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Lokales Trotz steigender Konjunktur viele Dresdner in den Miesen
Dresden Lokales Trotz steigender Konjunktur viele Dresdner in den Miesen
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19:34 13.02.2018
„Von der Hand in den Mund“: Die Dresdner Schuldnerberatungen helfen Menschen in finanzieller Not.  Quelle: imago/Gerhard Leber
Dresden

 Rund 3700 Dresdner haben im vergangenem Jahr die freien Schuldnerberatungsstellen in der Landeshauptstadt aufgesucht. „Seit den letzen drei Jahren ist diese Zahl trotz steigender Konjunktur gleichbleibend“, sagt der Leiter der AWO-Schuldnerberatung Jens Heinrich. auf DNN-Anfrage. Das Beratungsangebot nahmen davon rund 2700 Menschen erstmalig wahr. Direkt oder indirekt haben die „AWO“, die „Caritas“ und die „Gemeinnützige Gesellschaft Striesen Pentacon“ auch rund 1900 verschuldete Kinder unter 18 Jahren beraten.

Der Großteil hat Mietschulden

 Knapp die Hälfte aller Neuklienten von Schuldnerberatungen haben 2017 Hartz IV bezogen. Mit 16 Prozent hatte der Großteil von ihnen Mietschulden. Neun Prozent konnten die Beiträge für die Energieversorgung nicht zahlen , acht Prozent konnten Buß- und Strafgeldaufforderungen nicht nachkommen.

„Bei diesen so genannten Primärschulden besteht sofortiger Handlungsbedarf, um Folgen für die Betroffenen wie Verlust der Wohnung, Unterbrechung der Stromversorgung oder eine Inhaftierung zu verhindern“, erklären die Beratungsstellen in einer gemeinsamen Mitteilung. .

Es wird mehr verschuldete Rentner geben

 Seit Jahren sind etwa 10 Prozent der Ratsuchenden Rentner. Das Problem: Die Miete und Lebenshaltungskosten steigen stärker als die Rente. „Es wird einen deutlichen Sprung geben“, blickt Heinrich in die Zukunft.

Dauerbrennpunkt in der Schuldnerberatung sind die steigenden Mieten in Dresden. „Angefangen von den Schwierigkeiten von Schuldnern mit negativem Schufa-Eintrag eine neue Wohnung zu finden, über den überproportional steigenden Anteil der Miete am persönlichen Gesamthaushalt bis hin zu drohender oder tatsächlicher Wohnungslosigkeit spielt das Thema in vielen Beratungssituationen eine wesentliche Rolle“, teilen AWO, Caritas und Striesen Pentacon mit. „Besonders junge Menschen sind bei der Gründung eines eigenen Haushalts überfordert“, spricht der Leiter der Schuldnerberatung aus Erfahrung. Zudem würden junge Leute von Werbung und aufdringlichen Geschäftsleuten überrollt.

Jeder Schuldenberg hat seine eigenen Geschichte

Hinter jedem Schuldenberg steckt eine persönliche Geschichte. „Immer häufiger führen auch persönliche Probleme wie Scheidungen und Trennungen zu finanzieller Not“, sagt Heinrich. In Dresden spiele auch die Beschaffungskriminalität eine Rolle bei der Schuldenanhäufung von Privatpersonen.

Zu den Aufgaben der Hilfsangebote gehören neben der Klientenberatung zudem Maßnahmen im Rahmen des Schuldnerschutzes, wie die Erhöhung des pfändungsfreien Betrags. Im vergangen Jahr haben die Mitarbeiter rund 1000 Bescheinigungen ausgestellt, die es Menschen mit einem Pfändungsschutzkonto ermöglichte, den Betrag darauf zu erhöhen. Zudem hat der Gesetzgeber im Juli vergangenen Jahres die Lohnpfändungstabelle angepasst und damit den Schuldnerschutz erhöht.

Warnung vor kommerziellen Angeboten

. Ihre Beratung wird kostenfrei und wird von der Stadt und dem Freistaat gefördert. Sie waren vor kommerziellen Angeboten, die mit Alternativen zu Privatinsolvenz werben.

Von tg

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