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SPD warnt vor Panikmache bei Zugang zum Gymnasium in Dresden

Schulpolitik SPD warnt vor Panikmache bei Zugang zum Gymnasium in Dresden

Der Freistaat hat den Zugang zum Gymnasium gelockert. Kultusministerium und Eltern rechnen mit einem Ansturm auf den Bildungsweg zum Abitur. Die SPD in Dresden warnt jetzt vor Panikmache.

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Quelle: dpa

Dresden. Die SPD in Dresden warnt vor einer Panikmache rund um den gelockerten Zugang zum Gymnasium in Sachsen. Unter anderem hatte kürzlich Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) die Großstädte Dresden und Leipzig zu einer Erweiterung der Schulkapazitäten aufgefordert.

„Wir brauchen verlässliche, zukunftsorientierte und langfristige Bildungspolitik und keine Wahrsagerei und hektische Warnungen vor einem angeblichen Ansturm aufs Gymnasium“, erklärte die bildungspolitische Sprecherin der SPD im Stadtrat, Dana Frohwieser, die gleichzeitig auf die guten Berufschancen mit einem Oberschulabschluss verwies. Panik sei nicht angebracht. Dresden habe bereits eine sehr hohe Übergangsquote ans Gymnasium. Die duale und schulische Berufsausbildung biete aber hervorragende Berufschancen, aus einem Lehrstellenmangel ist ein Lehrlingsmangel geworden, man brauche im Wettbewerb um attraktive Lehrstellen kein Abitur mehr wie vor wenigen Jahren. Niemand könne zum jetzigen Zeitpunkt wissen, wie sich die Neuregelung der Bildungsempfehlung auf das Anmeldeverhalten auswirken wird. Viel wichtiger sei, dass in Dresden in den kommenden Jahren in allen Schularten Plätze fehlen werden – aufgrund der unverantwortlichen Schulschließungspolitik der CDU in der Vergangenheit.

Die Lockerung bei den Bildungsempfehlungen führe nicht zu mehr Schülern in Dresden, sie würden nur möglicherweise eine andere Schulart wählen. Aus den Dresdner Bildungsberichten sei bekannt, dass gerade in sozial stark belasteten Stadtteilen nicht nur die Quote der Bildungsempfehlung für das Gymnasium niedriger, sondern gleichzeitig der Anteil der Wechsler an die Oberschule trotz Gymnasialempfehlung signifikant höher sei. Wichtig wäre, dass sich Sachsen endlich von der viel zu frühen Trennung der Kinder im Alter von 10 Jahren verabschiedet. „Das muss ins neue Schulgesetz. Anstatt jetzt einen Run aufs Gymnasium herbei und die Oberschulen und deren Berufschancen schlecht zu reden.“

Bislang musste ein Notendurchschnitt von 2,0 in den Fächern Mathematik, Deutsch und Sachkunde erreicht werden, damit ein Viertklässler die Bildungsempfehlung für das Gymnasium bekommen konnte. Mit einem Test konnten schlechtere Noten ausgebügelt werden. Das gelang jedoch nicht allzu oft. Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Bautzen haben nun die Eltern das letzte Wort. Am 1. März erhalten die Kinder ihre Bildungsempfehlung. Bis zum 8. März muss die Anmeldung an weiterbildenden Schulen erfolgen. Das Kultusministerium rechnet aufgrund der Neuregelung mit 400 bis 600 Schülern, die sich zusätzlich für ein Gymnasium anmelden. Die SPD-Bildungsexpertin im Landtag, die Dresdner Landtagsabgeordnete Sabine Friedel, rechnet sogar mit 1500 zusätzlichen Schülern für die Gymnasien sachsenweit.

Auch die Stadt Dresden rechnet „aufgrund der Bildungsempfehlungsänderung mit einer Steigerung der Schüler, die auf ein Gymnasium wechseln wollen“. Wie groß diese ausfallen werde, könne erst mit den Anmeldezahlen im März beantwortet werden. Die Stadt sei hier auf Aussagen des Freistaates angewiesen. „Bisher wurden dazu von dieser Seite keine Zahlen benannt, inwiefern die Anmeldezahlen sich dauerhaft ändern, ist ebenfalls offen“, hatte Falk Schmidtgen, der Leiter des Schulverwaltungsamtes, bereits gegenüber DNN erklärt.

Nach seinen Worten basiert der Entwurf zur Fortschreibung des Schulnetzplan auf den Prognosezahlen, die im Bereich der weiterführenden Schulen auf der Basis des statistischen Mittels der letzten drei Jahre errechnet wurden. „Bei signifikanten Änderungen der Übergänge müsste der Schulnetzplan überarbeitet werden“, erklärte der Amtsleiter.

Von Ingolf Pleil

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