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Lokales „Schmuddelkind“ auf Heidefriedhof kritisiert Dresdner Erinnerungskultur
Dresden Lokales „Schmuddelkind“ auf Heidefriedhof kritisiert Dresdner Erinnerungskultur
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17:12 09.09.2015
Die am Freitag aufgestellte "Schmuddelkind"-Plastik kritisiert die offizielle Dresdner Gedenkkultur. Quelle: NoExcuses
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Eine Dresdner Gruppe, die sich „NoExcuses“ nennt, hatte das „Schmuddelkind“ nach eigener Aussage am Freitag aufgestellt. Es solle einen „erinnerungspolitischen Kontrapunkt“ zum trauernden Mädchen bilden, teilten die Kampagnenvertreter mit. „Dresden sieht sich wie dieses Kind als unschuldig, naiv und ohne Bewusstsein für sein eigenes Tun.“ Dresden sei jedoch in der NS-Zeit keine unschuldige Stadt gewesen, die Mehrheit der Dresdner Bevölkerung müsse man als Täter betrachten. Indem das „Schmuddelkind“ auf Chodakowskas Trauernden-Plastik zeige, benenne es „das trauernde Mädchen am Tränenmeer als Täterin und kehrt dessen Opfer-Symbolik um“. Den Namen „Schmuddelkind“ trage die Skulptur, „weil es mit diesen Aussagen in der Dresdner Erinnerungskultur als Nestbeschmutzer dasteht […] und ein Fleck auf dem Image der Stadt ist“.

Wie die Gruppe mitteilte, habe man die Skulptur auf dem Friedhof stehen lassen, wo sie aber offenbar bereits kurz nach dem Ende der kleinen veranstaltung von der Friedhofsverwaltung entfernt wurde. Am Abend stand die rund 40 Kilo schwere Statue nicht mehr,  teilte die Polizei auf Anfrage von DNN-Online mit. „Falls es die Aktion gegeben hat, und das hat es offensichtlich, wäre zu prüfen, ob überhaupt eine strafrechtliche Relevanz vorliegt“, sagte ein Beamter.

Vertreter des städtischen Friedhofs- und Bestattungswesens waren am Freitagabend nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Hinweis: Der Artikel wurde am Sonntag um die Information ergänzt, dass die Statue nicht wie ursprünglich geschrieben von "NoExcuses" wieder mitgenommen, sondern offenbar von der Friedhofsverwaltung entfernt wurde.

ttr

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