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SBG: Kinderschutz bei Parkeisenbahn Dresden auf gutem Weg

Umbau nach Missbrauchsfällen SBG: Kinderschutz bei Parkeisenbahn Dresden auf gutem Weg

SBG-Geschäftsführer sieht den Umbau bei der Dresdner Parkeisenbahn auf einem guten Weg. Dort hat es nach 2016 bekannt gewordenen Missbrauchsfällen tiefgreifende Veränderungen gegeben. An einem Punkt gerät die Initiative für Kinderschutz allerdings ins Stocken.

Nicht nur zu Adventsfahren ist die Parkeisenbahn bei Familien beliebt. Weil im Großen Garten auch viele Kinder mitarbeiten, hat es bei der Mini-Eisenbahn nach Missbrauchsfällen tiefgreifende Veränderungen gegeben.

Quelle: Archiv/Alexander Kwas

Dresden. „Für den Aufbau eines wirksamen, präventiven Kinderschutzkonzeptes haben wir wichtige Grundlagen geschaffen“, sagt Christian Striefler. Der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG) sieht die tiefgreifenden Umstrukturierungen bei der Dresdner Parkeisenbahn auf einem guten Weg. Dort wurden 2016 schwere Missbrauchsfälle bekannt, die teils weit in die Vergangenheit zurückreichen. Die SBG tat sich anfangs schwer mit der Aufarbeitung, betreibt aber seit 2017 intensiv die Neuausrichtung bei der früheren Reichsbahnerschmiede im Großen Garten. Dazu gehören die Zusammenarbeit mit der Fachstelle zur Prävention sexualisierter Gewalt an Mädchen und Jungen „Shukura“, der Aufbau eines Beschwerdemanagements und die pädagogische Schulung der ehrenamtlichen Fördervereinsmitglieder.

An einer wesentliche Stelle hakt es allerdings: Noch immer sind zwei Stellen für Fachpädagogen nicht besetzt. Grund ist ein Streit über deren Finanzierung. Die SBG möchte die Stellen gern über den Träger AWO Sachsen Soziale Dienste gGmbH durch Fördermittel der Stadt Dresden finanzieren. Deren zuständige Gremien haben dazu laut SBG trotz monatelanger Diskussion noch keine Entscheidung gefasst.

Abgesehen vom Zugriff auf städtische Mittel hätte die Beschäftigung der Pädagogen bei einem Träger mehrere Vorteile. Zum einen wären diese unabhängiger als bei einer direkten Beschäftigung bei der SBG. Zum anderen wären sie bei der Freistaatstochter, die sich sonst nicht mit der Jugendhilfe beschäftigt, eher Einzelkämpfer. Der fachliche Austausch würde fehlen. Da es nach Expertise von „Shukura“ nicht ohne die Pädagogen geht, will die SBG anders als noch im September bekundet notfalls in den sauren Apfel beißen: „Wenn keine Finanzierung über Mittel der Stadt Dresden möglich sein sollte, werden wir die Pädagogen direkt bei uns anstellen“, sagt SBG-Sprecher Uli Kretzschmar. Die Fachleute sollen in jedem Fall die Arbeit aufnehmen.

Von ihnen werde auch abhängen, wie es bei der Parkeisenbahn weitergeht, meint der Sprecher. Bisher hat man dort ein Beschwerdemanagement aufgebaut, über das jedes Problem gemeldet werden kann. 19 Beschwerden hat es 2017 gegeben, zumeist zu baulichen Missständen, etwa einer von außen durch ein Fenster einsehbaren Umkleide, oder zwischenmenschlichen Problemen, wenn der Ton zwischen Diensthabenden etwas zu ruppig wurde. Allerdings war auch eine sexuell motivierte Grenzverletzung darunter. Ein Assistent hatte von einer Minderjährigen die Zusendung von Nacktbildern verlangt und war dafür von der Parkeisenbahn ausgeschlossen worden. Der Vorgang ist seit August bekannt. In Zukunft wolle man jeden strafrechtlich relevanten Fall zur Anzeige bringen, kündigt die SBG an.

Wichtig ist noch etwas anderes: Die SBG hat den Kooperationsvertrag ihrer hauptamtlichen Abteilung Parkeisenbahn mit dem Förderverein, der mit etwa 210 Mitgliedern vor allem die Dienstpläne füllt, neu aufgesetzt. Man habe dabei vor allem die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sehr genau definiert, so dass immer klar sei, wer wann für welches Kind die Fürsorge tragen müsse.

Nach allem, was aus dem Vereinsumfeld zu hören ist, war das ein mühsamer, auch schmerzhafter Prozess für die ehrenamtlichen Parkeisenbahner. Mit vielen teils kleineren Änderungen wurde in die über Jahre eingeschliffenen Abläufe eingegriffen, indem etwa transparente Dienstpläne verlangt werden oder gemeinsame Exkursionen für alle einsehbar bekannt gemacht werden müssen. Das ist mit Bürokratie verbunden, soll aber verhindern, dass wie in der Vergangenheit geschehen Parkeisenbahner einzelne Kinder bevorzugen oder mit ihnen unbeaufsichtigt verreisen.

Eine Austrittswelle, die von manchen befürchtet wurde, habe es deshalb jedoch nicht im Förderverein gegeben, sagt Kretzschmar. „Mir sind nur einzelne Austritte bekannt“, fügt er an. Der Umbau der Parkeisenbahn beruhe auf Freiwilligkeit und könne nur erfolgreich sein, wenn alle mitmachen.

Von Uwe Hofmann

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