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Lokales Scharfe Kritik von Dresdner Lehrern an Plänen für Bildungssystem in Sachsen
Dresden Lokales Scharfe Kritik von Dresdner Lehrern an Plänen für Bildungssystem in Sachsen
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07:43 20.04.2018
Lehrer des Gymnasiums Cotta kritisieren die Pläne des Freistaats für das Bildungswesen in Sachsen. Quelle: privat
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Dresden

Dresdner Pädagogen befürchten eine „Spaltung im Klassenzimmer“: Das von der Staatsregierung vorgelegte Handlungsprogramm für „nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität“ stelle eine ernste Bedrohung für den Frieden im Lehrerzimmer dar, erklärte eine Gruppe von Lehrern aus dem Gymnasium Cotta gegenüber den DNN. In einem längeren Diskussionsprozess haben die Frauen und Männer ein Position zur Bildungspolitik im Land entwickelt und sie unter die Überschrift „Halbherzigkeit, Hohn und Herabsetzung“ gestellt.

Kultusminister Christian Piwarz (CDU) wolle zwar durch die Verbeamtung der Lehrer, die noch nicht das 42. Lebensjahr vollendet haben, die Attraktivität des Lehrerberufes steigern und damit „nun endlich gegen den seit Jahren bestehenden massiven Lehrermangel vorgehen“. Bei den Cottaer Lehrern stößt das aber auf klare Kritik: „Wir Ü42 sind empört und fühlen uns von Seiten der sächsischen Regierung verhöhnt“, erklären die Pädagogen. Diese Haltung werde auch von den U42, also den Lehrern unter 42 Jahren, mitgetragen.

Nach Ansicht der Kritiker erhielten verbeamtete Lehrer – „ohne mehr Leistungen als die anderen Lehrer zu erbringen“ – ein Gehalt, das zwischen 500 und 1000 Euro netto über dem der angestellten Lehrer liege. Die Lehrer verweisen zudem auf gravierende Unterschiede zwischen Beamtenpension und Angestelltenrente. Die Anerkennung für die Lehrer, „die während der vergangenen Jahrzehnte ihren Dienst gewissenhaft und engagiert geleistet haben“, aber nicht verbeamtet werden, soll nach Ansicht des Kultusministers aus einem frei aufteilbaren Prämienbudget bestehen oder in einer für 20 Prozent dieser Pädagogen möglichen Höhergruppierung in die nächste Entgeltgruppe.

„Wir haben über Jahre hinweg den Schulbetrieb unter dauerhaftem Sparzwang, Zwangsteilzeit oder Stundenzahlerhöhung (die vorübergehend sein sollte) aufrechterhalten“, verweisen die Pädagogen auf die Belastungen der vergangenen Jahre. Die Schülerschaft sei stetig zu überdurchschnittlichen Ergebnissen bei Schulvergleichen geführt worden.

Die Lehrer stellen sich die Frage, was die Staatsregierung wohl meine, wie sich ihre „Wertschätzung“ auf die Motivation der Lehrkräfte auswirke. Einem Ü42–Kollegen sei im Internetforum des Kultusministeriums „zynisch“ mit einem Zitat des dänischen Philosophen S. Kierkegaard geantwortet worden: Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

Junge Kollegen würden befürchten, dass ein kollegialer Erfahrungsaustausch nicht mehr stattfinde und sie mit den meisten Aufgaben des schulischen Alltags allein gelassen würden. „Eine solche Spaltung des Lehrerzimmers darf niemand wollen“, erklärten die Lehrer.

Die neue Landesregierung habe durch ihre Ankündigung, die Bedingungen der Lehrer zu verbessern, sehr viel Hoffnung geweckt. Die jetzt angekündigten Maßnahmen kämen aber nur den jüngeren Kollegen zugute. Nachhaltigkeit bestehe nicht darin, „Löcher aus der Not heraus zu stopfen, indem man bei der Minderheit der Gymnasiallehrer Begehrlichkeiten weckt und die Mehrheit Ü42 diskriminiert.“ Etwa 75 Prozent der sächsischen Lehrerschaft seien älter als 42 Jahre.

Wie die Dresdner Autoren einer Online-Petition zum sächsischen Bildungssystem, die rund 6500 Unterstützer gefunden hat, so fordern auch die Cottaer Lehrer die Staatsregierung zum Dialog über „nachhaltige Bildungsqualität“ auf. Sie verstehen unter Wertschätzung „gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit“.

Von Ingolf Pleil

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