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Lokales SLUB in Dresden mit Platzproblem: Postkarten werben für fairen Umgang
Dresden Lokales SLUB in Dresden mit Platzproblem: Postkarten werben für fairen Umgang
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23:32 09.09.2015
Der Lesesaal der SLUB in Dresden. Quelle: Dominik Brüggemann
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Für die Bücher sind genügend Regalmeter vorhanden, aber die Nutzer – hauptsächlich Studenten – müssen morgens rechtzeitig vor Ort sein, um zu Stoßzeiten einen der rund 1200 Arbeitsplätze zu ergattern.

„Es mangelt an Arbeitsplätzen. Die schon fast übliche Praxis der Platzreservierung mithilfe von Kleidungsstücken oder Bücherstapeln wird zum zusätzlichen Ärgernis“, heißt es im Blog der SLUB. Mit einer Postkartenaktion wirbt die Bibliothek jetzt bis Ende Februar für einen fairen Umgang mit den raren Arbeitsplätzen. Rund 8000 Nutzer verzeichnet die Zentralbibliothek momentan, doppelt so viele wie außerhalb der Prüfungszeiten. Zwei Probleme sorgen für Ärger.

Einige Studenten belegen Schreibtische mit Büchern wie Urlauber ihre Liegen mit Handtüchern. Andere Frühaufsteher packen die Fachliteratur auf leere Plätze für verspätete Mitstudenten. Nutzer denen belegte und zurückgelassene Arbeitsplätze auffallen, sind aufgerufen die Karten zu verteilen. „Das sehe ich regelmäßig“, beschreibt Jalal Jadrgere seine Beobachtungen. Seit zwei Monaten komme er regelmäßig morgens um 8 Uhr in die SLUB. Nur so erhält er auf jeden Fall einen ruhig gelegenen Arbeitsplatz inklusive großem Schreibtisch. Für den Studenten des Wirtschaftsingenieurwesens steht auch fest: „Seit diesem Semester ist der Andrang während der Prüfungsphase besonders groß.“

Auch die Doktorandin Maria Hirsch pflichtet ihrem Vorredner bei. „Anstelle der Postkarten sollte das Geld lieber in neue Stühle und Tische fließen“, beurteilt sie die Aktion und packt ihre Sachen im Mutter-Kind-Raum der SLUB zusammen. Hier fand sie einen der wenigen freien Plätze, der eigentlich Eltern vorbehalten ist. Die Postkarten würde sie jedoch nicht verteilen. „Eher suche ich das direkte Gespräch mit den Leuten.“

Einen eigenen Arbeitsraum nennt Saskia Richter für drei Monate ihr Eigen. Per Losverfahren können sich Studenten, die ihre Abschlussarbeit schreiben, für eine der über 40 Kabinen bewerben die offiziell Carrel heißen. „Ich habe eine eigene Zugangskarte, kann meine Sachen verstauen und muss nicht jede Pause aufräumen“, schildert Richter die Vorteile. Dafür akzeptiere sie auch die Überwachung durch die SLUB. Denn länger als drei Tage dürfe der Raum nicht ungenutzt bleiben, so begehrt sind die Kabinen, die mit zwei Stühlen, Tisch, Steckdose und Unterschrank ausgestattet sind.

„Es sind einfach zu wenig Plätze da“, ist Emanuel Zimmerling überzeugt. Die Postkartenaktion könne helfen, das Problem in das Bewusstsein der Leute zu bringen. Er selbst hat auch schon eine Karte mit dem Aufdruck „Stay fair. One chair.“ auf seinem Platz liegen gehabt. „Was soll man machen. Geht man kurz Essen, ist der Platz weg“, so seine Erfahrung während der Prüfungsphase. Bis 9 Uhr seien die meisten Plätze belegt, bestätigt er. Erst zum Abend hin werde es deutlich ruhiger. Immerhin hat die Zentralbibliothek an sechs Tagen der Woche bis Mitternacht geöffnet.

Dass das Haus lebt, deutet SLUB-Sprecherin Katrin Matteschk positiv, allerdings nur bis zu einem gewissen Grad. „Die Bibliothek ist ein sozialer Treffpunkt, etwas Besseres kann es für uns nicht geben“, sagt Matteschk. Gleichzeitig sind ihr die Probleme bewusst. „Wir wollen die Menschen mit den Karten für die Problematik sensibilisieren.“ Zudem sollen 50 rote Klappstühle ein wenig Abhilfe schaffen, die bald im Haus verteilt werden.

Dabei gibt es Ausweichmöglichkeiten am Campus der Technischen Universität Dresden. Ist man als Student nicht auf Präsenzbücher angewiesen, bietet zum Beispiel die Zweigbibliothek Rechtswissenschaft an der Bergstraße 53 eine echte Alternative. Hier stehen 360 Leseplätze sowie drei Gruppenräume ohne Voranmeldung zur Verfügung.

Dominik Brüggemann

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