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Lokales Schmuckdesignerin Anke Jäger verarbeitet in ihren Ketten Elbmuscheln. Die liebte auch August der Starke
Dresden Lokales Schmuckdesignerin Anke Jäger verarbeitet in ihren Ketten Elbmuscheln. Die liebte auch August der Starke
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20:39 09.09.2015
Etwa ein bis zwei Stunden dauert es, bis Anke Jäger aus den einfachen Muscheln ein tragbares Schmuckstück gezaubert hat. Alle Exponate entstehen bei der Designerin in Handarbeit. Quelle: Dietrich Flechtner

Doch Anke Jäger werkelt in ihrem kleinen Atelier in Striesen keinesfalls an weit gereisten Südsee-Bewohnern. Die exotisch-anmutenden Kalkschalen stammen tatsächlich aus dem heimischen Elbgewässer. "Manchmal muss man eben gar nicht so weit weg gehn, um einen kleinen Schatz zu finden", meint die Designerin.

Diese ganz besonderen Schätze entdeckte Anke Jäger rein zufällig. Sie spazierte nichts ahnend an der Elbe entlang, als ihr plötzlich etwas Grünes aus dem Sand des Elbestrands entgegen schimmerte. "Ich wusste gar nicht, dass es solche schönen Muscheln in der Elbe gibt", berichtet die 41-Jährige über ihren erstaunlichen Fund.

Tatsächlich gibt es die Muscheln auch erst seit einiger Zeit wieder in der Elbe. Süßwassermuscheln sind auf besonders sauberes Wasser angewiesen, die schmutzschleudernde DDR-Industrie hatte ihnen vorübergehend den Garaus gemacht. Inzwischen ist die Elbe wieder sauber genug, so dass genügend Muscheln für Anke Jägers Kollektion wachsen und gedeihen können.

Zum Design ist die Freiberuflerin auf Umwegen gekommen: Nach der Ausbildung zur Zahntechnikerin vor 15 Jahren wollte die heutige Mutter unbedingt studieren. "Ich habe dann entdeckt, dass Schmuckdesign und Zahntechnik gar nicht so weit auseinander liegen", erzählt die Striesenerin. Die Techniken beider Berufe hätten viele Gemeinsamkeiten, also entschied sie sich für ein Design-Studium im mecklenburgischen Heiligendamm. Den Job als Zahntechnikerin hängte sie dann an den Nagel - um sich ganz und gar der Leidenschaft der "schönen Dinge" zu widmen.

Ihren Schmuck verkauft sie in verschiedenen Galerien in Dresden, Chemnitz und Erfurt. Zwischen 40 und 60 Euro kosten die Elb-Schmuckstücke von Jäger. Etwa ein bis zwei Stunden lötet, schleift und biegt sie an einem Exponat herum, bis es ihren Vorstellungen entspricht. "Reich werde ich damit nicht. Das war aber auch nicht mein Ziel", erklärt sie. Über Weihnachten musste die Designerin ihre Produktion vorübergehend einstellen. Denn die Muscheln sind nur bei Niedrigwasser zu finden. Erst jetzt im Frühling kann Jäger ihre Arbeiten langsam wieder aufnehmen.

Die Designerin ist nicht die einzige, die sich bislang für die Elbmuscheln begeistern konnte. Denn schon die feine Gesellschaft zur Zeit August des Starken schätzte die Schalentiere - damals jedoch nicht vorrangig aufgrund ihrer dekorativen Eigenschaften. Bei Hofe galten sie als Delikatesse.

Susann Schädlich

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