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Lokales Schlotten dicht im Großen Garten
Dresden Lokales Schlotten dicht im Großen Garten
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14:01 03.09.2018
Der Anbau am Palais im Großen Garten kommt vergleichsweise schmucklos daher. Im Container befinden sich vorübergehend die Toiletten für Besucher, weil die eigentlichen Klos im Barockbau aktuell saniert werden. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Raustreten beim Austreten – wenn in diesen Tagen Besucher und Mitarbeiter des Palais im Großen Garten ein kleines (oder größeres) Bedürfnis überkommt, heißt es: ab vor die Tür! Aber keine Panik. Wer fürchtet, dass es deshalb zu ungebührlichen Szenen rund um das einstige Lustschloss kommt, weil sich Menschen in umherstehende Büsche oder gar Rabatten schlagen, darf beruhigt sein. Denn im Fall des Falles werden die Betroffenen zwar durch einen der großen Fensterbögen an der Nordseite hinausgeleitet – gelangen dort aber direkt und diskret durch einen kurzen aus Holzplatten und Plastiktafeln zu­sammengenagelten Tunnel in einen un­mittelbar neben dem Palais aufgestellten Toilettencontainer.

Der schlichte grauweiße Anbau, der ir­gendwie gar nicht zum barocken Prunk passt, war vor einigen Wochen aufgestellt worden. Weil die eigentlichen Toiletten im Palais aktuell saniert werden, musste Er­satz her. Also karrte der Freistaat den Container herbei. Die hölzerne Einhausung zwischen Palais und stillem Örtchen war wiederum notwendig als Witterungsschutz – und soll zugleich verhindern, dass während einer Veranstaltung im Pa­lais Un­befugte durchs geöffnete Fenster hineinschleichen, wie Tobias Lorenz vom zuständigen Sächsischen Im­mobilien und Baumanagement (SIB) erklärt.

Doch zurück zum locus ex­structionis, also der Baustelle, am locus secretus, dem Klo – im Palais. Dort rauschten seit mehr als 20 Jahren die Spülungen. Das ist zwar kein Alter im Vergleich zu dem vor fast dreieinhalb Jahrhunderten errichteten Pa­lais – für eine Schlotte, wie der alteingesessene Dresdner auch gern zum Klo sagt, allerdings eine stolze Betriebszeit. Schäden müssen repariert werden, insbesondere die Rückstausicherung bei Hochwasser- und Starkregenereignissen ist hinüber. Und: Natürlich werden die Toiletten zeitgemäß aufgehübscht und mit neuester Technik ausgestattet.

Damit aber nicht genug. Die Klos werden bei dieser Gelegenheit auch noch gleich neu angeordnet. Denn bisher gab es nur zwei offizielle Klos für Damen. Bei größeren Veranstaltungen mit vielen Be­suchern wurden Frauen deshalb mit auf die Personaltoiletten geschickt. „Diese werden zugunsten der Damentoiletten reduziert“, erklärt Tobias Lorenz.

Die Kosten für die Sanierung der Toiletten beziffert der Sprecher des Staatsbetriebs auf 275 000 Euro. Bis Ende November, Anfang Dezember, so schätzen die Verantwortlichen, sollen die neuen Toiletten fertig sein und der grauweiße Klocontainer wieder verschwinden. Dann be­ginnt im schmucken Palais wieder die Spielzeit von „A Christmas Carol“ – eine Veranstaltung, die längst Kultstatus be­sitzt. Rund zwei Stunden dauert eine Aufführung, inklusive einer Pause. Spätestens dann werden die neuen Toiletten bei kleinen oder größeren Bedürfnissen re­gen Zuspruch finden.

Von Sebastian Kositz

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