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Scheune solle ihren Vorplatz vom Schmuddelimage erlösen

Dresden – Äußere Neustadt Scheune solle ihren Vorplatz vom Schmuddelimage erlösen

Der Scheunevorplatz ist derzeit weit davon entfernt, das Herz der Dresdner Neustadt zu sein. Stadt und Polizei wollen das in diesem Jahr ändern. Bisher ist die Stadt selbst für den Platz zuständig – mit eher mäßigem Erfolg, wie Ortsamtsleiter Barth insbesondere mit Blick auf die Reinigung meint.

Der Scheunevorplatz ist derzeit weit davon entfernt, das Herz der Neustadt zu sein. Stadt und Polizei wollen das in diesem Jahr ändern

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. „Die Polizei kann die Probleme auf dem Scheunevorplatz nicht allein lösen“, sagt Polizeirat Matthias Imhoff. Der Leiter des für die Dresdner Neustadt zuständigen Reviers Nord hat einen wenig erbaulichen Auszug aus der noch nicht ganz durchgerechneten Polizeistatistik für das Jahr 2016 vorzuweisen: Die Anzahl der Straftaten sei angestiegen. Darunter auch die Zahl der Diebstähle vor allem solcher, bei denen Mobiltelefone und Geldbörsen oder ganze Rucksäcke verschwinden. Häufig passiere dies, wenn der alkoholisierte Besitzer gerade ein Nickerchen an der Haltestelle mache, wie Imhoff sagt.

Wirklich Sorge mache dagegen etwas anderes. Die Zahl der Rohheitsdelikte, insbesondere der Körperverletzungen steigt an. Probleme machten vor allem nichtdeutsche Täter, über deren Motive die Ermittler derzeit nur wenig wissen. Man könne schon davon ausgehen, dass es um die „Verteilung von Geschäftsfeldern“ gehe, wie Imhoff das umschreibt. Im Fokus: Der Scheunevorplatz, der schon länger als Drogenumschlagplatz in Verruf ist. „Wir haben dort eine mangelhafte Ordnung und Sicherheit“, sagt Imhoff. Das sieht Jutta Gerschner, die Abteilungsleiterin Gemeindlicher Vollzugsdienst, ganz ähnlich. Sie spricht von „großen Problemen“ und einer „Zunahme von Störungen“, der mit der ihr zur Verfügung stehenden Personal auch nach der Aufstockung um 15 Mitarbeiter kaum beizukommen sei.

Alles Stichworte für Ortsamtsleiter André Barth, der die gemeinsamen Bemühungen von Stadt und Polizei, dem Szeneviertel die Schmuddelecken auszutreiben, auf den Scheunevorplatz konzentrieren will. Sein erster Ansatz liegt dabei relativ nahe: Das Kulturzentrum Scheune soll als Betreiber seines Vorplatzes künftig die Verantwortung übernehmen. Bisher ist die Stadt selbst zuständig – mit eher mäßigem Erfolg, wie Barth insbesondere mit Blick auf die Reinigung meint. Genau deren Finanzierung ist auch ein Knackpunkt in den Verhandlungen zwischen Scheune und Stadt. Barth ist dennoch zuversichtlich, dass ein Vertrag zustande kommt. „Ein Zaun wird dann nicht gebaut, aber die Scheune könnte Veranstaltungen organisieren“, sagt Barth. Ein Mitternachtsflohmarkt oder eine Kopfhörerdisko seien denkbar.

Es ist ein Versuch, den Platz mit gewünschter Nutzung zu belegen. Flankiert wird das durch weiterhin scharfe Kontrollen von Ordnungsamt und Polizei. Dazu soll die Treppe vor der Scheune besser ausgeleuchtet werden und die mobile Jugendarbeit einen festen Anlaufpunkt auf dem Scheunevorplatz bekommen, vielleicht sogar einen Unterschlupf in einer Art Baucontainer. Aus diesem Punkt wird aber nur etwas, wenn der Jugendhilfeausschuss die Aufstockung der Streetwork der Diakonie um eine halbe Stelle zustimmt. Außerdem wünscht sich Barth, dass der von einer Neustadt-Einwohnerversammlung geforderte und vom Stadtrat bewilligte Neustadt-Kümmerer seinen Sitz am Scheunevorplatz bekommt. Die Stellenausschreibung für den Stadtteilmanager sei aber noch in Arbeit, räumt Barth ein. Er hofft dennoch, dass der Kümmerer „zu Beginn der warmen Jahreszeit“ seinen Dienst antreten kann.

Das ist der Zeitraum, der für die Neustadt-Bewohner vor allem zählt. Sie sollen zuvor bei einer erneuten Info-Veranstaltung vermutlich im März über neue Maßnahmen informiert werden, etwa die Pfandringe, die probeweise an zehn Papierkörben im Viertel installiert werden. Das soll den Glasbruch auf den Neustadt-Straßen vermindern, genauso wie die Verpflichtung aller neun Spätshops, die ab dem Frühjahr pfandfreie Glasflaschen der Nachtschwärmer annehmen. Bewährt hat sich das Müllkonzept für den Alaunplatz, wo von April bis Oktober große Papierkörbe aufgestellt werden und an fünf Tagen gereinigt wird. Das 20 000 Euro teure Programm, bei dem 2016 rund 370 Kubikmeter Abfall zusammenkamen, wird fortgesetzt, sagt Barth.

Von Uwe Hofmann

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21.11.2017 - 17:46 Uhr

Bis der Platz tatsächlich steht, werden aber noch einige Jahre ins Land gehen. Radebeuls Bürgermeister rechnet in etwa fünf Jahren mit dem Baubeginn.

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