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Lokales Sächsische Dampfschiffahrt schreibt schwarze Zahlen
Dresden Lokales Sächsische Dampfschiffahrt schreibt schwarze Zahlen
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08:24 28.03.2018
Auf dunkle Wolken folgt Sonnenschein: Dampfschiffahrtschefin Karin Hildebrand hofft auf eine gute Saison. Von einem Schiff muss sie allerdings Abschied nehmen. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

„Es war keine schlechte Saison“, sagt die Chefin der Sächsischen Dampfschiffahrt, Karin Hildebrand, über das vergangene Jahr. Damit drückt sie sich wesentlich vorsichtiger aus, als noch 2017, als Hildebrand von einem „gigantischen Jahr 2016“ sprach. Dennoch hat die Dampfschiffahrt Gewinn gemacht, auch wenn die Chefin das ebenfalls nicht in Zahlen ausdrücken möchte: „Das negative Eigenkapital ist wieder im Plus“.

„Ein Ritt auf der Rasierklinge“

Obwohl die Dampfer 2017 durchgängig mit Niedrigwasser zu kämpfen hatten, gab es deshalb keinen Ausfalltag. Dennoch konnte an insgesamt 28 Tagen nur nach eingeschränktem Plan gefahren werden. „Jeden Morgen prüften wir den Wasserstand und konnten erst dann entscheiden, wie viele Tickets wir verkaufen können“, erinnert sich Hildebrandt an den letzten Sommer. Schon zwei Zentimeter können entscheidend sein. Für sie und ihre Mitarbeiter sei das ein „Ritt auf der Rasierklinge“ gewesen.

Abschied von der „Bad Schandau“

Mit weniger Passagieren entlastet die Dampfschiffahrt ihre Flotte, so dass auch bei einem Pegel von nur 65 Zentimetern noch gefahren werden kann. Die „Bad Schandau“, das kleine Motorschiff der Flotte, hat allerdings so viel Tiefgang, dass sie bei Niedrigwasser nicht einsetzbar ist. Deshalb soll sie nach der „Lilienstein“ nun auch verkauft werden. „Es gibt bereits Interessenten, aber es ist noch nichts spruchreif“, sagt Hildebrand und hält sich auch hier sehr bedeckt.

Bootsmann Andreas Heydrich ist kurz vor dem Saisonstart noch mit letzten Wartungsarbeiten beschäftigt. Quelle: Dietrich Flechtner

Ein neues Schiff soll die Flotte erweitern, allerdings frühestens 2020. Derzeit werde geplant, wie es aussehen könnte und welche Bedingungen erfüllt werden müssen. „Unsere Flotte bleibt erhalten, sie muss aber moderner werden. Ich wünsche mir für das neues Schiff einen nachhaltigen Antrieb und bin für alles offen. Gebaut ist das Schiff dann schnell, aber für die Planung wollen wir uns die nötige Zeit nehmen“, sagt die Chefin. Einen „Dampfschifffake“ möchte sie nicht kreieren.

Eine Million Euro Reparaturkosten

Dass das neue Exemplar in der Dresdner Werft gebaut wird, könne sich Hildebrand allerdings nicht vorstellen. Dennoch soll die Werft künftig auch für Fremdarbeiten genutzt werden. Kleinere Arbeiten wurden in der Vergangenheit bereits durchgeführt, im Sommer soll das Angebot erweitert werden. Sieben der insgesamt (noch) zehn Schiffe wurden im vergangenen Winter repariert. So wurde bei der „Pillnitz“ die Dampfmaschine einmal komplett aus- und wieder eingebaut. An der „Leipzig“ wurde der Anstrich komplett erneuert, ebenso die Zeltplane auf dem Oberdeck. Die „Kurort Rathen“ hat einen neuen Küchenfußboden bekommen und die Bordküche wurde saniert, ebenso wie bei der „Pirna“. Insgesamt investierte die Sächsische Dampfschiffahrt rund eine Million Euro in die Reparatur der Flotte.

