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Schulbau bleibt Schwerpunkt in Dresden

Zwei Milliarden Euro Ausgaben Schulbau bleibt Schwerpunkt in Dresden

Investitionen in Schulgebäude werden „noch lange ein Haushaltsschwerpunkt“ der Landeshauptstadt sein. Das kündigte Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann in Dresden an. Der CDU-Politiker geht davon aus, dass die Stadt einmal zu Gesamtausgaben von rund zwei Milliarden Euro in diesem Bereich kommen wird.

Klein, aber fein ist das Projekt an der 59. Grundschule „Jürgen Reichen“ auf der Kurparkstraße 12. Hier wurde der Pausenhof neu gestaltet, dabei gleich die angrenzende Seite des Schulgebäudes trockengelegt und der Eingangsbereich umgebaut.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Investitionen in Schulgebäude werden „noch lange ein Haushaltsschwerpunkt“ der Landeshauptstadt sein. Das kündigte Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann in Dresden an. Der CDU-Politiker geht davon aus, dass die Stadt einmal zu Gesamtausgaben von rund zwei Milliarden Euro in diesem Bereich kommen wird.

Erweiterung für 30. Grundschule

Quelle: Dietrich Flechtner

Die 30. Grundschule „Am Hechtpark“ wird teilsaniert und erhält einen Ersatzneubau für Schule und Hort. Im August 2018 soll der Neubau fertig sein, der unter anderem einen lichtdurchfluteten Speisesaal bieten wird, wie Projektleiterin Heike Sick vom Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung erläuterte. Im Oktober 2018 soll die Sanierung des Altbaus beginnen. Die Kinder, im letzten Schuljahr lernten hier 405 Mädchen und Jungen, sollen in der Bauzeit in mobilen Raumeinheiten auf dem Schulgelände unterrichtet werden. Die Neugestaltung der Freianlagen soll bis November 2020 abgeschlossen sein. Schon jetzt gibt es einen kleinen Kletterpark, der durch eine Spendenaktion der Eltern geschaffen werden konnte. „Der Schulgarten ist super“, lobte Bürgermeister Hartmut Vorjohann. Kosten für Neubau und Sanierung: 10,7 Millionen Euro, 2,4 Millionen Euro Fördermittel.

Vor zehn Jahren sei der Bedarf für den Schulhausbau auf 650 Millionen Euro kalkuliert worden. Davon seien inzwischen rund 550 Millionen verbaut worden. Bis ins Jahr 2021 hinein würden nochmals etwa 630 Millionen Euro verbaut. In diesem und im nächsten Jahr seien etwa 120 Millionen Euro eingeplant. Hinzu kommen alljährlich sogenannte Ausgabenreste, die fest für Bauprojekte eingeplant sind, aber noch nicht ausgegeben wurden. 100 Millionen Euro sind so aus dem Vorjahr übernommen worden. Das enorme Finanzvolumen stehe nicht zuletzt durch das Förderprogramm „Brücken in die Zukunft“ des Freistaats zur Verfügung. „Dresden ist die einzige Kommune in Sachsen, die das Geld vollständig in Schulen und Kindereinrichtungen steckt“, erläuterte Vorjohann. Der Bürgermeister verwies darauf, dass der Investitionsbedarf auch das Ergebnis von Entwicklungssprüngen in den jeweiligen einzelnen Projekten sei. So sei vor zehn Jahren eine Schule mit einem Investitionsbedarf von 1,5 Millionen veranschlagt worden, heute werde diese Summe inzwischen auf zehn Millionen Euro geschätzt. Das haben mit steigenden Baupreisen genauso zu tun wie mit der Erweiterung der Projekte.

Turmfalken stört Sanierung nicht

Quelle: Dietrich Flechtner

Bis August 2020 wird die Sanierung des Gymnasiums Dreikönigschule (DKS) auf der Louisenstraße 42 dauern. Der Komplex besteht aus drei denkmalgeschützten Gebäuden. Derzeit laufen die Arbeiten am Haus C. Ein Teil der Schüler ist ans Terrassenufer ausgelagert. Im Frühjahr 2018 wird das DKS komplett auf den Campus Tolkewitz ausgelagert. Dann beginnt die Sanierung von Haus A (bis August 2020). In Haus B und C werden ab Februar 2018 die Kinder der 15. Grundschule unterrichtet. Ab August 2019 wird Haus B saniert. Derzeit läuft in Haus C der Innenausbau. So arbeitet Tischler Noud Jansen historischen Türen auf. Das Gebäude ist mit allerlei Nistgelegenheiten versehen worden, so für Fledermäuse. Unterm Dach lebt ein Turmfalke. „Die Bauarbeiten haben ihn nicht gestört“, erklärte Nora Städel (Stesad). Kosten: 16,5 Millionen Euro, 1,25 Millionen Euro Fördermittel.

Bislang befinde sich die Stadt aufgrund der steigenden Schülerzahlen noch im Kapazitätsausbau. Mitte der 2020-er Jahre werde der Höhepunkt beim Bedarf an Schulen erreicht sein und dann im Gegensatz zum Einbruch nach der Wende nur langsam wieder zurückgehen. Vorjohann rechnet daher nicht mit der Entstehung von Überkapazitäten durch die jetzigen Investitionen. Sollten die Schülerzahlen in zehn Jahren tatsächlich sinken, wie derzeit prognostiziert, könne dies genutzt werden, um für eine bessere Raumsituation in den Schulen zu sorgen. Gegenwärtig würden die Gebäude soweit wie möglich ausgelastet.

Sporthalle statt Saal mit Säule

Quelle: Dietrich Flechtner

Das neue Grundschulgebäude in Rochwitz ist flach gehalten und fügt sich mit der verklinkerten Fassade besser in die kleinteilige Umgebung ein, erläutert Ines Neumer (Foto) vom Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung das Projekt auf der Hutbergstraße 2. Vor einigen Jahren feierte die dortige Schule ihr 130-jähriges Bestehen. Inzwischen musste sie für den Neubau Platz machen. Unter anderem soll die alte Schuluhr wieder integriert werden. Das Schmuckstück der 61. Grundschule „Heinrich Schütz“ wird aber zweifellos die Einfeld-Sporthalle, die auf dem Gelände mit entsteht. Das gab es bislang nicht. Die Schüler mussten in einem nahegelegenen Saal mit einer Säule in der Mitte Sport treiben. „Die Sporthalle ist das Schönste für uns“, freut sich Schulleiterin Regine Rogalla. Im Februar 2018 soll alles fertig sein. Kosten: 8,5 Millionen Euro (3 Millionen Förderung).

Vorjohann hatte in der Vergangenheit bereits erklärt, dass der Investitionsbedarf ohne Fördermittel nicht zu bewältigen sein wird. Daher hofft der Bürgermeister, Dresden könne auch in den Genuss von Geldern des Bundes kommen, die für finanzschwache Kommunen bereitgestellt werden. Dresden sei zwar schuldenfrei. Bei Großstädten müsse jedoch die erhebliche Belastung durch Sozialausgaben berücksichtigt werden. „Ich bin deshalb zuversichtlich“, erklärte Vorjohann. Bei eine Tour durch die Stadt präsentierte der Bürgermeister am Montag der Presse fünf aktuelle Schulbauprojekte, die zusammen mit einem Investitionsvolumen von rund 40 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Ingolf Pleil

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