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Lokales Sag mir, wo die Bäume sind!
Dresden Lokales Sag mir, wo die Bäume sind!
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13:34 03.10.2018
Die Stelle an der Pizzeria "Osteria", an der bislang der Baum stand. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Mehr Grün in der Stadt fordern die Grünen im Stadtrat und mehr Straßenbäume. Dass politische Forderungen die eine Sache sind und die Realität eine andere, musste die Fraktion jetzt am eigenen Leib erfahren. Der Fraktions-Baum ist spurlos verschwunden. Und keiner weiß, wo er hin ist.

Rückblende: Es war zum „Tag des Baumes“ im April, da pflanzte Fraktionsvorsitzender Thomas Löser auf der Kreuzstraße gegenüber vom Rathaus einen Baum. Einen Eisenbaum, um genau zu sein, manchmal auch Persischer Eisenholzbaum genannt. Ein Prachtexemplar für einen Ort, an dem im Februar noch ein Baum stand, der Erdarbeiten zum Opfer gefallen war. „Wir finden, dass es viel zu lange dauert, bis ein gefällter Baum ersetzt werden kann“, erklärte Löser die Aktion, für die er sich von der Verwaltung keine Genehmigung eingeholt hat.

Der Sommer war lang und trocken, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Grünen-Fraktionsgeschäftsstelle spendeten dem Eisenbaum gar mache Gießkanne Wasser. Die Blätter färbten sich gelb, aber das ist auch normal bei einem Eisenbaum. Doch vor wenigen Tagen, da war da kein Baum mehr. Spurlos verschwunden das bisschen Stadtgrün, die Erde fachmännisch festgeklopft. Aus der Baum, gewissermaßen.

Irgendjemand hat den Baum ausgegraben, aber wer? Der Verdacht fiel auf die Stadtverwaltung, aber die dementiert vehement: „Wir haben die Entfernung nicht angeordnet“, teilte der Geschäftsbereich Umwelt und Kommunalwirtschaft mit. Wäre ja noch schöner. Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen ist schließlich Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen. Und sie kündigt Großes an.

Grün soll es werden auf Kreuzstraße, Schreibergasse, An der Mauer, Schulgasse und Seestraße, also mitten im Zentrum: „Aufgrund der vorhandenen stadträumlichen Prägung und der Nutzungsstrukturen sehen wir die Priorität dafür derzeit in der Kreuzstraße. Eine Vorprüfung ergab, dass auf der nördlichen Gehwegseite mehrere Baumpflanzungen realisierbar wären“, macht die Umweltbürgermeisterin Mut. Es würden nicht nur Planungen für Ersatz im Umfeld des verschwundenen Eisenbaums laufen, sondern für die Pflanzung mehrerer Bäume. „Diese sind jedoch noch nicht abgeschlossen.“

Die Pflanzaktion der Grünen war also die Initialzündung für die großflächige Innenstadtbegrünung, immerhin. Auch wenn der Eisenbaum jetzt vermutlich in einem Privatgarten wächst und gedeiht. Hoffentlich.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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