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Lokales „Rund um die Uhr“-Krebsforschung mit eigenen Geräten
Dresden Lokales „Rund um die Uhr“-Krebsforschung mit eigenen Geräten
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07:28 09.08.2018
Die Strahlenexperten und Professoren Esther Troost und Ralf-Thorsten Hoffmann weihen das neuen MRT/PET für die Krebsforschung ein. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

“Volle Konzentration auf die Krebsforschung“, das will das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen am Standort Dresden (NCT) mit neuen Forschungsgeräten, die zunächst in einem umgebauten Seecontainer an den Start gehen sollen. Für sechs Millionen Euro haben die Krebsforscher nun eigene Bildgebungsgeräte, wie MRT und CT bekommen, die sie unabhängig vom Klinikalltag 24 Stunden am Tag nutzen können.

„Bis jetzt konnten wir meist nur am Wochenende oder nach 20 Uhr forschen, wenn die Geräte nicht für die Patienten benötigt wurden“, berichtet Professor Ralf-Thorsten Hoffmann, Direktor für die radiologische Klinik am Dresdner Uniklinikum.

Dem Tumor auf der Spur

Im Dienst der Wissenschaft ist nun unter anderem das vier Millionen teure MRT/PET-Gerät . Während das Magnetresonanzverfahren (MRT) Weichgewebe sehr genau sichtbar macht, ermöglicht die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) den Forschern, Tumore im Körper zu finden. Wie der Name andeutet, funktioniert das PET-Verfahren mit radioaktivem Material, das injiziert wird und sich in den Tumorzellen anreichert und sie dadurch sichtbar macht.

Die große Vereinfachung für die künftig rund 20 Strahlenexperten, die mit den Geräten forschen werden, liegt in der Kombination beider Verfahren in einem Gerät. So werden die Bilder vom Patienten in der exakt gleichen Liegeposition gefertigt, was bedeutend schneller und präziser funktioniert.

Mit Radioaktivität den Tumor finden

Zum Beispiel erhoffen sich die Forscher mit dem MRT/PET bei Prostatakrebs den eigentlichen Primärtumor schneller zu finden oder früher zu erkennen, ob bei dem Patient mit Bauchspeichedrüsenkrebs die Chemotherapie wirkt. „Außerdem sollen mit dem Gerät neue radioaktive Substanzen für die Tumorerkennung im PET-Verfahren getestet werden, an denen Forscher im Helmholtz-Zentrum in Rossendorf arbeiten“, erklärt Professorin Esther Troost. Sie leitet die Abteilung „Bildgestützte Strahlentherapie am Helmholtz-Zentrum und ist stellvertretende Leiterin der Strahlentherapie-Klinik am Dresdner Uniklinikum.

Strahlensicherer Seecontainer als Forschungslabor

Direkt nebenan, in den mit 30 Tonnen Blei strahlensicheren, vom Dresdner Büro „BOKA Architektur“ umgebauten Schiffscontainern steht der neue Forschungs-Computertomograph (CT), der für die Bestrahlung von Tumoren verwendet wird. Auch er wird umziehen, wenn 2020 das neue NCT-Gebäude auf dem Gelände der Uniklinik, das im Frühling Richtfest feierte, fertig wird. Die Spezialisten wollen dort einen „OP der Zukunft “ für die Krebsforscher errichten. Dabei sollen Prototypen von „Virtual-Reality (VR)“-Brillen für die Ärzte, Roboter und auch Tierversuche zum Einsatz kommen.

„Mit einer VR-Brille“ könnte ich als Arzt zum Beispiel den Patienten betrachten und dabei direkt das Röntgenbild seiner Leber sehen“, erklärt Hoffmann. In einem nächsten Schritt könnten Roboter dann auch die Punktierung von Tumoren übernehmen. Dabei wird mit einem kleinen Schnitt eine Sonde zum Tumor geführt, die diesen dann auf über 100 Grad erhitzt und dadurch abtötet.

„Wir wollen in der Krebsmedizin die Strahlenbelastung für Patienten und Mitarbeiter immer weiter reduzieren“, sagt Hoffmann.

Europaweit nur wenige Zentren dieser Art

Die hochmodernen Bildgebungsverfahren inklusive zwei neuer Ultraschallsysteme für die Forschung gibt es europaweit nur an wenigen Standorten. Das NCT Dresden will die Tumorforschung weiter voranbringen. Künftig sollen Wissenschaftler, Ärzte und Patienten unter einem Dach zusammen am Kampf gegen den Krebs arbeiten. Die Wissenschaftler können dann diejenigen Patienten weiter untersuchen, dessen Krankheitsbild für ihre Studien relevant ist. Der NCT-Partnerstandort in Heidelberg verfolgt die gleiche Strategie, so dass die Daten zusammengetragen werden können. Das Dresdner NCT wird vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Uniklinikum, der Medizinischen Fakultät sowie dem Helmholtz-Zentrum getragen.

Von Tomke Giedigkeit

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