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Lokales Sachsen und Bayern wollen größere Abstände von Windrädern zu Häusern
Dresden Lokales Sachsen und Bayern wollen größere Abstände von Windrädern zu Häusern
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17:57 09.09.2015
Sachsen und Bayern machen gemeinsame Sache beim Thema Windenergie. Quelle: dpa
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Als Richtschnur für den Abstand soll das Zehnfache der Höhe eines Windrades gelten. Bei einem 200 Meter hohen Windrad wären dies zwei Kilometer.

Dazu muss aber das Baugesetzbuch eine Länderöffnungsklausel erhalten. „Wir wollen Windkraft, aber wir wollen auch unsere wunderschöne Landschaft nicht beeinträchtigen oder gar beschädigen“, erläuterte Seehofer. Er ließ keinen Zweifel, dass in Bayern genügend Flächen für Windräder zur Verfügung stehen. Es komme aber auf die richtigen Standorte an. „Sie können auch ein Haus nicht hinstellen, wo sie wollen.“ Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) ergänzte: „Wir brauchen die Windkraft, aber sie muss umweltverträglich ausgestaltet sein.“

Beide Regierungschefs bekräftigten, am Ausbau der Windkraft festzuhalten. Seehofer sprach von bis zu 1500 Windrädern in Bayern. Tillich ergänzte, die Energiewende müsse aber auch bei der Bevölkerung im ländlichen Raum akzeptabel sein. Außerdem müssten nicht alle Windräder „in den nächsten beiden Jahren“ gebaut werden. Denn die Technik schreite bei der Windenergie so rasch voran, dass in einigen Jahren vielleicht niedrigere Windräder ausreichten.

Seehofer hatte kürzlich mit seiner Warnung vor einer „Verspargelung“ Bayerns die Windkraftbranche und die Landtagsopposition gegen sich aufgebracht. Der Bundesverband Windenergie reichte eine Petition ein, um gegen die geplanten größeren Abstände von Windrädern zur Häusern zu protestieren.

„Es ist erfreulich, dass dieses Umdenken zu Windkrafterzeugung auf dem Festland in ganz Deutschland beginnt“, erklärte Holger Zastrow, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag. Das Ziel der FDP-Fraktion bleibe es aber trotzdem, die bundesgesetzlichen Regelungen von Windkraft im Außenbereich ganz in Länderhoheit zu übergeben. „Dann könnte jedes Bundesland selbst entscheiden, wie es seine energiepolitischen Ziele mit dem Schutz seiner Landschaft in Einklang bringt“, so Zastrow.

„Dieser Schritt geht zu weit: Expertenmeinungen zufolge können die vorgesehenen Änderungen insbesondere für Sachsen, Thüringen und Bayern weitestgehend das Aus für die Windenergie bedeuten“, sagte hingegen Monika Runge, energiepolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke. Die befürchtete „Verschandelung“ der Landschaft durch Windräder sei ein vorgeschobenes Argument, die entscheidenden Interessen lägen tiefer.

dpa

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