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Lokales Schlusspunkt unter Petition für Waldspielplatz
Dresden Lokales Schlusspunkt unter Petition für Waldspielplatz
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10:27 15.09.2017
Lange wurde um den Waldspielplatz gekämpft. Der Petitionsausschuss des Stadtrats setzte darunter jetzt einen Schlusspunkt. Quelle: PR/Waldspielplatz
Dresden

Abgesang für den bekannten Waldspielplatz: Das ursprüngliche Angebot im Albertpark hat keine Chance mehr. Der Petitionsausschuss setzte jetzt unter eine lange Debatte den Schlusspunkt. „Der Petition kann nur teilweise abgeholfen werden“, entschieden die Stadträte am Mittwochabend einstimmig. Im Klartext heißt das hier allerdings: Das ursprüngliche Angebot, für das die Autoren der Petition gekämpft haben, gibt es nicht mehr.

Wie berichtet, soll die Anlagen in der Dresdner Heide ab 2019 vom Grünflächenamt der Stadt verwaltet werden. Die Übernahme war Ergebnis der Gespräche in der Stadtverwaltung zur Suche einer neuen Finanzierungslösung, die der Jugendhilfeausschuss in Auftrag gegeben hatte. Bis zur Übernahme durch das Amt, das für die öffentlichen Spielplätze in der Stadt zuständig ist, soll sich der Träger eines Jugendhilfeangebotes im Jägerpark um den Platz kümmern. Dieses Angebot ist inzwischen an die Kulturleben UG vergeben worden, die zur Trägergesellschaft „Roter Baum“ gehört.

Seit Jahren wurde über den Platz diskutiert. Er erreicht nur zum Teil Personen, die in den Förderbereich der Jugendhilfe fallen. Daher sollte das Jugendamt schon in der Vergangenheit nach weiteren Partnern in der Verwaltung zur Finanzierung suchen. Das scheiterte lange Zeit. Mit der Übernahme durch das Grünflächenamt ist ein Ausbau des Platzes im Gespräch, der schätzungsweise 250 000 Euro kosten könnte. Auf der anderen Seite entfällt aber die pädagogische Betreuung auf dem Spielplatz. Diskussionen gibt es noch um die Kosten für die Planungen im Grünflächenamt, die aus Jugendhilfegeldern finanziert werden sollten. Der Waldspielplatz mit natur- und erlebnispädagogischen Angeboten und zwei Mitarbeiterinnen zur Betreuung war beliebt, mehr als 4000 Unterstützer fand eine Online-Petition zum Erhalt. Sie war von den Sozialpädagoginnen des Trägers forciert worden, die damit das Angebot und nicht zuletzt ihre Arbeitsstelle retten wollten. Sie betreuten Gruppen aus Kindergärten und Schulen auf dem Spielplatz, der 1991 – noch vom Jugendamt selbst betrieben – der erste betreute Waldspielplatz Deutschlands gewesen sei. Die Geschichte lässt sich sogar bis zu 130 Jahre zurückverfolgen, als die Volkswohl-Genossenschaft ins Leben gerufen wurde, um Bildungs- und Erholungsmöglichkeiten vor allem für Arbeiterkinder zu schaffen. Später gab es auch eine Waldschule. In der DDR-Zeit verschwand das Angebot weitgehend, nach der Wende wurde es wiederbelebt.

Viele junge Familien und Großeltern mit Enkeln nutzten zuletzt die natur- und erlebnispädagogischen Angebote wie Bogenschießen, Klettern am Baum, Ferienaktivitäten und Ferienfreizeiten. Teilweise wurden Kinder sogar zu Hause abgeholt, um ihnen den Aufenthalt auf dem Spielplatz zu ermöglichen, wenn sie sich allein nicht auf den Weg machen durften. Reichlich 100 000 Euro Förderung war dafür zuletzt nötig. Da jedoch nur etwa ein Drittel der Kinder zur Zielgruppe der Jugendhilfe-Gelder (7 bis 14 Jahre) gehörte, gab es stets Debatten darüber, schließlich stoppte die Stadt die Förderung für die Mitarbeiterinnen.

Ein im Jägerpark nötiges Jugendhilfeangebot sollte den Waldspielplatz mit nutzen können, Geld für ein permanent betreutes Angebot gab es nicht mehr. Der Träger des Spielplatzes zog sich zurück, so kam jetzt die Kulturleben zum Zug. Sie wird sich um den sozialen Brennpunkt Jägerpark kümmern, wo fast jedes zweite Kind unter 14 Jahren aus Familien kommt, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Ein technischer Mitarbeiter ist mit der Sicherung der Spielplatzanlage befasst. Ob es jemals wieder betreute Angebote gibt und in welcher Form, ist unklar. Roter-Baum-Geschäftsführer Tilo Kießling will nichts ausschließen: „Über die Perspektive des Waldspielplatzes muss beraten werden. Ich würde mir wünschen, dass wir an die Tradition des Vereins Volkswohl zu Dresden anschließen können.“

Von Ingolf Pleil

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