Ticketpreise bleiben gleich

Die „Pirna“ feiert in diesem Jahr ihren 120. Geburtstag, ist allerdings nicht das älteste Dampfschiff der Flotte. Die meisten Jahre hat die „Stadt Wehlen“ auf dem Buckel, sie wurde 1879 in Betrieb genommen. Hildebrand setze ihre ganze Kraft in die Erhaltung der historischen Dampfer. Diese starten nun am 29. März offiziell in die Nebensaison.

Normalerweise wären sie auch schon am ersten Märzwochenende auf der Elbe unterwegs gewesen, allerdings waren da die Eisschollen im Weg. „Den Naturgewalten sind wir ausgeliefert. Dadurch kommt es immer wieder zur Rückschlägen, die wir nicht im Griff haben“, fasst Hildebrand die Schwierigkeiten bezüglich Wasserstand und Winter zusammen. Dennoch hält sie an ihrer positiven Einstellung fest und blickt hoffnungsvoll in die kommende Saison.

Die Ticketpreise erhöhen sich in dieser Saison nicht, allerdings voraussichtlich 2019. Ein erster Blick in den voraussichtlichen Fahrplan für 2019 zeigt, dass die Preise um 50 Cent bis hin zu zwei Euro erhöht werden. Das trifft allerdings nicht auf jedes Ticket zu, die Preise für Jahreskarten und Wochentickets bleiben gleich.

www.saechsische-dampfschiffahrt.de

Preise und neue Fahrten

Preise Eine Tarifzone 11 Euro, ermäßigt 7 Euro; zwei Tarifzonen 16,50 Euro, ermäßigt 11 Euro; ab drei Tarifzonen 22 Euro, ermäßigt 14 Euro; die Rückfahrt kostet jeweils 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. NEU: Wochentickets 50 Euro, ermäßigt 35 Euro; Ticket „Groß und Klein“ - Freie Fahrt für ein Kind in Begleitung eines vollzahlenden Erwachsenen auf Linienfahrten; Gruppenrabatte 11-39 Personen fünf Prozent, ab 40 Personen zehn Prozent.

Fahrten in der Nebensaison (29.03.-30.04. und 22.10.-04.11.) Stadtfahrt zu Wasser (11/13/15 Uhr ab Dresden), Schlösserfahrt (10/14 Uhr, Fr-So und feiertags auch 12 Uhr ab Dresden), Sächsische Schweiz (9.30 Uhr ab Dresden und Bad Schandau)

Fahrten in der Hauptsaison (02.05.-21.10.) Stadtfahrt zu Wasser (11/13/15/16 Uhr ab Dresden); Schlösserfahrt (Juli-August immer samstags 10/12/14 Uhr ab Dresden); NEU Canalettofahrt (11.30/13.30/15.30 Uhr ab Dresden); Abendfahrt (Juni-August immer Di/Mi 19 Uhr ab Dresden); Sächsische Schweiz (9.30/10.15 Uhr ab Dresden, 9.30 Uhr ab Bad Schandau und Pirna); Sächsische Weinstraße (Di-So und feiertags 9.45 Uhr ab Dresden); Schrammsteinfahrt (Fr/Sa 17 Uhr ab Bad Schandau)

Neuheiten Tanz in den Mai 30.4. 19-22 Uhr, 27 Euro Feuerwerksfahrt 19.8. 20-22 Uhr, 27 Euro, erm. 15 Euro; Fahrt ins Böhmische 09. und 23.07., 06. und 20.08. 10.15-18.15 Uhr, 49 Euro, erm. 20 Euro; Schleusenfahrt 28.04. und 16.09. 8.30-20 Uhr, 79 Euro, erm. 35 Euro; Schlagerschiff 09.06. und 20.10. 20-24 Uhr, 35 Euro.

Fahrplan, weitere Neuheiten und alle Preise unter www.saechsische-dampfschiffahrt.de

Von Lisa-Marie Leuteritz

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