Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Schlüsseldienste: Abzockern geht es jetzt an den Kragen
Dresden Lokales Schlüsseldienste: Abzockern geht es jetzt an den Kragen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 15.09.2018
Initiative gegen Abzocke: der Betroffene Sebastian Günther (m.) läßt sich von Dirk Möller (l.) und Berater Martin Sulek vom BKA beraten. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Abzockmaschen haben viele Gesichter. Ob unverschämt hohe Rechnungen für Handwerksdienste, untergeschobene Verträge am Telefon oder Abofallen im Internet - jeder kann zum Opfer werden. Die Bandbreite dubioser Geschäftsmodelle ist riesig und wächst stetig. Genau dagegen will die Verbraucherzentrale Sachsen nun vorgehen.

Mit der „Initiative gegen Abzocke“ möchte die Zentrale vor unseriösen Marktakteuren schützen. „Ziel ist es, eine seriöse Wirtschaft zu fördern, Rechte durchzusetzen und Verbraucher zu stärken“, erklärt Andreas Eichhorst, Vorstand der Verbraucherzentrale Sachsen. „Abzocke geschieht massenhaft in unglaublich vielen Bereichen. Den meisten Opfern ist oft gar nicht bewusst, dass es sich dabei um eine Straftat handelt“, sagt Eichhorst.

Auch ein Justizminister sperrt sich mal aus

Auch andere Institutionen wie das Landeskriminalamt, die Polizei oder die Rechtsanwaltskammer beschäftigen sich mit ähnlichen Problemen. Deswegen wollen die drei Dienststellen zukünftig mit der Verbraucherzentrale zusammenarbeiten.

Eine Branche nimmt die Initiative gleich zu Beginn unter die Lupe: dubiöse Schlüsseldienste. In Sachsen stellen diese ein massives Problem dar, wie Zahlen der Verbraucherzentrale zeigen. Seit 2016 wurde dort mehr als 700 Beschwerden eingereicht. „Besonders im Internet stößt man auf fragwürdige Angebote, wenn man schnelle Hilfe sucht“, erklärt Dirk Möller, Kriminalhauptkommissar. So erklärt er sich, warum vermehrt junge Menschen zu den Opfern zählen.

„Auch ich habe mich schon mehrmals ausgesperrt“, erzählt Sebastian Gemkow, Justizminister und Schirmherr der Initiative. Einmal hatte er bereits selbst einen unseriösen Anbieter am Telefon.„Ich habe einfach aufgelegt und nach einem anderen Anbieter gesucht – da bin ich mit einem blauen Auge davon gekommen“, gesteht der Minister.

Abzockerliste warnt vor unseriösen Anbietern

Sebastian Günther, Barkeeper aus Dresden, hat es deutlich schlimmer erwischt. „Der Schlüsseldienst stellte zunächst seine Anfahrtkosten in Höhe von 200 Euro inklusive 100 Prozent Wochenendzuschlag in Rechnung“, erzählt das Opfer. „Da ich die Wegkosten sowieso hätte zahlen müssen und unter Druck stand, habe ich den Auftrag nicht mehr zurückgezogen“, erklärt Günther.

Anschließend zahlte der Betroffene direkt den Betrag von 420 Euro. Ein Fehler, wie der Geschädigte jetzt weiß. „Sofort bezahlen zu müssen sollte ein erstes Warnsignal sein“, verrät er. Der 35-Jährige wendet sich umgehend an die Polizei, die ihn an die Verbraucherzentrale weiter leitet. Mit deren Hilfe konnte mit Erfolg gegen den Dienstleister geklagt werden.

Die erste Maßnahme der Initiative ist nun eine „Abzockerliste“, die eindrücklich vor einigen Anbietern warnt. Die Rechtsreferentin der Verbraucherzentrale Stefanie Siegert betont dabei, nicht alle Unternehmen unter Generalverdacht stellen zu wollen. „Wir möchten unseriöse Anbieter von seriösen Unternehmen trennen und letztere damit unterstützen“, erklärt sie. Für noch mehr Transparenz wird nun ein Ausbau der Liste um weitere dubiose Anbieter in anderen Dienstleistungsbereichen angestrebt.

Eine Übersicht unseriöser Anbieter ist unter https://bit.ly/2p5JnGb einsehbar.

Von Annafried Schmidt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zwar sind die Schüler Alena, Lara und Georg noch gar nicht im Arbeitsleben angekommen, aber wie ihre Arbeit künftig einmal aussehen könnte, beschäftigt sie trotzdem. Die Schülerinnen haben sich bei der Zukunftskonferenz der Kinder im tjg gefragt, wie wohl die Digitalisierung der Landwirtschaft aussehen könnte. Die Ergebnisse sind bis Ende des Monats zu sehen.

15.09.2018

Im Elbepark, in Sichtweite der magischen Welt Sarrasanis hat seit Freitag ein Zirkus der gegensätzlichen Art seine Zelte aufgeschlagen: Der Zirkus des Horrors. Die Gäste zu gruseln – zumindest die erwachsenen – das gelang den Horrorartisten zwar nur bedingt. Dafür waren Teile der Premiere zum Brüllen komisch.

15.09.2018

1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass, zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute widmen wir uns dem Jahr 1966.

15.09.2018