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Lokales Schöner Schein und freche Sprüche – Das Carte Blanche wird 15
Dresden Lokales Schöner Schein und freche Sprüche – Das Carte Blanche wird 15
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12:00 11.09.2018
Vom Turm des Luisenhofs ließ Zora Schwarz jetzt bunte Luftballons mit Freikarten für ihr Theater in den Himmel steigen. Quelle: privat
Dresden

Beine, Busen, Perücken, Pailletten und seit einiger Zeit auch wohldosierte Muskelpakete begegnen uns mehrfach in der Stadt. Theater-Prinzipalin Zora Schwarz weiß, wie Marketing geht. Sie weiß ihr Travestie-Revue-Theater „Carte Blanche“ bunt und prächtig im Gedächtnis zu verankern. Nun ist auch noch der Turm des „Luisenhofes“ zu Zoras Werbebanner geworden. Das hat einen ganz speziellen Grund: Das „Carte Blanche“ existiert seit 15 Jahren als feste Einrichtung in Dresden und die Chefin möchte der Stadt weithin sichtbar Danke sagen.

Von ihrem Turm aus (bekanntlich gehört er tatsächlich zu ihrer Wohnung im „Luisenhof“) ließ sie jetzt 15 Luftballons in den Abendhimmel steigen, bestückt mit 15 Gutscheinen für die aktuelle Show. Den Findern viel Glück! Bis zum nächsten Herbst wird die gegenwärtige „Reise um die Welt“ noch andauern, denn den aufwendigen Kostüm- und Bühnenarrangements jeder Show wird eine zweijährige Laufzeit eingeräumt. Aber Zora wäre nicht Zora, wenn sie nicht neue Ideen ausbrüten und für Abwechslung in ihrem Reich in der Neustadt sorgen würde. So soll das Frech-Frivole, Üppig-Pompöse, Illusorisch-Geheimnisvolle, das wohl die meisten in „Europas schönstem Travestie-Theater“ (Eigenwerbung) erwarten, mit Gastspielen unterschiedlicher Unterhaltung ergänzt werden.

Zora Schwarz feiert 15 Jahre „Carte Blanche“ in Dresden. Davon kündet auch der Turm am „Luisenhof“. Quelle: privat

Die Chefin zielt auf ein breites Publikum und sie hat die Generation Ü 65 entdeckt. So gibt es jeden ersten Sonntag im Monat für diese Altersgruppe ein Senioren Spezial zum halben Preis. Beginn: 14 Uhr. Am späteren Nachmittag können alle wieder zu Hause sein, was gut ankomme. Der Spielplan für 2018/19 hält als Angebot für jedermann unter anderem das Berliner Kriminal-Theater („Tod auf dem Nil“), die Schmidt-Show aus Hamburg, Puppenspielerin Cornelia Fritzsche mit ihrer Ursula von Rätin, Varieté, Schlager und mehrere Solo-Auftritte von Gene Pascale bis Ikenna Benéy alias Whitney Houston bereit. Nicht zu vergessen natürlich The Sixx Paxx mit ihrer Menstrip-Show für Junggesellinnen-Abschiede und ähnliche Mädels- und Frauenabende.

Die bunte Mischung führt zum Jubiläumsmonat Juni 2019, in dem „Carte Blanche“ dann 35 Jahre besteht. 15 davon hat das Theater in Dresden zugebracht (eigentliche Eröffnung war im November). 1984 in Wuppertal als Tournee-Ensemble gegründet, kam Zora Schwarz 2003 erstmals in die Elbresidenz – und blieb auf dem ehemaligen Gelände von Pfunds Molkerei hängen. „Ich wollte eine feste Arbeit und eine Stadt, die mich ganz und nicht nur halbherzig aufnimmt“, erzählt sie. Das scheint geklappt zu haben. Schillernde Travestie mit Witz und Pep ist salonfähig, anderes wird weggelacht oder schnell wieder vergessen. Das 25-jährige Jubiläum konnte „Carte Blanche“ groß zu den Filmnächten am Elbufer feiern und für diesen Dezember ist ein Gastspiel im Rundkino angekündigt.

Zoras Welt - heute bestehend aus dem im Oktober 2015 eröffneten neuen Theater im ehemaligen Pfundschen Festspielhaus, aus Varieté-Theater, Hotel, Restaurant sowie Café & Cocktailbar - hat auch schwere Zeiten hinter sich. Erinnert sei nur an den Millionenschaden, den im Flutjahr 2013 die Prießnitz verursacht hat. Ein halbes Jahr musste das Theater während der Bauphase geschlossen bleiben. Doch das Publikum kam wieder. Nun also dankt Zora Dresden für 15 Jahre Treue. Den Turm am „Luisenhof“ übrigens hat sie längst beräumt, weil er wieder als Aussichtspunkt dienen soll. Die Stadt müsse nur noch dem Fluchtweg zustimmen, der im Fall der Fälle nur durch ihre Wohnung führen kann, sagt Zora Schwarz.

Von Genia Bleier

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