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Lokales Schlaganfall-Lotsen am Uniklinikum Dresden
Dresden Lokales Schlaganfall-Lotsen am Uniklinikum Dresden
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18:17 24.10.2016
Patientin Petra Rose (l.) mit ihrer Schlaganfall-Lotsin Heike Urban. Quelle: Foto: D. Flechtner
Dresden

Schlaganfälle sind eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland und die dritthäufigste Todesursache. Wer einen solchen Hirnschlag überlebt, steht danach vor einer großen Herausforderung. Vor allem die Vermeidung eines sogenannten Rezidivs, also eines erneuten Schlaganfalls, steht im Vordergrund. Dabei können sogenannte Schlaganfall-Lotsen helfen, wie sie am Uniklinikum Dresden eingesetzt werden.

Nach einer fünfjährigen Erprobungsphase startete Anfang Oktober offiziell das Projekt „SOS-Care“, eine Kooperation zwischen der Krankenkasse AOK und dem Uniklinikum - deutschlandweit die erste Initiative dieser Art. Demnach bekommen alle AOK-versicherten Schlagfallpatienten am Uniklinikum einen Schlaganfall-Lotsen zur Seite gestellt. Er begleitet den Patienten ein Jahr lang nach der Reha und soll das Risiko eines Rezidivs verringern. „Wir besprechen die richtige Medikation, animieren die Patienten zu einem gesunden Lebensstiel und informieren sie umfassend über ihr Krankheitsbild“, erklärt Heike Urban. Sie ist eine von zwei Mitarbeitern am Uniklinikum, die als Schlaganfall-Lotsen arbeiten.

Neben persönlichen Treffen zu Beginn der Betreuungszeit gehört auch ein monatlicher Kontrollanruf zu den Tätigkeiten der Lotsen. Beide betreuen gemeinsam rund 250 der insgesamt 900 Schlaganfallspatienten am Uniklinikum jedes Jahr. Neben der Zugehörigkeit zur AOK gibt es noch weitere Ausschlusskriterien. „Bei Patienten mit Pflegestufe zwei und höher sind die Lotsen wenig effektiv“, erklärt Dr. Jessica Barlinn, Leiterin von „SOS-Care“ am Uniklinikum.

Die AOK steht derzeit in Verhandlungen mit zwei weiteren Krankenhäusern in der Landeshauptstadt, die ebenfalls in das Projekt eingebunden werden sollen. „Damit würden wir in Dresden etwa 500 Patienten mit dem ’SOS-Care’ versorgen können“, erklärt AOK-Sprecherin Hannelore Strobel. Je Patient stellt die Kasse etwa 40 Euro im Monat zur Verfügung. Genau so viel, dass die Lotsen bezahlt werden können. Doch bislang liegt die tatsächliche Betreuungszeit der Lotsen fast doppelt so hoch wie vorgesehen. Für Dr. Barlinn trotzdem eine sehr effektive Methode: „Natürlich haben wir das bisher nur im kleinen Rahmen angewendet, doch das Risiko eines Rezidivs ist in unseren Studien signifikant gesunken.“

Von Sebastian Burkhardt

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