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Lokales Sachsen haben 39 Milliarden Euro auf der Kante
Dresden Lokales Sachsen haben 39 Milliarden Euro auf der Kante
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23:39 09.09.2015

Das war der achte Anstieg in Folge, erklärte der Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV), Michael Ermrich, gestern in Berlin.

In den 45 Sparkassen der zum OSV gehörenden vier Länder - auch Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt - stiegen die Einlagen auf insgesamt rund 90 Milliarden Euro. Dem standen freilich "nur" Kredite in Höhe von 43,4 Milliarden gegenüber. Für den "Passivüberhang" - Einlagen minus Kredite - von rund 46 Milliarden Euro suchen die Sparkassen händeringend Anlagemöglichkeiten mit noch halbwegs erträglicher Rendite.

Ermrich erklärte, dass die Ost-Sparkassen auf eine breite Streuung der Anlagen und Kooperation mit Landesbanken setzen. Allerdings begrenze das Sparkassengesetz die Möglichkeiten. Aktien, die derzeit noch die höchsten Renditen abwerfen, würden die Sparkassen ihren Anlegern dagegen "nur sehr vorsichtig" anbieten, wegen der vergleichsweise hohen Risiken. Ermrich meinte vor diesem Hintergrund: "Es ist immer noch besser, niedrig verzinste Festanlagen mit Sicht auf zwei oder drei Jahre in Betracht zu ziehen, als das Geld unverzinst, aber flüssig, auf dem Konto liegen zu lassen."

Sächsische Sparer haben rund 18,8 Milliarden Euro, im Vorjahr plus 7,6 Prozent, als "täglich fällige Gelder" angelegt. Einen Trost hatte der OSV-Chef zumindest: "So paradox es scheinen mag: Aus Kundensicht erfahren Ersparnisse momentan zwar nur kleine, aber unbestreitbare Kaufkraftgewinne, denn die Inflation ist negativ und damit noch niedriger als die Verzinsung." Negativzinsen, bei einigen Banken für besonders große Guthaben bereits üblich, werde es bei den Ost-Sparkassen jedoch nicht geben, versicherte der OSV-Präsident.

Das Kreditvolumen bei den zwölf sächsischen Sparkassen ist derweil um 3,5 Prozent auf 16,9 Milliarden Euro gestiegen. Davon entfallen 7,5 Milliarden Euro auf Unternehmen und Selbständige sowie 5,8 Milliarden auf Privatkunden, die allein rund 834 Millionen Euro für die eigenen vier Wände aufnahmen, und 3,3 Milliarden Euro auf öffentliche Haushalte. Doch die Kreditnachfrage hinkt dramatisch hinter den Möglichkeiten her.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.02.2015

Reinhard Zweigler

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