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Lokales Schon 28 Asylbewerber sind obdachlos
Dresden Lokales Schon 28 Asylbewerber sind obdachlos
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17:08 28.06.2016
Die Plätze in den Asylbewerberheimen wie in Johannstadt sind nicht mehr vollständig ausgelastet. Quelle: dpa-Zentralbild
Dresden

Im Mai haben erstmals mehr Asylbewerber die Übergangsunterkünfte der Stadt verlassen als neue Personen zur Unterbringung zugewiesen wurden. 118 Asylbewerber musste Dresden im vergangenen Monat aufnehmen, 139 wurden aus den Übergangswohnheimen oder Belegwohnungen abgemeldet. Im April wurden 224 Neuzugänge und 168 Abmeldungen registriert, im März kamen 403 Asylbewerber in die Stadt und 204 verließen die Übergangsunterkünfte, im Februar kamen 276 und 84 Abgänge wurden gezählt, im Januar lagen die Zahlen bei 197 und 76. Laut Stadtsprecher Kai Schulz verfügt die Stadt gegenwärtig über 2350 Plätze in Übergangswohnheimen und 4450 in Wohnungen. Die zentralen Unterkünfte waren zu 80 Prozent ausgelastet (1878 Plätze belegt), die Wohnungen zu etwa 77 Prozent (3433 Plätze belegt).

Die Kosten für nicht ausgelastete Objekte lassen sich laut Schulz schwer beziffern. In den meisten Betreiberverträgen sei eine Vergütung für die Anbieter ausschließlich für belegte Plätze vereinbart worden. Manchmal sei bei der Kalkulation der Kostensätze eine Teilauslastung vorgesehen worden, die in der Regel bei 90 Prozent liege. Leere Plätze würden vorübergehend anerkannten Flüchtlingen zur Verfügung gestellt, die nicht sofort eigenen Wohnraum finden würden. „Sie müssen dafür eine entsprechende Benutzungsgebühr entrichten“, so Schulz.

Von Oktober 2015 bis Ende Mai hat die Stadt laut ihrem Sprecher 759 Wohnberechtigungsscheine an Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge erteilt. Dieser berechtigt einkommensschwache Haushalte, Wohnraum im Belegungsrechtsbestand der Landeshauptstadt anmieten zu können. Diese Wohnungen werden allerdings knapp. 2015 habe es einen „Nachfrageüberhang“ gegeben, so Schulz. 1213 Wohnungen seien als frei gemeldet worden, dem hätten aber 1828 Wohnberechtigungsscheine gegenübergestanden. Von Juni bis November dieses Jahres würden 477 belegungsrechtsgebundene Wohnungen zur Verfügung stehen.

Sozialarbeiter würden Asylbewerber mit hoher Anerkennungswahrscheinlichkeit auf die Anmietung von eigenem Wohnraum und die damit verbundenen Wege vorbereiten. Das Sachgebiet Wohnungsfürsorge des Sozialamtes vermittele Asylberechtigten und anerkannten Flüchtlingen belegungsrechtsgebundenen Wohnraum.

Die Verweildauer von Flüchtlingen in Übergangsunterkünften der Stadt ist deutlich gesunken. Waren im vergangenen Jahr von der Erstunterbringung bis zum Auszug aus den Wohnheimen oder Wohnungen noch 424 Tage ins Land gegangen, so sind es jetzt 356 Tage. Das spricht dafür, dass die Asylanträge vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge schneller bearbeitet werden.

Gegenwärtig sind laut Schulz in Dresden 28 Personen mit Aufenthaltstitel – davon 17 Männer, vier Frauen und sieben Kinder – als obdachlos gemeldet. Dabei handelt es sich vor allem um anerkannte Flüchtlinge und Asylberechtigte, die einen Aufenthaltstitel besitzen und damit das Freizügigkeitsrecht voll in Anspruch nehmen. Sie können dann nach Dresden kommen, ohne dass ihnen hier eine Wohnung zur Verfügung steht, so Schulz. „Das Sozialamt registriert diese Personen und bringt sie, wenn es erforderlich ist, als Wohnungsnotfall in einer Übergangsunterkunft unter.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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