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Schlafsäcke zum Nikolaustag überreicht

Obdachlosenhilfe Schlafsäcke zum Nikolaustag überreicht

Am 6. Dezember übergab der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) der Dresdner Wohnungsnotfallhilfe 50 Schlafsäcke und Isomatten. Mit der Hilfsaktion sollen Dresdner Obdachlose unterstützt werden. Eine langfristige Lösung lässt jedoch weiterhin auf sich warten, kritisiert die SPD.

Michael Schulz, Leiter der Diakonie-Wohnungsnotfallhilfe und Peter Großpietsch, Geschäftsführer der ASB (r.), packen die Schlafsäcke aus.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Michael Schulz ist sichtlich erleichtert. Der Dresdner leitet die Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie-Stadtmission und bekam am 6. Dezember 50 Schlafsäcke und Isomatten überreicht. „Schlafsäcke für Obdachlose“ heißt die bundesweite Hilfsaktion des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), die unter anderem in Dresden umgesetzt wurde. „Die Schlafsäcke sind eine große Hilfe für diejenigen, die ohne gesicherte Unterkunft draußen leben“, erklärte Schulz und dankte dem anwesenden Dresdner ASB-Geschäftsführer Peter Großpietsch für das Nikolausgeschenk. „Dies ist unserer erste Aktion zur Unterstützung von Obdachlosen, vielleicht ist es jedoch der Beginn einer langen Tradition“, meinte Großpietsch bei der Übergabe der Schlafsäcke. Die Aktion solle vor allem den Menschen helfen, die für die kalte Jahreszeit keine Unterkunft finden.

In seiner Beratungsstelle an der Mohnstraße in Pieschen kümmert sich Michael Schulz mit seinen Kollegen um Obdachlose sowie Menschen in drohender Wohnungsnot, die zum Beispiel mit Räumungsklagen rechnen müssen. „Wir versuchen diesen Menschen das Gefühl zurückgeben, ein wertvoller Teil der Gesellschaft zu sein. Wir unterstützen sie beim Ausfüllen der Formulare und der Suche nach einer Wohnunterkunft. Im vergangenen Jahr hat unsere Einrichtung rund 600 Wohnungslose beraten sowie 500 weitere Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind“, sagte Schulz. Er geht davon aus, dass die Zahl der aufgrund der aktuellen Situation des Wohnungsmarktes weiter erhöhen kann.

„Ich bin mir sicher, dass die Diakonie diverse Möglichkeiten hat, die gespendeten Schlafsäcke sinnvoll für wohnungslose Menschen zu nutzen“, meinte Vincent Drews zuversichtlich. Der Sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion dankte dem ASB für die Hilfsaktion. „Vor allem in den von den Kirchgemeinden betriebenen Nachtcafés, in denen Obdachlose einen Rückzugsort finden, sind solche Hilfen sehr willkommen. Das liegt daran, dass die Einrichtungen bislang grundsätzlich nur durch Spenden finanziert werden“, so Drews weiter.

Der SPD-Sozialpolitiker findet auch klare Worte in Richtung Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke): „Für die Stadt Dresden muss diese Aktion aber auch heißen, die eigenen Strukturen und Angebote auf den Prüfstand zu stellen. Es gilt zu überlegen, ob es nicht weitere Einrichtungen für die Unterbringung von wohnungslosen Menschen braucht. Deswegen erwarten wir mit Spannung und Ungeduld das lang angekündigte neue Wohnungsnotfallkonzept der Stadtverwaltung. Wenn es endlich vorliegt, ist es an der Politik und der Zivilgesellschaft, die darin gemachten Vorschläge zu diskutieren. Es wird Zeit, diesen überfälligen Prozess zu beginnen.“

Von Junes Semmoudi

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