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Lokales Satellit der TU Dresden startet zur ISS
Dresden Lokales Satellit der TU Dresden startet zur ISS
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12:50 16.03.2017
Dr. Tino Schmiel inspiziert den Nanosatelliten SMP2 letztmalig vor der Übergabe an die NASA.  Quelle: TU Dresden
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Dresden / Cape Canaveral

 Mehrere Experimente des Instituts für Luft- und Raumfahrtechnik der Technischen Universität (TU) Dresden werden in der kommenden Woche mit an Bord einer Atlas-V-Rakete sein. Sie startet am Mittwoch, 22. März, vom amerikanischen Cape Canaveral zur internationalen Raumstation ISS, von wo aus der Nano-Satellit SOMP2 (Student On-Orbit Measurement Project) im April seine Arbeit starten wird.

SOMP2 ist lediglich 20 mal 10 mal 10 Zentimeter groß und nicht einmal zwei Kilogramm schwer. Er erfasst Weltraumpartikel sowie restliche Gase wie atomaren Sauerstoff und liefert somit Informationen über die Thermosphäre, die sich in 80 bis 600 Kilometern Höhe befindet. Über die Dynamik und Zusammensetzung dieser Atmosphärenschicht ist bislang sehr wenig bekannt. Anhand der Daten könnten Klimavorhersagen optimiert und neue Atmosphärenmodelle erarbeitet werden.

Das Sensorsystem FIPEXnano, das von den Dresdner Forschern entwickelt wurde, ist gleichzeitig in 14 weiteren Satelliten verschiedener internationaler Entwickler verbaut worden, die zeitgleich ihre Arbeit aufnehmen werden.

„Nur kurze Zeit nachdem SOMP2 von der Raumstation in 415 Kilometer Höhe entlassen wird, aktivieren sich die Systeme selbstständig“, erklärt Yves Bärtling, Koordinator der technischen Entwicklung des Satellits. „Die Solarzellen laden die Batterien und wenn alle Systeme funktionieren, beginnt die Wissenschaftsphase der Mission.“ Dann können die ersten Daten auf der Erde empfangen und aufgezeichnet werden. Pro Überflug haben die Wissenschaftler dafür jedoch nur fünf bis acht Minuten Zeit.

Doch diese Messung ist nur eines der Aufgabengebiete des Nano-Satellits, wie Dr. Tino Schmiel, Leiter des Forschungsfeldes Kleinsatelliten und Spin-Off-Technologien, verrät. „Mit dem Experiment CiREX werden verschiedene Nanomaterialien auf ihre Einsatzfähigkeit in der besonderen Umgebung des Weltraums getestet.“ Außerdem wird im Rahmen des Experiments TEG getestet, ob Solarzellen die Wärme und das Licht der Sonne einfangen und mit der Elektronik innerhalb des Satelliten in Strom umwandeln können.

„Zu allererst ist diese Mission jedoch ein studentisches Forschungsprojekt. Mit der Arbeit an dem Satelliten und den von ihm erfassten Daten bilden wir Studenten aus“, so Dr. Schmiel. Auch Prof. Dr. Martin Tajmar, Direktor des Institutes für Luft- und Raumfahrtechnik, weiß: „Die Studenten standen vor großen Herausforderungen, die Systeme müssen im sehr rauen Weltraum funktionieren und den Start überleben. SOMP2 gab die einmalige Möglichkeit, praxisnah vieles zu erlernen.“

Struktur, Energiesystem, Kommunikationssystem, Thermalkontrolle – alles wurde von den Studenten selbst entwickelt und an der Fakultät Maschinenwesen zahlreichen Belastungstests unterzogen. Das Wissenschaftsteam – neben Dr. Schmiel und Bärtling auch noch Christian Schunk, Elisabeth Abbe, Alexander Zwiebler und Tom Henschel – können daher den Start kaum erwarten.

„Unsere Studenten haben mit SOMP2 die Freigabe für einen Start zu einer bemannten Station erhalten. Mehr geht nicht!“, freut sich Dr. Schmiel.

Von Gerrit Menk

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