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Sachsen errichtet Zentrum für Mikroelektronik für 100 Millionen Euro in Dresden

Zukunftstechnologien Sachsen errichtet Zentrum für Mikroelektronik für 100 Millionen Euro in Dresden

Selbstfahrende Autos, pflegende Roboter, lernende Maschinen - die Grundlagen für die Welt von morgen sollen in Sachsen gelegt werden. In Dresden will der Freistaat dazu ein Kompetenzzentrum auf dem Gelände der TU Dresden errichten. Kosten: "mindestens hundert Millionen Euro".

Was beim Robocup in Leipzig nach Spielerei aussieht, ist tatsächlich state-of-the-art Hochtechnologie. Die Landesregierung will nun dafür 100 Millionen in ein Leuchtturmprojekt in Dresden investieren.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Selbstfahrende Autos, pflegende Roboter, lernende Maschinen - die Grundlagen für unsere Welt von morgen sollen in Sachsen gelegt werden. Der Freistaat wird deshalb in Dresden ein Kompetenzzentrum zur Industrie-Digitalisierung, einen sogenannten Smart Systems Hub, aufbauen, das landesweit ausstrahlen soll. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) rechnet für dieses Großprojekt mit Kosten von "mindestens hundert Millionen Euro". Der Nutzen soll ein Vielfaches betragen: "Wir wollen bei diesem wichtigen Thema, das enormes Potenzial für attraktive Arbeitsplätze und sächsische Wertschöpfung hat, ganz vorn dabei sein", erklärt Tillich.

Sachsen hat sich seit dem Mauerfall bereits zum führenden Halbleiterstandort in Europa entwickelt. In der Mikroelektronik-Branche - dem Silicon Saxony - beschäftigen gegenwärtig 2200 Unternehmen gut 58.000 Mitarbeiter. Zuletzt wurde ein Jahresumsatz von 13 Milliarden Euro erreicht. Daneben wird in Dresden am ultraschnellen Mobilfunk der neuesten Generation (5G) geforscht. An der Technischen Universität steht zudem einer der leistungsstärksten Rechner Deutschlands. "Mit dem Aufbau des Kompetenzzentrums wird der IT-Standort Sachsen noch attraktiver für internationale Investoren, Experten und Fachkräfte", begründet Vize-Regierungschef und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) die Initiative.

Der Standort des neuen Zentrums soll bis 2020 auf dem Gelände der TU Dresden, am Lehmann-Center, gebaut werden. Dafür hat der Freistaat allein für die nächsten beiden Jahre zwei Millionen Euro eingeplant. Parallel läuft der inhaltliche Aufbau der Ideenschmiede. Im März wird sich Sachsen um einen der bundesweit zehn Standorte des neuen Hub-Konzepts der Bundesregierung, das eine lokale Bündelung von jeweiligen Wirtschafts- und Wissenschaftszweigen vorsieht, bewerben - als einzige Region in Ostdeutschland. "Wir haben sehr gute Voraussetzungen und sind zuversichtlich, dass wir Erfolg haben werden", sagt Tillich. Sollte Sachsen dennoch nicht zum Zuge kommen, ist bereits im Kabinett beschlossen: Die digitale Großoffensive wird auch ohne die Bundesförderung gestartet, machen Tillich und Dulig unisono klar.

"Die Wirtschaft ist begeistert, trägt das Konzept in vollem Umfang mit und wird sich auch finanziell stark einbringen", sagt Professor Frank Schönfeld, Vorstand des Branchenverbandes Silicon Saxony, der ein "enormes Wachstum" erwartet. Der Hub schaffe die Grundlage für eine Verdoppelung der sächsischen IT-Industrie in den nächsten zehn Jahren, prognostiziert Schönfeld. Ähnlich äußert sich Professor Frank Fitzek von der TU Dresden, der am ultraschnellen Mobilfunk forscht: "Das Konzept verbindet die Stärken der sächsischen Forschungslandschaft, Mikroelektronik, drahtlose Kommunikation und Software. In naher Zukunft wird hier ein Leuchtturm geschaffen."

Dass die Erwartungen immens sind und das Zentrum sich auch für die Menschen in Sachsen auszahlen soll, stellt Tillich klar: "Es soll nicht so sein, dass hier entwickelt und in München produziert wird. Sondern: Was hier entwickelt wird, muss auch hier produziert werden."

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