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Lokales Rund 550 „Neu-Sachsen“ feiern ihre Einbürgerung im Sächsischen Landtag
Dresden Lokales Rund 550 „Neu-Sachsen“ feiern ihre Einbürgerung im Sächsischen Landtag
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12:08 03.06.2018
Einbürgerungsfest 2018 im Sächsischer Landtag Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Mit Deutschlandfähnchen oder Sachsen-Flagge in die Kamera winken – für viele Deutsche ist das außerhalb der Fußballweltmeisterschaft wahrscheinlich kein Grund für ein breites Lächeln und glitzernde Augen. Für die 550 Gäste des Einbürgerungsfestes 2018 am Samstagmorgen im Sächsischen Landtag haben die fotografischen Erinnerungsstücke jedoch mehr als nur symbolischen Wert.

Rafid Al-Nabhan ist einer der 550 Ehrengäste und lebt seit 2009 in Deutschland. Der gebürtige Iraker ist über ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes nach Sachsen gekommen und hat sein Medizinstudium mit einem Master an der TU Dresden aufgefrischt. „Ich möchte durch die Arbeit mit meinen Patienten eine aktive Rolle in der Gesellschaft einnehmen“, erzählt Al-Nabhan gegenüber den DNN. Der deutsche Pass würde ihm helfen sich gesellschaftlich noch mehr einzubringen. Derzeit lebt der Leiter eines Labors in Bautzen und pendelt jeden Tag für die Arbeit nach Görlitz: „Wenn jemand fragt woher ich komme, sag ich jetzt nur noch „aus der Senfstadt“.“

Mediziner Rafid Al-Nabhan beim Einbürgerungsfest 2018 im Sächsischer Landtag Quelle: Anja Schneider

Mitbestimmen, Mitgestalten, Mitwählen

Zu dieser aktiven gesellschaftlichen Rolle ermutigten auch der sächsische Innenminister Roland Wöller und Horst Wehner, der zweite Vizepräsident des Sächsischen Landtages, in ihren Reden am Samstagmorgen. Den „Neu-Sachsen“ würden nun die Wege offen stehen für ein Engagement in der Gemeinschaft und für die Weiterentwicklung der Demokratie in Sachsen.

Geert Mackenroth Sächsischer Ausländerbeauftragter, Prof. Dr. Roland Wöller Sächsischer Innenminister, Horst Wehner Vizepräsident Sächs. Landtag (v.l.) Quelle: Anja Schneider

Als Botschafter einer gelingenden Integration seien die neuen Staatsbürger laut dem sächsischen Ausländerbeauftragten, Geert Mackenroth, auch Medizin gegen Vorurteile, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit „Mein Wunsch ist, dass genau diese Vielfalt, die wir heute im Saal haben, in Sachsen und in Deutschland zur Selbstverständlichkeit wird.“

„Medizin gegen Vorurteile“

Eröffnet und begleitet wurde die Feierstunde mit Gesang des Universitätschors der TU Dresden, wobei bei der Liedauswahl die deutsche Nationalhymne natürlich nicht fehlen durfte. DIe Feierstunde am Samstag wurde von Youmna Fouad, Marwa El-Sherbini Stipendiatin, moderiert. Die aus Ägypten stammende Studentin lebt seit 2012 in Dresden und engagiert sich vielfältig ehrenamtlich in der Elbstadt. Ihre Moderation nutzte Fouad um drei „Neu-Sachsen“ über ihre persönlichen Erfahrungen in ihrer Wahlheimat zu befragen.

In Sachsen angekommen fühlt sich auch Zahnarzt Eric Saha. Vor 12 Jahren ist er aus Kamerun nach Deutschland gekommen und hat in Dresden sein Zahnmedizinstudium aufgenommen. Mittlerweile arbeitet Saha in einer Praxis in der Elbstadt und hat mit seiner Frau Sevenne zwei Töchter. Gerade die Bildungsangebote und die gute Infrastruktur schätze er in Sachsen sehr: „Dresden ist eine sehr schöne Stadt und nicht so groß, dass man sich verliert. Ich gehe außerdem gerne in der Sächsischen Schweiz wandern, das hat mir in Kamerun immer schon gut gefallen, aber hier ist es landschaftlich ja noch einmal ganz anders“, erzählt Saha gegenüber den DNN.

Eric Saha mit seiner Frau Serenne Megang und ihren beiden Töchtern Allegra (l.) und Adora (r.) Quelle: Anja Schneider

2017 wurden laut Statistischem Bundesamt in Sachsen 1560 Ausländer eingebürgert - das sind 107 mehr als im Vorjahr. Die meisten von ihnen in den kreisfreien Städten Leipzig (526), Dresden (401) und Chemnitz (130). Die meisten Eingebürgerten in Sachsen kamen 2017 aus europäischen Ländern (757), gefolgt von asiatischen (611) sowie afrikanischen Ländern (124). Das Einbürgerungsfest gibt es in Sachsen seit 2004. Seit 2014 steigt die Zahl der Einbürgerungen stetig an. 2014 lag die Zahl der Einbürgerungen bei 1093. Bundesweit bekamen 109 204 Ausländer 2017 die deutsche Staatsbürgerschaft.

Einbürgerung

Um einen deutschen Pass zu erhalten, müssen Anwärter mindestens acht Jahre in Deutschland leben, ein unbefristetes Aufenthaltsrecht haben, ihren Lebensunterhalt ohne Sozialhilfe und Hartz IV bestreiten, keine Vorstrafen haben sowie die deutsche Sprache beherrschen und den Einbürgerungstest bestehen. In Sachsen stehen für den Einbürgerungstest insgesamt 19 Prüfstellen zur Verfügung. Der Test besteht aus 33 Fragen, wovon sich jeweils drei Fragen auf das Bundesland beziehen, in dem die Anwärter leben. Seit 1990 haben mehr als 55 000 Menschen mit ausländischen Wurzeln diese Voraussetzungen erfüllt.

Von Maraike Mirau

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