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Lokales Schädel zu verleihen - Studenten schaffen anatomische Modelle für die Dresdner SLUB an
Dresden Lokales Schädel zu verleihen - Studenten schaffen anatomische Modelle für die Dresdner SLUB an
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20:31 09.09.2015
Ein geduldiger Patient: Medizinstudentin Emilia Weiser (22) freut sich über das kürzlich angeschaffte Modell und testet gleich mal die Bissfestigkeit. Quelle: Christian Juppe

Außerdem werden die Räume nun von zwei Skeletten bewohnt, die jedoch im Haus bleiben müssen. Das mag auf den ersten Blick skurril erscheinen, wird aber gut angenommen: Gleich zu Beginn waren alle Schädel verliehen und sind nun schon weit im Voraus reserviert.

Dass eine Unibibliothek auch menschliche Schädelmodelle zum Verleih anbieten sollte, erscheint Medizinstudent Steven Große ganz selbstverständlich. Schließlich könne man die Anatomie des menschlichen Körpers ja nicht nur stur aus Büchern lernen. "Gleich zu Beginn des ersten Semesters fragte ich in der SLUB nach einem Schädel, erntete dafür jedoch nur irritierte Blicke.", so der 24-Jährige. Er sei enttäuscht gewesen über den Mangel an Lehrmaterialien an der Uni der sächsischen Landeshauptstadt. Also ergriff er selbst die Initiative, um die Studienbedingungen zu verbessern. Gemeinsam mit seinem Kommilitonen Robert Bozsak rief er eine vom Fachschaftsrat (FSR) Medizin ausgehende Spendenaktion ins Leben. Für eine Kooperation konnten sie das Deutsche Rote Kreuz gewinnen. Dort wurde im Dezember vergangenen Jahres zum Blutspenden aufgerufen und von dem Erlös - immerhin 500€ konnten die Modelle angeschafft werden. Vor einem Monat, am 13. Februar, wurden diese feierlich an die SLUB übergeben. Doch für die beiden angehenden Mediziner ist die Sache damit noch längst nicht abgeschlossen, denn was mit ein paar Knochen begann, hat sich zu einem größeren Projekt entwickelt: Aus der einmaligen Aktion entstand der "Förderfonds Lehre" mit dem Ziel, die Lehre der medizinischen Fakultät zu verbessern. Dafür möchten die Studenten eine sogenannte "Drittmittelkultur" anstoßen, also Privatpersonen und Unternehmen als Geldgeber gewinnen. Im Forschungssektor ist diese Praktik schon längst etabliert. "Die Lehre kommt dagegen häufig zu kurz", klagt Boszak. Deshalb soll das neue Projekt die Finanzierung von Materialien und langfristig auch von Personal ermöglichen, für die der Universität die Mittel fehlen. Tatsächlich scheinen die Bemühungen zu fruchten: Kurz nach Übergabe der Skelette fügte eine private Spenderin noch ein menschliches Herzmodell hinzu. Weitere Anschaffungen sind schon geplant. Doch zuerst müssen die beiden Skelette, die zum Präsenzbestand der Slub gehören, noch getauft werden. Namensvorschläge können per Mail oder Facebook an den FSR gesendet werden. Eine öffentliche Abstimmung zwischen den besten fünf Ideen wird es zu Beginn des Semesters geben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.03.2014

Mareike Hauff

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