dafür Außentemperaturen über zehn Grad Celsius, da hätten wir im Februar schlechte Karten gehabt“, sagt Lauterbach.

Vieles dreht sich bei der Schwebebahn ums Zugseil, aber auch nicht alles. So werden in den Kabinen auch einige zerkratzte Scheiben ausgetauscht, damit Fahrgäste einen guten Ausblick genießen können. Ebenso werden zusätzliche Schiebefenster zur besseren Belüftung eingebaut. Außerdem muss die vergangenes Jahr installierte neue Steuerungstechnik nach einem Jahr Betrieb noch einmal auf Herz und Nieren geprüft werden. Dazu gehören auch Bremstests unter Volllast, wobei gefüllte Wassercontainer die Passagiere ersetzen. Ebenso werden wie bei jeder Revision Fahrzeuge, Türen, Trägerkonstruktion und Antrieb untersucht und wenn nötig repariert. Insgesamt werden für die Arbeiten rund 50 000 Euro ausgegeben. Am 28. April ist die Schwebebahn dann wieder unterwegs, von 9.30 bis 20 Uhr ist sie dann meist alle Viertelstunden im Betrieb.

Von Uwe Hofmann

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