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Lokales Rund 1500 Menschen gehen mit Dresden Nazifrei auf Täterspuren-Rundgang
Dresden Lokales Rund 1500 Menschen gehen mit Dresden Nazifrei auf Täterspuren-Rundgang
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19:43 13.02.2016
Quelle: S. Lohse
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Dresden

Rund 1500 Menschen haben sich am Samstag zusammen mit dem Bündnis Dresden Nazifrei auf den „Mahngang Täterspuren“ begeben. In diesem Jahr hatte die Veranstaltung, die sich vor allem mit den Orten der NS-Herrschaft befasst, den thematischen Schwerpunkt Euthanasie. Damit ist die Tötung von körperlich und geistig kranken Menschen gemeint. In Sachsen war die Anstalt auf dem Pirnaer Sonnenstein einer der größten Tatorte. Allein hier starben fast 14.000 vorwiegend psychisch kranke und geistig behinderte Menschen.

Der Mahngang Täterspuren am 13. Februar 2016: 1500 Menschen auf der Suche nach Spuren der Nazi-Herrschaft in Dresden.

Auf der Strecke von der HTW Dresden bis zum Theaterplatz wies der Mahngang auf einige dieser Orte hin. So die einstige Technische Hochschule, an der die „Auslese“ der Bevölkerung wissenschaftlich gefordert wurde, das Gesundheitsamt Dresden oder den Ort der einstigen NSDAP-Gauleitung an der Bürgerwiese

Dazu wurden Einzelschicksale vorgetragen, von Tätern wie von Opfern. Zu den letzteren gehörte auch die Künstlerin Elfriede Lohse-Wächtler, die 1940 in Pirna ermordet wurde. „Wir sind hier, damit so etwas nie wieder möglich wird“, war der eindringliche Appell dazu. Gelesen wurden die Texte unter anderem von Mitarbeitern des Sächsischen Staatsschauspiels und von Mitgliedern kirchlicher Initiativen. „Der Inhalt ist heute nicht beklatschbar“, sagte auch Linken-Stadträtin Margot Gaitzsch.

Die Veranstaltung verlief komplett störungsfrei. Nachdem die Polizei nach Angaben von Dresden Nazifrei einen Lautsprecherwagen vor Beginn gleich zwei Mal durchsucht hatte, hielten sich auch die Beamten weitgehend im Hintergrund. Nach übereinstimmenden Schätzungen von „Durchgezählt“ und unseren Kollegen vor Ort nahmen rund 1500 Menschen teil, die Veranstalter sprachen von rund 2000 Personen. Auch Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekathrin Klepsch (Die Linke) nahm zeitweise an der Veranstaltung teil.

Der Mahngang Täterspuren wurde 2011 das erste Mal angemeldet, durfte damals aber nicht durch Dresden laufen. Seit 2012 findet er kontinuierlich am 13. Februar statt.

S. Lohse

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