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Lokales Run auf Wohnheimplätze in Dresden – Studentenwerk hat über 500 Uni-Neulinge abgelehnt
Dresden Lokales Run auf Wohnheimplätze in Dresden – Studentenwerk hat über 500 Uni-Neulinge abgelehnt
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17:49 09.09.2015
Wohnheime des Studentwerks an der TU Dresden. Quelle: Dominik Brüggemann

Vor einem Jahr waren es etwa 1000 Studenten, die leer ausgingen und das Studentenwerk geht davon aus, dass die Zahl auch in diesem Jahr etwa diese Entwicklung nehmen wird, zumal das Bewerbungsverfahren noch läuft. In Dresden und Tharandt hat das Studentenwerk 29 Wohnheime mit insgesamt 6000 Plätzen.

Die meisten der Dresdner Häuser sind saniert, in acht Gebäuden müssen die Bewohner aber teilweise noch mit der Originalausstattung vorlieb nehmen. An der Gret-Palucca-Straße nahe dem Lennéplatz schlägt den Studenten in beiden Häusern im Treppenhaus daher noch DDR-Charme entgegen, die Zimmereinrichtungen und sanitären Anlagen sind aber im Zuge von Instandhaltungsmaßnahmen erneuert worden. Die beiden Wohnheime stehen auf der Sanierungswunschliste des Studentenwerkes ganz oben.

Die Diskrepanz von sanierten und unsanierten Wohnheimen bildet sich auch in den Zimmerpreisen ab. Im unsanierten Wohnheim Borsbergstraße gegenüber dem Kaufland kostet ein möbliertes Zimmer zwischen 178 und 191 Euro, zwei Bewohner teilen sich hier eine Toilette mit Waschbecken, Duschen und Küche befinden sich auf der Etage. In der Gret-Palucca-Straße bezahlt man 219 Euro, für ein unmöbliertes Zimmer 196. In den sanierten Wohnheimen an der Wundtstraße gibt es neben Einzelzimmern auch Apartments für 244 bis 270 Euro. Hier sind auf bis zu 26 Quadratmetern auch eine Küchenzeile und ein Bad dabei. In welchem Haus man am Ende unterkommt, richtet sich nach der Anzahl der Bewerber. „Es können bis zu drei Wunschwohnheime genannt werden“, erklärt Karin Tzscherlich vom Geschäftsbereich Wohnen des Studentenwerkes Dresden. Für junge Familien gibt es die Möglichkeit, in ein Doppelapartment oder eine 2er-WG zu ziehen. Das geht auch, wenn nur ein Partner studiert.

Bei der Wohnheimplatzvergabe entscheidet vor allem die Zeit. Anträge können aber erst gestellt werden, wenn der Zulassungsbescheid der Uni vorliegt und der kommt mitunter kurz vor dem Semesterstart. Viele Studenten bewerben sich zudem an mehreren Unis gleichzeitig und entscheiden sich dann kurzfristig für oder gegen den Platz. So kann es passieren, dass Bewerber auf der Warteliste doch noch nachrücken und innerhalb kürzester Zeit eine Unterkunft finden müssen. „Es ist ein Tagesgeschäft“, sagt Karin Tzscherlich. Umgekehrt werden auf diese Weise auch wieder bereits angenommene Wohnheimplätze frei, wenn der Bewerber doch in eine andere Stadt geht. Wer derzeit auf der Warteliste steht, darf also noch hoffen, obwohl offiziell keine Plätze mehr frei sind. Bis Mitte Oktober ist die Vergabe der Wohnheimplätze im Fluss, in der Zeit von September bis einschließlich Oktober werden die Plätze frühestens fünf Wochen vor dem gewünschten Einzugstermin vergeben. So will das Studentenwerk für eine Chancengleichheit zwischen Studenten zulassungsfreier und zulassungsbeschränkter Studiengänge sorgen.

Für Studenten, die gleich beim Einzug ihre Komilitonen kennenlernen möchten, hat das Studentenwerk 2010 das Projekt „Wohnen mit Komilitonen“ – kurz Womiko ins Leben gerufen. Dabei sind einzelne Wohnheime bestimmten Fakultäten zugeordnet. Im Wohnheim an der St.-Petersburger Straße wohnen vorrangig Geisteswissenschaftler, am Zelleschen Weg Informatiker und auf der Blasewitzer Straße angehende Mediziner. Auf dem Antrag um einen Wohnheimplatz können Bewerber vermerken, ob sie gerne mit Studenten ihrer Fakultät oder in einem anderen Haus wohnen möchten. Bei der Vergabe von Plätzen in den Womiko-Häusern werden die Bewerber bevorzugt, die sich für diese Wohnform entschieden haben und der entsprechenden Falkultät angehören.

Die Alternative zum Wohnheimplatz ist der Einzug in eine bereits bestehende WG oder eine Neugründung. Matthias Wagner vom Mieterbund bestätigt, dass der Verein nach wie vor Mitglieder hat, die in Wohngemeinschaften leben. „Aber es wird schwieriger“, sagt der Sprecher des Bundes. „Wir haben gehört, dass Vermieter dem Wechsel von WG-Mitbewohnern nicht zustimmen oder neue Mietverträge mit unzulässigen Kautionszahlungen abschließen wollen.“ Dass sich der Zusammenschluss zu einer Wohngemeinschaft trotz aller Schwierigkeiten noch lohnt, zeigen Zahlen des Internetportals www.immonet.de. Demnach liegt die Nettokaltmiete einer neuvermieteten Einzimmerwohnung derzeit bei 7,68 Euro pro Quadratmeter, für eine Drei- bis Vierzimmerwohnung zahlt man durchschnittlich 13,4 % weniger.

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Sophie Arlet

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