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Lokales Schmerzlicher Verlust für Dresden
Dresden Lokales Schmerzlicher Verlust für Dresden
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15:45 28.11.2018
Falk Schmidtgen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Die Bilder sind erschütternd: Ein zerschmettertes Fahrrad liegt auf der Fahrbahn. Der Radfahrer hatte keine Chance. Er wurde von einem betrunkenen Kraftfahrer in den Tod gerissen. Das Dresdner Rathaus trauert um Falk Schmidtgen, den Leiter des Schulverwaltungsamtes. Er war der 54-jährige Fahrradfahrer, der am Dienstagabend auf der Staatsstraße 81 zwischen Friedewald und Auer getötet wurde. Sein Tod löste Fassungslosigkeit bei Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU), den Mitarbeitern im Schulverwaltungsamt und in der gesamten Stadtverwaltung aus.

Schmidtgen war passionierter Radfahrer. Von seinem Wohnort in Coswig bis zum Schulverwaltungsamt in Blasewitz radelte er bei Wind und Wetter. Zu jedem Termin in Dresden und Umgebung erschien er mit Fahrradhelm und -tasche. 16 Jahre lang war er Fachbereichsleiter Bildung und Soziales in Coswig, ehe er 2007 an die Spitze des Schulverwaltungsamtes Dresden wechselte. Schmidtgen kam in einer Zeit, in der in Dresden die Mittel knapp waren und sich die Schülerzahlen im Sinkflug befanden. Keine gute Zeiten für die Bildungsinfrastruktur. Schulen mussten geschlossen werden, Schmidtgen stand häufig im Kreuzfeuer der Kritik von Lehrern, Eltern und Schülern.

„Der tragische Tod von Falk Schmidtgen hat mich persönlich tief erschüttert“, erklärt Hilbert. „Meine Gedanken sind jetzt vor allem bei seiner Familie und ich hoffe, sie findet Kraft und Trost in diesen dunklen Stunden. Falk Schmidtgen war ein geschätzter und hochgeachteter Kollege, der seine Anliegen mit viel Sachverstand und Beharrlichkeit vertreten hat. Er wird uns in der Verwaltung und insbesondere im Schulverwaltungsamt fehlen. Wir werden sein Andenken in Ehren halten.“

„Für uns alle im Geschäftsbereich Bildung und Jugend wird es schwer sein, wieder in den Arbeitsalltag zu finden. Der Schock über den Tod von Falk Schmidtgen sitzt tief und wird noch lange anhalten“, erklärt Vorjohann. „Ich habe mit ihm hunderte Stunden in gemeinsamen Gesprächen verbracht. Er hat mit viel Engagement um die Zukunft unserer Schulen gerungen. Er konnte ausdauernd für die Sache streiten, war dabei immer fair und vor allem sehr menschlich. Das große Vermächtnis von Falk Schmidtgen wird es sein, dass er als Amtsleiter eines der größten Schulbau- und Schulsanierungsprogramme der Bundesrepublik verantwortlich geleitet hat. Wir alle werden ihn sehr vermissen.“

„Niemand kannte sich so gut in der Thematik Schulnetzplanung aus wie Falk Schmidtgen“, sagt Jan Donhauser, Vorsitzender der CDU-Fraktion und ab 2009 als damaliger bildungspolitischer Sprecher unmittelbar mit Schmidtgen konfrontiert. „Es ist immer gut, auf Querdenker zu treffen, die einen herausfordern. Er war unbequem, aber er hatte Sachverstand und Weitblick.“ Schmidtgens erste große Herausforderung sei der Schulnetzplan für 2012 gewesen. „Er musste in Zeiten von Schulschließungen schon den Neubau von Schulen planen“, skizzierte Donhauser die Problematik. „Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Angehörigen und seinen Freunden. Wir wünschen ihnen alle erdenkliche Kraft, mit diesem unfassbaren Verlust umzugehen“, so Donhauser.

Falk Schmidtgen hinterlässt seine Frau und drei Kinder.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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