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Lokales Salonschiff „August der Starke“ bekommt in Dresdner Werft eine Schönheitskur
Dresden Lokales Salonschiff „August der Starke“ bekommt in Dresdner Werft eine Schönheitskur
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12:28 18.02.2017
Werftvorarbeiter Falk Naumann zeigt, wo das A beim „August“ seinen Platz hat. Zuvor müssen aber drei Schichten neue Farbe aufgetragen werden. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

August der Starke muss sich ja vieles nachsagen lassen, fehlende Triebkraft gehört allerdings nicht dazu. Damit das auch für das nach dem Sachsenkurfürsten benannten Salonschiff der Sächsischen Dampfschiffahrt gelten kann, wird derzeit einiges getan. Das 24 Tonnen schwere Schiff liegt in der Laubegaster Werft an Land und bekommt ein gänzlich neues Antriebssystem. Drei sogenannte Shuttle werden bis zum Beginn der Schifffahrtssaison in seinem Rumpf verbaut, erläutert Falk Naumann, Vorarbeiter der Werft. Die Gerüste, die das 600 Passagiere fassende Schiff derzeit komplett verhüllen, haben aber einen ganz anderen Grund.

Seit 1994 ist das Salonschiff „August der Starke“ auf der Elbe unterwegs. Jetzt lässt es die Sächsische Dampfschiffahrt zum ersten Mal im großen Stil überholen. Das 24 Tonnen schwere Schiff liegt in der Laubegaster Werft an Land und bekommt unter anderem ein gänzlich neues Antriebssystem.

„Die Fenster des Restaurants werden vollständig ausgetauscht“, sagt Naumann. Ursprünglich war es geplant, dafür ein etwa sechs Meter hohes Gerüst rings um den Schiffsrumpf zu errichten. Weil der Lieferant der Fenster – es handelt sich wegen der trapezförmigen Scheiben um Spezialanfertigungen – länger gebraucht hat als vermutet, hat man sich für eine komplette Einrüstung entschieden. Etwa 1500 Quadratmeter Gerüstfläche haben Mitarbeiter der Roßweiner „Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH“ innerhalb von einer Woche errichtet, rechnet Ingolf Stuber, einer der Geschäftsführer, vor. Hinzu kommen 500 Quadratmeter Dachfläche, damit die Arbeiten unabhängig von der Witterung voranschreiten können.

Das Ergebnis ist eine Art dünnwandiges Haus, in dem das Schiff steckt. Naumann weiß mit den bis zu zehn eingesetzten Arbeitern die erstmals in der Laubegaster Werft erprobte Hülle nicht nur beim Fensterbau gut auszunutzen. So hilft eine Heizung beim Trocknen der insgesamt drei Farbanstriche, die in diesen Tagen auf den Rumpf aufgetragen werden. Etwa 500 Liter Farbe werden insgesamt aufgetragen. Alle fünf Jahre ist diese Prozedur bei den Salonschiffen „August der Starke“ und „Gräfin Cosel“ nötig – in diesem Jahr geht es damit dank Heizungswärme schneller voran. Viel Zeit bleibt auch nicht mehr: Am 6. März wird abgerüstet, am 14. März soll „August der Starke“ wieder in der Elbe schwimmen und – sollten alle Probefahrten bis dahin positiv enden – am 18. März die Saison eröffnen.

Bis dahin bleibt viel zu tun. Denn seit seiner ersten Fahrt 1994 ist es die erste größere Überholung für „August“. Nötig ist sie allemal. „Die Antriebe sind einfach verschlissen“, sagt Naumann. Im gleichen Arbeitsgang wird auch die Elektrik und die Steuerung erneuert. Die Arbeiten an den Fenstern sind nötig, weil sie außen an der Schiffswand angebracht sind. Wind, Wetter und Wasser, vor allem aber der Rost haben an der Fassung gearbeitet, weshalb einige der Fenster undicht geworden sind. Außerdem wird der Fußboden im Passagierbereich erneuert. 500 000 Euro zahlt die Sächsische Dampfschiffahrt insgesamt dafür.

Einige dieser Arbeiten hat das Zwillingsschiff „Gräfin Cosel“ schon hinter sich. So hat das nach der berühmten Mätresse benannte Schiff schon vor zwei Jahren einen neuen Antrieb erhalten, wie Naumann sagt. Neue Fenster werden dort allerdings erst in der nächsten oder übernächsten Winterpause eingebaut – vielleicht wieder mit Komplettverhüllung.

Von Uwe Hofmann

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