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Lokales Schimmel und Radon in Plauener Kita - Trotzdem sagt Dresden die Sanierung kurzfristig ab
Dresden Lokales Schimmel und Radon in Plauener Kita - Trotzdem sagt Dresden die Sanierung kurzfristig ab
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18:02 09.09.2015
Kita-Leiterin Isolde Wohlgemut steht im verschimmelten Keller. Quelle: Marion Doering

Grund: Statt der geplanten 1,5 Millionen Euro kostet das Projekt 500 000 Euro mehr und sprengt damit den finanziellen Rahmen des städtischen Haushalts. "Wir sind fassungslos, die Absage der Sanierung ist fahrlässig", sagt Sabine Wesener, Geschäftsführerin vom Unternehmen Kultur gGmbH, dem Träger der Kita.

Eigentlich sollte die Kita von September 2013 bis August 2014 grundlegend modernisiert werden. Da auf Grund der Kostensteigerung laut Stadtverwaltung "die haushaltsrechtliche Deckung der Gesamtmaßnahme nicht gegeben ist", soll die Sanierung nun um zwei bis vier Jahre verschoben werden. Doch so viel Zeit hat die Einrichtung in Dresden-Plauen nicht. Das Mauerwerk ist feucht, die Kanalisation ist defekt und lockt die Ratten, die Wände schimmeln in allen Etagen, Putz und Farbe fällt von Decken und Wänden. Im Keller steht das Wasser und an der Decke zur maroden Terrasse hin haben sich Kalkstalaktiten wie in einer Tropfsteinhöhle gebildet. Zudem wurde hier eine erhöhte Konzentration der radioaktiven Substanz Radon gemessen, weshalb im Vorjahr die Kinderwerkstatt geschlossen werden musste.

Vor allem der Schimmel sei für die Gesundheit der Kinder nicht tragbar, auch litten zwei Kolleginnen unter starken Asthma-Symptomen, sagt Wesener und drängt auf die sofortige Sanierung. Ohne sie könnte das Haus geschlossen werden und dann stände man in einer Stadt, wo Kita-Plätze rar sind, vor einem massiven Problem.

147 Kinder im Alter zwischen ein und zehn Jahren essen, spielen und schlafen in der "Villa Pat's Freunde", die als Krippe, Kindergarten und Hort fungiert. "Eine Schließung der Kita wäre eine Katastrophe", sagt Olaf Schumann, der Vater eines Kindergartenkindes. Gerade habe man sich wegen der Baumaßnahme auf den Umzug in ein Interimsgebäude eingestellt, jetzt habe die Absage der Stadt für neuen Aufruhr gesorgt. Am Donnerstag hielt Wesener die erste Kündigung von Eltern in den Händen. Nach der abgelehnten Sanierung möchten sie ihr Kind nicht mehr "in einem Umfeld von Schimmel, Radon und Rattenbelastung" betreut wissen.

Wegen 500 000 Euro die Baumaßnahme sterben zu lassen, ist für FDP-Stadträtin Barbara Lässig nicht tragbar. "Der Eigenbetrieb braucht 12 Millionen Euro pro Jahr für den Unterhalt der Kitas, die bekommt er im aktuellen Haushalt nicht", kritisiert Lässig. Schuld daran seien Kürzungen, die zugunsten von "Prestigeobjekten" vorgenommen wurden. Madeleine Arndt

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.06.2013

Madeleine Arndt

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