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„Schluckimpfung“ am Uniklinikum Dresden für Kinder mit Diabetes-Risiko

Neues Studienzentrum eröffnet „Schluckimpfung“ am Uniklinikum Dresden für Kinder mit Diabetes-Risiko

Was bei Erdnuss-Allergie hilft, soll nun auch Kindern mit einem erhöhten genetischen Risiko für eine Diabetes-Typ -1 Erkrankung helfen. Im Uniklinikum Dresden ist dafür am Montag das „Studienzentrum Pädiatrie“ eröffnet worden, indem Diabetes gefährdete Babys und kleine Kinder vorbeugend über mehrere Jahre Insulin als „Schluckimpfung“ erhalten werden.

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Anette-Gabriele Ziegler vom Münchner Institut für Diabetesforschung (l.) eröffnet mit Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange das neue Pädiatrie-Zentrum.

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus

Dresden. Was bei Erdnuss-Allergie hilft, soll nun auch Kindern mit einem erhöhten genetischen Risiko für eine Diabetes-Typ -1 Erkrankung helfen. Im Uniklinikum Dresden ist dafür am Montag das „Studienzentrum Pädiatrie“ eröffnet worden, indem Diabetes gefährdete Babys und kleine Kinder vorbeugend über mehrere Jahre Insulin als „Schluckimpfung“ erhalten werden. Bei Kindern mit Erdnussallergie, die über einen längeren Zeitraum regelmäßig das allergieauslösende Protein schluckten, zeigten sich bereits in der Vergangenheit positive Gewöhnungseffekte. „In wenigen Jahren werden wir Typ-1-Diabetes im Griff haben“, sagt die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Dresdner Schirmherrin des europaweiten Forschungsprojekts, Eva-Maria Stange.

Täglich Insulinpulver für den Gewöhnungseffekt

Vor zwei Jahren wurde in Sachsen das Neugeborenen-Screening „Freder1k“ auf eine genetische Diabetes-Prädisposition erstmalig eingesetzt. Babys, die bei dem Test als genetisch vorbelastet erkannt wurden und bei Studienbeginn zwischen vier und sieben Monate alt sind, werden im Rahmen der „Point“-Präventionsstudie täglich Insulinpulver zu ihrer Breimahlzeit erhalten. Dadurch soll das Immunsystem trainiert werden und Insulin nicht mehr fälschlicherweise als Fremdstoff bekämpfen. „Aufbauend auf den Ergebnissen des Screenings können wir nun einen Schritt weitergehen und die Prävention voranbringen“, erklärt der Direkttor des Centers für Regenerative Therapien Dresden (CRTD). Ezio Bonifacio.

In dem neu eröffneten „Studienzentrum Pädiatrie“ in den Räumen der Uni-Kinderklinik werden die Eltern über die neue Studie informiert, für die Insulingabe geschult und die Kinder regelmäßig untersucht. Mit ersten Ergebnissen wird in rund sieben Jahren gerechnet. Typisch für Typ-1-Diabetes sei eine Autoimmunreaktion des Körpers auf Insulin im Alter von rund zwei Jahren, die ohne körperliche Symptome verlaufen kann. Erst später entwickelt sich daraus die Stoffwechselkrankheit, erklärt die Professorin Anette-Gabriele Ziegler vom Helmholtz-Institut München. Mit ersten Ergebnissen werde daher in rund sieben Jahren gerechnet. Neben dem Freistaat beteiligen sich auch Kliniken in Bayern und Niedersachsen sowie Schweden, Polen Großbritannien und Belgien an der Studie.

Hoffnung auch für Morbus Crohn-Patienten

Die Ärzte und Forscher hoffen aus der Studie über einen möglichen Gewöhnungseffekt auch Nutzen für Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn, ziehen zu können. Über die orale Gabe von bestimmten Stoffen könnte sich auch hier ein Gewöhnungseffekt positiv auf die Fehlreaktionen des Immunsystem auswirken.

Von Tomke Giedigkeit

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